Big-Tech-Quartalszahlen: Alphabet, Microsoft, Meta und Amazon im Überblick
Aktien im Artikel
Die Big-Tech-Quartalszahlen für das dritte Quartal 2026 zeigen ein klares Muster: Das Cloud-Geschäft boomt bei allen großen Anbietern. Die Börse belohnt aber vor allem, wer den teuren KI-Ausbau aus dem laufenden Geschäft finanzieren kann. Alphabet erlebte deshalb trotz Rekordwachstum bei Google Cloud den größten Tagesverlust seit dem Börsengang. Microsoft hielt sich dagegen stabil. Wir gehen die Zahlen von Alphabet, Microsoft, Meta und Amazon einzeln durch und schauen, wo sich mögliche Kaufzonen befinden. Denn eines sollte klar sein, die Zukunft der Wirtschaft wird nicht gänzlich ohne die Big-Tech-Konzerne auskommen.
Alphabet: Google Cloud verdoppelt sich, der Cashflow rutscht ins Minus
Alphabet legte seine Zahlen am 28. Oktober nach US-Börsenschluss vor. Die wichtigsten Kennzahlen im dritten Quartal 2026:
- Umsatz: 127,6 Milliarden US-Dollar (+25 Prozent), knapp unter den Analystenschätzungen
- Google Cloud: 30,7 Milliarden US-Dollar (+103 Prozent)
- Google-Suche: 63,4 Milliarden US-Dollar (+12 Prozent)
- YouTube-Werbung: 11,2 Milliarden US-Dollar (+9 Prozent)
- Gewinn je Aktie: 2,12 US-Dollar (Analystenkonsens rund 3,01 US-Dollar)
- Investitionen: 51,4 Milliarden US-Dollar
- Free Cashflow: minus 9,1 Milliarden US-Dollar
Starke Cloud, schwächere Suche
Google Cloud hat den Umsatz im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Treiber waren laut Alphabet die Nachfrage nach KI-Infrastruktur, KI-Lösungen für Unternehmen und der Verkauf eigener TPU-Chipsysteme. Das ist das stärkste Wachstum in der Geschichte der Sparte.
Im Kerngeschäft lief es dagegen schwächer. Die Suche wuchs nur noch um 12 Prozent, nach 17 Prozent im Vorquartal. Analysten hatten mit rund 15 Prozent gerechnet. Auch YouTube-Werbung verlangsamte sich von 13 auf 9 Prozent. Da die Suche Alphabets größte Umsatzquelle ist, wiegt diese Abkühlung schwer. Zudem lag der Gewinn je Aktie deutlich unter den Erwartungen. Belastet wurde er unter anderem durch Bewertungsverluste bei Beteiligungen, darunter der Anteil an SpaceX.
Investitionen übersteigen den operativen Cashflow
Der eigentliche Auslöser des Kurssturzes war jedoch der Cashflow. Alphabet investierte im Quartal 51,4 Milliarden US-Dollar, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr (24,0 Milliarden US-Dollar). Der operative Cashflow betrug 42,3 Milliarden US-Dollar. Unterm Strich blieb ein negativer Free Cashflow von 9,1 Milliarden US-Dollar – bereits das zweite Minusquartal in Folge. Analysten hatten nur mit einem Abfluss von rund 2,7 Milliarden US-Dollar gerechnet.
Für 2026 bestätigte Alphabet die Investitionsprognose von 195 bis 205 Milliarden US-Dollar. Für 2027 kündigte Finanzchefin Anat Ashkenazi einen deutlichen weiteren Anstieg an, Details folgen mit den Zahlen zum vierten Quartal. Die Aktie schloss am 29. Oktober 12,6 Prozent tiefer bei 283,82 US-Dollar. Das war der stärkste Tagesverlust seit dem Börsengang 2004.
Alphabet Aktie Chartanalyse – Unterstützung naht

Die Alphabet Aktie hat nach den Zahlen massiv an Wert verloren und nähert sich nun der Unterstützung zwischen 271,50 und 279,30 USD. Ein möglicher Rebound wird durch viel Volumen über dem aktuellen Kursniveau erschwert. Der RSI ist mit 22,32 mittlerweile stark überverkauft. Bei einem Bruch der Unterstützung könnte die Aktie möglicherweise auch noch bis zur 200-Wochen-Linie bei aktuell rund 205 USD fallen – hier liegt eine weitere Unterstützungszone.
Microsoft: Azure beschleunigt auf 48 Prozent
Microsoft berichtete ebenfalls am 28. Oktober über das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2027, also die Monate Juli bis September 2026:
- Umsatz: 92,3 Milliarden US-Dollar (+19 Prozent), erwartet waren 90,7 Milliarden US-Dollar
- Bereinigter Gewinn je Aktie: 4,89 US-Dollar (erwartet: 4,73 US-Dollar)
- Azure: 33,2 Milliarden US-Dollar (+48 Prozent)
- Investitionen inklusive Finanzierungsleasing: 45,2 Milliarden US-Dollar (erwartet: 50,7 Milliarden US-Dollar)
- Free Cashflow: 18,6 Milliarden US-Dollar (−27 Prozent)
Azure erstmals in Dollar ausgewiesen
Mit der neuen Berichtsstruktur nennt Microsoft den Azure-Umsatz erstmals in Dollar. Damit lässt sich die Sparte direkt mit Google Cloud und AWS vergleichen. Azure ist inzwischen Microsofts größtes Einzelgeschäft und steht für rund 36 Prozent des Konzernumsatzes. Das Wachstum von 48 Prozent übertraf die eigene Prognose von 44 bis 45 Prozent. Für das laufende Quartal stellt Finanzchefin Amy Hood sogar 49 bis 50 Prozent Wachstum (währungsbereinigt) in Aussicht. Der kommerzielle Auftragsbestand stieg um 73 Prozent auf 677 Milliarden US-Dollar.
Weniger Investitionen als erwartet – wegen Engpässen bei Partnern
Die Investitionen lagen mit 45,2 Milliarden US-Dollar rund 5 Milliarden US-Dollar unter dem Konsens. Microsoft begründete das mit verzögerten Kapazitäten von Drittanbietern. Der Konzern hat also nicht freiwillig gespart. Entscheidend für Anleger: Der Free Cashflow sank zwar um 27 Prozent, blieb aber mit 18,6 Milliarden US-Dollar klar positiv. Genau das unterscheidet Microsoft von Alphabet. Die Aktie stieg nachbörslich zeitweise um bis zu 4 Prozent und notierte am 29. Oktober nahezu unverändert.
Microsoft Aktie Chartanalyse – der klare Outperformer

Die Microsoft Aktie hat sich von den Big-Techs aktuell am besten gehalten. Die Aktie notiert immer noch knapp unter der Widerstandszone zwischen 546,50 und 555,45 USD, die aus den letzten Allzeithochs entstanden ist. Ein Ausbruch ist im aktuellen Umfeld eher unwahrscheinlich, dennoch hat sich die Aktie nach den guten Zahlen deutlich stärker gehalten als die Konkurrenz. Ein Rücksetzer in Richtung der 50-Tage-Linie bei aktuell 512,50 USD könnte hier für einen Einstieg genutzt werden, sofern der Gesamtmarkt nicht vollkommen abschmiert.
Meta: Kräftiges Umsatzplus, Sonderkosten drücken den Gewinn
Meta hatte seine Zahlen bereits am 21. Oktober vorgelegt:
- Umsatz: 64,6 Milliarden US-Dollar (+26 Prozent), erwartet waren 63,3 Milliarden US-Dollar
- Werbeerlöse: 63,1 Milliarden US-Dollar
- Operativer Gewinn: 13,0 Milliarden US-Dollar (−37 Prozent)
- Gewinn je Aktie: 3,83 US-Dollar, ohne Sonderbelastung 7,40 US-Dollar
- Investitionen inklusive Finanzierungsleasing: 34,9 Milliarden US-Dollar
- Free Cashflow: minus 2,1 Milliarden US-Dollar
Werbegeschäft läuft, Rechtskosten belasten
Das Kerngeschäft ist stark. Meta zeigte 10 Prozent mehr Werbeanzeigen, der durchschnittliche Preis je Anzeige stieg um 14 Prozent. Täglich nutzten im Schnitt 3,64 Milliarden Menschen mindestens eine der Meta-Apps (+3 Prozent).
Der operative Gewinn brach dennoch um 37 Prozent ein. Grund ist vor allem eine Belastung von 9,89 Milliarden US-Dollar aus einem Vergleich mit US-Bundesstaaten zu den Folgen sozialer Medien für Jugendliche. Hinzu kamen höhere Kosten für Rechenzentren und KI. Die operative Marge halbierte sich auf 20 Prozent. Dass sich der Nettogewinn trotzdem mehr als verdreifachte, liegt an einer Steuerbelastung von knapp 16 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal.
Ausblick über den Erwartungen
Für das vierte Quartal erwartet Meta einen Umsatz von 73 bis 76 Milliarden US-Dollar. Die Mitte der Spanne liegt über den Analystenschätzungen. Die Investitionsprognose für 2026 grenzte Meta auf 135 bis 145 Milliarden US-Dollar ein. Ein Risiko bleibt die Rechtslage: Am selben Tag verurteilte ein Gericht Meta zu einer Zahlung von 25 Milliarden US-Dollar an den Bundesstaat New Mexico. Die Aktie stieg nach den Zahlen nachbörslich um 2,9 Prozent und hielt sich auch am 29. Oktober im Plus.
Meta Aktie Chartanalyse – deutlicher Rücksetzer vom Jahreshoch

Auch die Meta Aktie hat von ihren Jahreshochs einen kräftigen Rücksetzer hingelegt. Die Trendwende setzte schon kurz vor der Widerstandszone ein, die unter anderem aus dem aktuellen Allzeithoch vom August 2025 gebildet wurde. Die Aktie hat zuletzt die 50- und 200-Tage-Linie verloren und könnte wieder in Richtung der Unterstützung zwischen 520 und 541 USD fallen. Hier wäre eine positive Reaktion ein spannendes Einstiegsszenario.
Der aktuelle Chartbereich um 610 USD ist allerdings bereits stark umkämpft und hier liegt viel Volumen. Die nächsten Tage werden zeigen, ob sich die Aktie bereits hier stabilisiert oder ob es in Richtung der Unterstützung nach Süden geht.
Amazon: AWS wächst so schnell wie seit fast fünf Jahren nicht
Amazon legte seine Zahlen am Abend des 29. Oktober nach US-Börsenschluss vor:
- Umsatz: 201,9 Milliarden US-Dollar (+12 Prozent), knapp unter den Erwartungen von rund 202,2 Milliarden US-Dollar
- Gewinn je Aktie: 1,89 US-Dollar (erwartet: 1,96 US-Dollar)
- AWS: 46,0 Milliarden US-Dollar (+39 Prozent), erwartet waren 45,3 Milliarden US-Dollar
- Operativer Gewinn: 28,1 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 17,4 Milliarden US-Dollar)
- Werbeerlöse: 19,6 Milliarden US-Dollar (+11 Prozent)
- Free Cashflow (letzte zwölf Monate): minus 42,4 Milliarden US-Dollar
Rekordmarge, aber Umsatz und Gewinn knapp verfehlt
Operativ war das Quartal stark. Die operative Marge erreichte mit 13,9 Prozent einen Rekordwert, der operative Gewinn lag über Amazons eigener Prognose von 22,5 bis 26,5 Milliarden US-Dollar. AWS allein steuerte 17,8 Milliarden US-Dollar bei, nach 11,4 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Das Umsatzwachstum wurde dagegen durch die Verlegung des Prime Day ins zweite Quartal gebremst, laut Amazon um rund 4 Prozentpunkte. Der Nettogewinn sank leicht auf 20,7 Milliarden US-Dollar. Das Vorjahresquartal hatte allerdings einen Sondergewinn von 9,5 Milliarden US-Dollar aus der Anthropic-Beteiligung enthalten.
Hohe Investitionen belasten den Cashflow
Wie bei Alphabet richtet sich der Blick auf die Kosten des KI-Ausbaus. Auf Zwölfmonatssicht floss ein Free Cashflow von minus 42,4 Milliarden US-Dollar ab, nach einem Plus von 14,8 Milliarden US-Dollar ein Jahr zuvor. Für 2026 hält Amazon an Investitionen von rund 220 Milliarden US-Dollar fest. CEO Andy Jassy erwartet für AWS in den Jahren 2027 und 2028 jeweils mehr als 40 Prozent Wachstum. Für das vierte Quartal stellt Amazon einen Umsatz von 240 bis 247 Milliarden US-Dollar und einen operativen Gewinn von 28,5 bis 33,5 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die Aktie hatte schon im regulären Handel rund 4 Prozent verloren und gab nachbörslich um mehr als 7 Prozent nach.
Amazon Aktie Chartanalyse – nach den Zahlen in Richtung der Unterstützung

Auch die Amazon Aktie wurde nach den Quartalszahlen deutlich abgestraft. Die Aktie handelt nachbörslich (am 29. Oktober 2026, um 22:39 Uhr) bei 231,12 USD und damit nur knapp über der Unterstützung zwischen 220 und 226,50 USD.
Die aufsteigende Trendlinie (blau) wurde bereits vor den Quartalszahlen im normalen Handel deutlich gebrochen. Mit dem nachbörslichen Abverkauf hat sich das Chartbild weiter eingetrübt. Sollte die Unterstützung nicht halten, rücken auch schnell wieder die Jahrestiefs im Bereich der runden 200-USD-Marke in den Fokus.
Big-Tech-Quartalszahlen im Vergleich: Was Anleger mitnehmen sollten
| Unternehmen | Umsatz Q3 2026 | Cloud-Umsatz | Free Cashflow | Kursreaktion |
|---|---|---|---|---|
| Alphabet | 127,6 Mrd. USD (+25 %) | Google Cloud: 30,7 Mrd. USD (+103 %) | −9,1 Mrd. USD (Quartal) | −12,6 % am 29.10. |
| Microsoft | 92,3 Mrd. USD (+19 %) | Azure: 33,2 Mrd. USD (+48 %) | +18,6 Mrd. USD (Quartal) | nachbörslich bis +4 %, am 29.10. kaum verändert |
| Meta | 64,6 Mrd. USD (+26 %) | – | −2,1 Mrd. USD (Quartal) | +2,9 % nachbörslich am 21.10. |
| Amazon | 201,9 Mrd. USD (+12 %) | AWS: 46,0 Mrd. USD (+39 %) | −42,4 Mrd. USD (12 Monate) | -5 bis -7 % nachbörslich am 29.10. |
Die Zahlenrunde liefert drei Erkenntnisse. Erstens ist die Nachfrage nach Cloud- und KI-Kapazitäten ungebrochen: AWS (+39 %), Azure (+48 %) und Google Cloud (+103 %) wachsen rasant. Zweitens schaut der Markt immer genauer auf den Free Cashflow. Microsoft ist der einzige der vier Konzerne, der im Quartal deutlich mehr Geld verdiente, als er investierte. Dies spiegelte sich auch direkt in der Reaktion auf die Zahlen wider. Drittens hängt die Bewertung nicht nur an der Cloud. Bei Alphabet sorgte die schwächere Suche für zusätzliche Zweifel, bei Amazon das Handelsgeschäft.
Für Anleger heißt das: Hohes Wachstum allein reicht derzeit nicht. Entscheidend ist, wie schnell sich die Milliardeninvestitionen in zusätzlichen Cashflow verwandeln. Die heftigen Rücksetzer könnten jedoch auch gute Chancen für langfristig orientierte Investoren darstellen.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.
Häufige Fragen
Warum ist die Alphabet-Aktie nach den Quartalszahlen gefallen?
Alphabet meldete einen negativen Free Cashflow von 9,1 Milliarden US-Dollar, deutlich schlechter als erwartet. Dazu kamen ein schwächeres Wachstum der Google-Suche, ein Gewinn je Aktie unter den Prognosen und die Ankündigung noch höherer Investitionen für 2027.
Wie stark ist Microsoft Azure im dritten Quartal gewachsen?
Azure wuchs um 48 Prozent auf 33,2 Milliarden US-Dollar und lag damit über Microsofts eigener Prognose von 44 bis 45 Prozent.
Wie hat Meta im dritten Quartal 2026 abgeschnitten?
Meta steigerte den Umsatz um 26 Prozent auf 64,6 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn sank wegen einer Rechtsbelastung von 9,89 Milliarden US-Dollar um 37 Prozent.
Warum fiel die Amazon-Aktie trotz starkem AWS-Wachstum?
Umsatz und Gewinn je Aktie lagen knapp unter den Erwartungen, zudem rutschte der Free Cashflow auf Zwölfmonatssicht tief ins Minus. Das überlagerte das AWS-Wachstum von 39 Prozent.
Welcher Cloud-Anbieter ist der größte?
Gemessen am Quartalsumsatz liegt AWS mit 46,0 Milliarden US-Dollar vorn, vor Azure mit 33,2 Milliarden und Google Cloud mit 30,7 Milliarden US-Dollar. Die Abgrenzungen unterscheiden sich allerdings: Google Cloud enthält zum Beispiel auch die Workspace-Abos.