Altersvorsorgedepot-Anbieter im Vergleich 2027
Seit dem 21. August 2026 ist der Vergleich kein Blindflug mehr: Scalable Capital hat als erster Anbieter überhaupt Preise für sein Altersvorsorgedepot genannt — und zwar aggressive. Alle anderen müssen sich jetzt daran messen lassen. Der Marktstart bleibt der 1. Januar 2027.
Auf dieser Seite zeigen wir, wer bereits Zahlen auf den Tisch gelegt hat, wer sich nur positioniert hat, und was die heutigen Depotkonditionen der Übrigen als Indikator hergeben.
Scalable Capital: der erste Preis am Markt
Konto- und Depotführung, Sparplan-Ausführungen, Ein- und Auszahlungen sowie Trades kosten nichts. Die laufenden Produktkosten des Standarddepots liegen bei maximal 0,15 % pro Jahr, im ersten Jahr entfallen sie ganz. Zum Vergleich: Der gesetzliche Deckel für das Standarddepot liegt bei 1,0 % Effektivkosten — Scalable unterbietet ihn um fast das Siebenfache.
Daneben ist eine flexible Variante geplant, bei der du die ETFs selbst auswählst. Dort können die Produktkosten je nach ETF über 0,15 % liegen; Transaktionen kosten je nach Tarif 0,99 € oder sind im kostenpflichtigen Abo enthalten. Für einen Riester-Wechsel will Scalable einen Übertragungsservice anbieten — Details dazu auf Riester wechseln.
Bewusst nicht im Angebot: Beitragsgarantien und klassische Leibrenten. Scalable-Chef Erik Podzuweit hält Garantien für renditeschädlich — eine Einschätzung, die wir auf Altersvorsorgedepot vs. ETF-Depot ausführlich teilen.
Wer hat sich schon positioniert?
| Anbieter | Status | Konditionen fürs Altersvorsorgedepot | Goldesel-Einordnung |
|---|---|---|---|
| Top-KandidatScalable Capital | Konditionen veröffentlicht (21.08.2026) | 0 € Depot, 0 € Sparplan, 0 € Trades, max. 0,15 % p. a. (1. Jahr 0 %) | Aktuell das Maß der Dinge — breite ETF-Auswahl, keine Garantie-Produkte |
| Smartbroker+ | Konditionen veröffentlicht (08.09.2026) | 0 € Depot, 0 € Sparplan, 0 € Order (gettex); Standarddepot 3 Jahre kostenfrei inkl. TER-Erstattung | Zieht mit Scalable gleich — aggressives Nulltarif-Paket, über 2.000 ETFs im freien Depot |
| comdirect | Absichtserklärung | Noch offen — will „unter dem Kostendeckel“ bleiben | Unter 1 % ist ein niedriges Versprechen; Kosten eher im Mittelfeld |
| Union Investment | Konditionen für Herbst 2026 angekündigt | Noch offen — setzt auf aktive statt passive Fonds | Aktive Fonds sind strukturell teurer; kritisch prüfen |
| Trade Republic | Bestätigt, aber ohne neues Statement | Noch offen (heute: 0 € Depot, 1 € pro Order) | Hatte „niedrigste Kosten“ versprochen — muss jetzt liefern |
| finanzen.net ZERO | Bestätigt, Warteliste online | Noch offen (heute: 0 € Depot, 0 € Sparplan) | Starkes Preis-Setup, aber kleineres ETF-Universum |
| DKB | Bestätigt, Warteliste online | Noch offen (heute: 0 € Sparplan-Ausführung) | Führt die klassischen Direktbanken an |
| ING | Wahrscheinlich, Warteliste | Noch offen (heute: 0,25 € Ausführung) | Etablierte Marke, vermutlich mittlere Preislage |
| Öffentliches Standarddepot | Start zum 1.1.2027 gefährdet | 1-%-Kostendeckel gesetzlich fix, Betreiber ungeklärt | Als Default gedacht — kommt aber womöglich zu spät |
Stand 19. September 2026. Außer bei Scalable und Smartbroker+ sind alle Angaben Absichtserklärungen oder Indikatoren aus dem heutigen Wertpapierdepot — keine zugesagten Konditionen. Verbindlich wird alles erst mit der Zertifizierung ab Herbst 2026. Wir aktualisieren laufend.
Bewusst nicht in der Tabelle: Versicherungsgesellschaften. Allianz, ERGO, AXA & Co. werden mit großer Wahrscheinlichkeit eigene Produkte launchen — vermutlich mit Versicherungsmantel. Aus Anlegersicht sind die typischerweise deutlich teurer als die Neobroker-Varianten. Wir nehmen sie in den Vergleich auf, sobald konkrete Konditionen vorliegen — und ordnen sie kritisch ein.
Worauf es bei der Anbieter-Auswahl ankommt
Die Auswahlkriterien sind ähnlich wie beim klassischen ETF-Depot — aber mit zwei Punkten speziell fürs Altersvorsorgedepot:
Depotkosten (Verwahrung): Bei den führenden Neobrokern erwarten wir 0 €. Bei Filialbanken 0,2–0,5 % p. a. Über 30 Jahre macht das einen fünfstelligen Unterschied — die ganze Mechanik dazu auf Kosten im Altersvorsorgedepot.
Sparplan-Konditionen: Wie viele ETFs sind im kostenlosen Sparplan? Wie hoch ist die Mindestrate? Gibt es Ausführungs-Gebühren? Für die meisten Anleger:innen wird ein einziger Welt-ETF reichen (siehe ETF-Auswahl im Altersvorsorgedepot) — Hauptsache, der gewünschte ETF ist überhaupt im Sparplan-Universum.
Riester-Übertragung: Ein zentraler Wechsel-Hebel. Wer einen alten Riester-Vertrag mitbringt, sollte vor Depoteröffnung prüfen, ob der Wunsch-Anbieter die Übertragung anbietet und was sie kostet. Details auf Riester-Wechsel.
Zertifizierungsstatus: Nur ein vom BMF / BaFin zertifizierter Anbieter darf das Altersvorsorgedepot anbieten. Die Zertifizierungsliste wird vom Bundeszentralamt für Steuern geführt — wir verlinken sie hier, sobald sie offiziell ist.
Auszahlphase: Oft übersehen, aber wichtig: Welche Auszahlungskonditionen bietet der Anbieter ab 65? Hohe Gebühren in der Entnahmephase können den günstigen Anspar-Tarif zunichte machen. Mehr dazu auf Auszahlphase.
Benutzerfreundlichkeit & App: Subjektiv, aber relevant — du wirst das Depot 30+ Jahre lang nutzen. Wer mit App und Web-Interface des Anbieters heute nicht zurechtkommt, wird es 2050 auch nicht.
Was macht das beste Altersvorsorgedepot aus?
Ein ehrlicher Hinweis vorweg: Wer heute schon einen Testsieger kürt, rät. Solange kein Anbieter Preise genannt hat, lässt sich das beste Altersvorsorgedepot nicht seriös benennen. Was sich aber schon sagen lässt, ist, woran du es erkennen wirst:

Die fünf Prüfpunkte
Daran erkennst du das beste Altersvorsorgedepot
- Effektivkosten unter 0,3 % pro Jahr — der Hebel, der über 30 Jahre fünfstellig wirkt
- Dein Wunsch-ETF im kostenlosen Sparplan — ein günstiges Depot ohne Welt-ETF nützt nichts
- Keine Gebühren in der Auszahlphase — hier verstecken sich die Kosten, die beim Abschluss niemand nennt
- Riester-Übertrag möglich — falls du einen Altvertrag mitbringst
- Anbieterwechsel ohne Drama — du bindest dich für Jahrzehnte, nicht für Monate
Sobald die ersten Konditionen vorliegen, bewerten wir jeden Anbieter genau an diesen fünf Punkten und küren den Goldesel-Testsieger an dieser Stelle.
Goldesel-Prognose für die Anbieter-Landschaft
Wir erwarten eine Drei-Klassen-Aufteilung des Marktes:
| Klasse | Anbieter-Typ | Effektivkosten p. a. | Wer wählt das? |
|---|---|---|---|
| A — Neobroker | Scalable, Trade Republic, finanzen.net ZERO | 0,15–0,35 % | Selbstentscheider:innen, ETF-erfahren |
| B — Direktbanken | DKB, ING, comdirect | 0,30–0,60 % | Bestandskund:innen mit Bündel-Beziehung |
| C — Versicherer | Allianz, ERGO, R+V | 0,80–2,00 % | Wer Beratung sucht und Provisionen akzeptiert |
Für die Goldesel-Leserschaft ist Klasse A der Default. Über 30 Jahre Anlagedauer macht der Kostenunterschied zwischen 0,2 % und 1,5 % rund 43.000 € weniger Endvermögen aus — siehe Langzeit-Tabelle auf Kosten.
Was wir tun, sobald Konditionen kommen
Sobald ein Anbieter seine finalen Konditionen veröffentlicht, ersetzen wir diesen Abschnitt durch:
- Vollständige Vergleichstabelle mit allen Kostenpositionen (Depot, Sparplan-Ausführung, ETF-Auswahl, Riester-Transfer, Rentenfaktor)
- Einzelbewertungen pro Anbieter mit Stärken-Schwächen-Profil
- Goldesel-Testsieger-Badge in mehreren Kategorien (Bester Allrounder / Beste ETF-Auswahl / Bester Riester-Übertrag / Bester Tarif bis 50 €/Monat)
- Affiliate-Links mit transparenter Kennzeichnung — wenn du über einen Goldesel-Link ein Depot eröffnest, finanziert das diesen Hub mit. Unsere Bewertung bleibt davon redaktionell unabhängig.
Auf der Strategie-Seite zeigen wir parallel, wie du den passenden Anbieter in eine Hybrid-Strategie aus Altersvorsorgedepot und klassischem ETF-Depot einfügst.
Zwischenlösung: Bis das Altersvorsorgedepot startet
Bis die ersten Konditionen kommen, ist die beste Vorbereitung ein klassisches ETF-Depot bei einem der Top-Neobroker. Damit baust du schon jetzt Vermögen am Kapitalmarkt auf — und kannst die monatliche Sparrate ab Januar 2027 wahlweise in dein bestehendes Depot oder ins neue Altersvorsorgedepot lenken.
Schon jetzt ein ETF-Depot eröffnen
Bis das Altersvorsorgedepot im Januar 2027 startet, baust du mit einem klassischen ETF-Depot schon Vermögen auf. Ab dann splittest du die Sparrate einfach auf — Altersvorsorgedepot für die Förderung, klassisches Depot für die Flexibilität.
Für einen vorgezogenen Rechen-Check nutze unseren Rechner — du kannst dort schon mit den voraussichtlichen Kostenwerten experimentieren.
Häufige Fragen zum Anbieter-Vergleich
- Weil erst zwei Anbieter Preise genannt haben: Scalable Capital am 21. August und Smartbroker+ am 8. September 2026 — beide mit einem Nulltarif-Paket. Die übrigen haben das Altersvorsorgedepot zwar bestätigt, aber noch nicht beziffert; Union Investment will im Herbst nachlegen. Sobald mehrere echte Tarife vorliegen, bekommt diese Seite die vollständige Vergleichstabelle. Verbindlich wird ohnehin alles erst mit der Zertifizierung ab Herbst 2026.
- Nach dem aktuellen Stand Scalable Capital: 0 € für Depotführung, Sparpläne und Trades, dazu maximal 0,15 % laufende Produktkosten pro Jahr — im ersten Jahr sogar 0 %. Damit liegt Scalable weit unter dem gesetzlichen 1-%-Deckel. Das ist allerdings der einzige Preis am Markt; finanzen.net ZERO und Trade Republic sind preislich ähnlich aufgestellt, haben sich aber noch nicht festgelegt. Letztlich entscheidet das Detail (ETF-Auswahl, Riester-Übertrag, Auszahlungskonditionen) — warte die Antworten der Wettbewerber ab, der Markt startet erst im Januar 2027.
- Wenn du noch kein ETF-Depot hast: Jetzt eröffnen, ETF-Sparplan starten, ab Januar 2027 entscheiden, wie du die Sparrate auf Altersvorsorgedepot und klassisches Depot aufteilst. Wenn du schon eines hast: Einfach abwarten, im Januar das geförderte Depot eröffnen, Sparplan-Aufteilung anpassen. Es gibt keinen Vorteil, voreilig einen Vorvertrag zu unterschreiben.
- Ja. Das Gesetz sieht einen Anbieterwechsel sowohl in der Anspar- als auch in der Auszahlphase ausdrücklich vor — vergleichbar mit dem heutigen Riester-Wechsel. In den ersten 5 Jahren kann der bisherige Anbieter eine Wechselgebühr von bis zu 150 € erheben, danach ist der Wechsel kostenlos. Du bist also nicht dauerhaft an deinen Erstanbieter gebunden.
- Sie werden eigene Produkte launchen — vermutlich mit Versicherungsmantel und Garantieoptionen. Für die meisten Anleger:innen sind das die teuersten Varianten (oft 0,8–2,0 % Effektivkosten gegenüber 0,15–0,35 % bei Neobrokern). Wer keine Beratung braucht und sich grundlegend mit ETFs auskennt, fährt mit einem Neobroker fast immer günstiger.
Quellen
- Altersvorsorgereformgesetz (BT-Drs. 21/4996) — Anbieter-Zertifizierung und Wechselregelungen
- Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) — Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) — wird die Anbieter-Zertifizierungsliste führen
- Goldesel-Depotvergleich — Stand-heute-Vergleich aller Broker für das klassische Wertpapierdepot
Stand: 19.09.2026 · Redaktion: Goldesel Redaktion