KI-Aktien im Ausverkauf: Panik oder Kaufchance?
In der aktuellen Ausgabe des Aktienpodcasts „Aktientalk“ sprechen unser Goldesel Michael Flender und Daniel von Investflow über den heftigen Ausverkauf bei KI-Aktien – und darüber, warum die operative Nachfrage trotzdem stark bleibt. Michael und Daniel...
Aktien im Artikel
In der aktuellen Ausgabe des Aktienpodcasts „Aktientalk“ sprechen unser Goldesel Michael Flender und Daniel von Investflow über den heftigen Ausverkauf bei KI-Aktien – und darüber, warum die operative Nachfrage trotzdem stark bleibt.
Michael und Daniel nehmen außerdem die Zahlen von SAP, Bloom Energy und Meta unter die Lupe, erklären, worauf es bei den Quartalsberichten von Microsoft, Amazon und Alphabet ankommt, und werfen einen Blick auf den Luxussektor rund um Kering, L’Oréal und LVMH.
Welche KI-Aktien nach dem Rücksetzer interessant sein könnten und wo das größte Risiko lauert, das und vieles mehr erfahrt ihr in der aktuellen Podcast-Episode bei Apple Podcasts, Spotify oder direkt bei YouTube.
Key Takeaways
- Der Abverkauf bei KI-Infrastruktur trifft bislang auf weiterhin starke operative Nachfrage.
- Finanzierungsbedarf und steigende Investitionen sind zentrale Risiken hinter der aktuellen Skepsis.
- Speicherhersteller, Ausrüster und Neoclouds unterscheiden sich deutlich bei Geschäftsmodell und Finanzierungsrisiko.
- Starke Cloudzahlen der Hyperscaler könnten die Stimmung gegenüber KI-Zulieferern wieder verbessern.
Der Markt dreht nicht überall nach unten
Wer nur auf einen großen Index schaut, bekommt derzeit schnell ein falsches Bild. Am besprochenen Donnerstag lag die Nasdaq zeitweise mehr als drei Prozent im Minus und schloss ungefähr 2,9 Prozent tiefer. Der Dow Jones hielt sich dagegen leicht im Plus.
Dahinter steckt eine massive Verschiebung. Defensive Titel wie Procter & Gamble, Coca-Cola, Walmart und Johnson & Johnson waren gefragt. Gleichzeitig legten auch Softwarewerte deutlich zu: Adobe ungefähr sechs Prozent, Intuit knapp sechs Prozent, ADP rund fünf Prozent und Roper Technologies sogar etwa neun Prozent.
Auf der anderen Seite standen unter anderem Lumentum mit rund elf Prozent Verlust sowie Teradyne und Seagate mit ebenfalls kräftigen Abschlägen. Gerade Seagate hatte starke Zahlen und einen starken Ausblick geliefert. Das half trotzdem nicht.
Deshalb ist die Aussage „Im Index ist doch kaum etwas passiert“ wenig hilfreich. Unter der Oberfläche kann längst ein ausgewachsener Ausverkauf laufen. Ein Dividendendepot kann am Allzeithoch stehen, während ein techniklastiges Tradingdepot ordentlich Federn lässt. Beides passt gerade problemlos zusammen.
Wenn gute Nachrichten nicht mehr belohnt werden
Das Muster kennen wir aus der vorherigen Schwächephase bei Softwareaktien. Irgendwann wird jede Meldung negativ ausgelegt. Gute Ergebnisse reichen nicht mehr, weil der Markt nach dem nächsten Problem sucht.
Dazu kommen mögliche Verstärker: erst Gewinnmitnahmen, dann ausgelöste Stop-Loss-Orders, anschließend weitere Verkäufe und Shortpositionen. Im Gespräch wurde auf außergewöhnlich hohe Shortaktivität in den Büchern von Goldman-Sachs verwiesen. Das kann Abwärtsbewegungen verschärfen, beweist aber weder einen unmittelbar bevorstehenden Boden noch einen fundamentalen Zusammenbruch.
Eine Aktie fällt nicht automatisch deshalb, weil ihr Geschäft plötzlich schlechter geworden ist. Aber umgekehrt ist ein Kursrutsch auch nicht automatisch irrational. Man muss schon genauer hinschauen.
Das eigentliche KI-Risiko: Wer finanziert den weiteren Ausbau?
Die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz und entsprechend nach KI-Aktien wirkt weiterhin enorm. Leistungsfähigere Modelle, Bildgenerierung, KI-Assistenten und perspektivisch Robotik brauchen Rechenleistung, Speicher und Energie. Wer diese Werkzeuge selbst intensiv nutzt, kann durchaus sehr optimistisch auf die technologische Entwicklung blicken.
Nur beantwortet das noch nicht die entscheidende Börsenfrage: Wer bezahlt den nächsten Wachstumsschritt?
Der Ausbau der KI-Infrastruktur verschlingt gewaltige Summen. Große Cloudkonzerne investieren kräftig, spezialisierte Anbieter benötigen zusätzliches Kapital, und private KI-Unternehmen sind auf Finanzierungsrunden angewiesen. Wird dieses Geld knapper oder teurer, kann die Branche trotz hoher Nachfrage vorübergehend auf die Bremse treten müssen.
Genau darin liegt das mögliche Gegenargument zu den vollen Auftragsbüchern. Ein Auftrag ist wertvoll. Seine wirtschaftliche Qualität hängt aber auch davon ab, ob der Kunde ihn finanzieren und umsetzen kann.
Für Michael und Daniel gehört deshalb beides zusammen: langfristiger Optimismus für KI und kurzfristige Vorsicht bei Geschäftsmodellen, die dauerhaft auf frisches Fremd- oder Eigenkapital angewiesen sind. Das ist kein Widerspruch.
Niedrige KGVs sind interessant, aber keine Versicherung
Nach den Rückgängen wirkten einige Bewertungen auf dem Papier ausgesprochen günstig. Für Meta und Nvidia wurden erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnisse unter 20 diskutiert. Bei Speicherherstellern lagen die genannten Multiplikatoren teilweise noch deutlich darunter.
Das ist eine andere Ausgangslage als bei Softwareunternehmen, die selbst am Tiefpunkt noch ambitioniert bewertet waren. Trotzdem gilt gerade bei Halbleitern: Das Geschäft ist zyklisch. Ein niedriges KGV hilft wenig, wenn die zugrunde gelegten Gewinne später deutlich sinken.
Das optimistische Argument lautet aktuell, dass Hersteller und Ausrüster weiterhin von langfristiger Nachfrage und weitreichender Kapazitätsplanung berichten. Bei Unternehmen wie Micron, SK Hynix und TSMC deuteten die diskutierten Aussagen nicht auf einen unmittelbar bevorstehenden Nachfrageeinbruch hin.
Ein abrupter Gewinneinbruch ist damit zwar nicht ausgeschlossen, er widerspräche aber dem, was die Unternehmen bislang kommuniziert haben. Genau diese Lücke zwischen Kursentwicklung und operativen Aussagen macht die Lage spannend.
Software feiert ihr Comeback: Was SAP jetzt zeigt
SAP lieferte ein starkes Quartal mit mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz. Über die Hälfte stammte inzwischen aus dem Cloudgeschäft. Der kurzfristige Cloud-Auftragsbestand wuchs währungsbereinigt um 26 Prozent auf rund 24 Milliarden Euro.
Das passt ziemlich schlecht zu der zwischenzeitlichen Vorstellung, etablierte Unternehmenssoftware werde durch KI einfach überflüssig. Bislang zeigen die Zahlen eher anhaltende Nachfrage als eine plötzliche Verdrängung.
SAP sitzt tief in den Geschäftsprozessen großer Unternehmen. Dazu kommt ein wertvoller Datenbestand. Wer KI in kritischen Unternehmensabläufen einsetzen möchte, braucht nicht nur leistungsfähige Modelle, sondern auch verlässliche Zugriffsrechte, Datenkontrolle und eine vertrauenswürdige technische Grundlage.
Gerade die Sorge, sensible Daten könnten unkontrolliert abfließen oder falsch verwendet werden, ist für Unternehmen ein echtes Thema. Deshalb ist es plausibel, dass etablierte Softwareanbieter mit bestehenden Kundenbeziehungen und integrierten Lösungen profitieren können.
Wer die Geschäftsentwicklung selbst nachvollziehen möchte, findet die Veröffentlichungen auf der Berichtsseite von SAP.
Gute Aktie heißt nicht: jedem Kurs hinterherlaufen
Nach einer Erholung von ungefähr 70 Prozent vom Tief würden wir SAP nicht mehr blind hinterherlaufen. Gute langfristige Position und attraktiver Neueinstieg sind eben zwei unterschiedliche Fragen.
Auch im Ausblick gab es Punkte, die bei schlechter Stimmung problemlos als Verkaufsargument gedient hätten. Das vierte Quartal ist besonders wichtig und steht nach den besprochenen Aussagen für ungefähr die Hälfte der jährlichen Buchungen. Geopolitische Unsicherheit, hohe Ölpreise und vorsichtigere Kunden können deshalb relevant werden.
Momentan honoriert der Markt die positiven Aspekte. Vor einigen Monaten hätte er sich vermutlich auf jedes kleine Aber gestürzt. Genau das zeigt, wie stark die Stimmung die kurzfristige Kursreaktion beeinflusst.
Die Lehre lässt sich auch auf ServiceNow und Salesforce übertragen: In einer extrem negativen Phase muss man nicht den exakten Tiefpunkt treffen, damit eine gute Investition daraus wird. Man braucht allerdings eine tragfähige Einschätzung des Geschäfts und ausreichend Geduld.
Bloom Energy: Monsterwachstum am Stromengpass
Bloom Energy ist ein besonders anschauliches Beispiel für die aktuelle Situation. Die besprochenen Quartalszahlen enthielten:
- 138 Prozent Umsatzwachstum auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar.
- Eine Bruttomarge von etwa 34 Prozent.
- Ein operatives Ergebnis von rund 225 Millionen US-Dollar.
Das ist nicht bloß eine Geschichte über möglicherweise irgendwann entstehende Gewinne. Hier wurde bereits ein deutlich positives operatives Ergebnis berichtet.
Spannend ist vor allem die Rolle im Ausbau von Rechenzentren. Chips allein reichen nicht, wenn die Stromversorgung fehlt. Überlastete Netze oder lange Wartezeiten für Anschlüsse können den Einsatz vorhandener Rechenleistung ausbremsen.
Bloom Energy bietet mit seinen Brennstoffzellensystemen eine Möglichkeit zur Stromerzeugung vor Ort. Das kann helfen, die Abhängigkeit vom klassischen Netzanschluss zu verringern. Oracle wurde als wichtiger Kunde genannt.
Besonders bemerkenswert: Nach den diskutierten Unternehmensangaben wuchsen Pipeline und Auftragsbestand weiterhin schneller als der Umsatz. Bei einem Umsatzplus von 138 Prozent ist das schon eine Ansage. Informationen zum Unternehmen und seinen Veröffentlichungen bietet die Investor-Relations-Seite von Bloom Energy.
Trotzdem schützt selbst dieses Wachstum nicht vor einem schwachen Börsenumfeld. Eine kleine Einstiegsposition kann deshalb etwas völlig anderes sein als die Überzeugung, jetzt bereits den sicheren Boden gefunden zu haben.
Meta und die Hyperscaler: Was die Stimmung drehen könnte
Meta lieferte ebenfalls starke operative Zahlen. Der kritische Punkt waren die weiter steigenden Investitionen und ein negativer freier Cashflow im besprochenen Quartal. Nach einer zunächst positiven Reaktion folgte ein zweistelliger Kursrückgang.
Das zeigt den Konflikt ziemlich deutlich: Anleger möchten KI-Wachstum sehen, werden bei dessen Finanzierung aber zunehmend ungeduldig. Hohe Investitionen sind nicht automatisch schlecht. Entscheidend ist, ob daraus belastbare zusätzliche Erträge entstehen.
Deshalb standen die anstehenden Berichte von Microsoft, Amazon und Alphabet besonders im Fokus. Drei Fragen sind dabei wichtiger als jede einzelne Schlagzeile:
- Wie stark wachsen Azure, AWS und Google Cloud? Die Umsätze müssen zeigen, ob sich die hohe Nachfrage tatsächlich im Geschäft niederschlägt.
- Was sagen die Konzerne über verfügbare Kapazitäten? Bleibt Rechenleistung knapp, stützt das grundsätzlich die Nachfrage nach Infrastruktur.
- Wie entwickeln sich die Investitionspläne? Weitere Ausgaben könnten Zulieferer stützen, müssen aber zugleich wirtschaftlich nachvollziehbar bleiben.
Unsere Erwartung im Gespräch war eher optimistisch: starke Cloudzahlen und weiterhin hohe Investitionen. Das war ausdrücklich eine Einschätzung, kein bereits bekanntes Ergebnis.
Wenn die Hyperscaler überzeugend zeigen, dass das Wachstum die Investitionen rechtfertigt, könnte das auch Nvidia, Broadcom, Energieanbieter und spezialisierte Cloudunternehmen kurzfristig entlasten. Wenn nicht, bleibt die Finanzierungsfrage auf dem Tisch.
Welche KI-Aktien nach dem Rücksetzer interessant sind
Bei den besprochenen Rückgängen hatte der Halbleiterindex SOX ungefähr ein Viertel seines Höchststands verloren. Einzelne Aktien lagen noch deutlich weiter darunter. SK Hynix wurde mit rund 55 Prozent Abstand zum Hoch genannt, Nebius und Vertiv mit ungefähr 50 Prozent, Micron mit etwa 30 bis 35 Prozent.
Solche Bewegungen schaffen neue Einstiegsmöglichkeiten. Sie machen aber nicht sämtliche Geschäftsmodelle gleich attraktiv.
Speicher und etablierte Infrastruktur
Micron und SK Hynix standen wegen der gefallenen Kurse, niedrigen rechnerischen Bewertungen und weiterhin starken Nachfrageaussagen im Fokus. Der zentrale Prüfpunkt bleibt, ob die erwarteten Gewinne tatsächlich nachhaltig sind.
Nvidia und Broadcom gehören ebenfalls auf die Liste, wenn man auf weitere Investitionen in KI-Rechenzentren setzt. Vertiv bietet einen anderen Zugang zur Infrastruktur. Wichtig ist jeweils, nicht bloß auf den Abstand zum Höchstkurs zu schauen, sondern auf Erwartungen und operative Entwicklung.
Ausrüster, Vernetzung und Stromversorgung
ASML und Lam Research sind als Halbleiterausrüster interessant. Sie hängen an den Investitionsplänen der Hersteller, haben aber eine andere Position in der Wertschöpfungskette als reine Chipdesigner.
Marvell und Lumentum adressieren unter anderem die Vernetzung leistungsfähiger Rechenzentren. Je mehr Rechenleistung zusammenarbeitet, desto wichtiger wird schnelle Datenübertragung. Optische Verbindungen sind dabei ein relevantes Thema.
Bloom Energy wiederum steht für den Stromengpass. Es lohnt sich, diese Bereiche getrennt zu analysieren, statt alles unter „KI-Aktien“ zusammenzuwerfen.
Neoclouds: viel Erholungspotenzial, viel Finanzierungsrisiko
Bei Nebius und CoreWeave ist die Lage besonders heiß. Eine Stimmungsaufhellung kann starke Gegenbewegungen auslösen. Gleichzeitig ist der Zugang zu neuem Kapital ein wesentlicher Risikofaktor.
Nebius hatte nach den besprochenen Informationen gerade eine Kreditlinie über 3,5 Milliarden US-Dollar von Citi gesichert. Das zeigt verfügbaren Finanzierungszugang, macht das Geschäftsmodell aber nicht automatisch risikolos.
Blindes Nachkaufen wäre hier deshalb die falsche Schlussfolgerung. Eine halbierte Aktie kann sich kräftig erholen. Sie kann aber auch noch einmal halbieren.
Luxusaktien: Nicht alles leidet gleich stark
Abseits der KI-Aufregung lohnt sich der Blick auf den Luxussektor. Kering meldete im besprochenen Quartal einen Umsatzrückgang von einem Prozent, Gucci lag sechs Prozent zurück. Angesichts der bereits schwachen Ausgangsbasis war das wenig überzeugend.
L’Oréal wuchs dagegen vergleichbar um 7,2 Prozent. Auch bei LVMH zeigten sich Unterschiede zwischen den Sparten: Schönheitspflege und Schmuck liefen besser, während Mode und Lederwaren stärker unter Druck standen.
Das spricht gegen die einfache These, Luxus funktioniere generell nicht mehr. Unterschiedliche Preispunkte spielen offenbar eine Rolle. Ein hochwertiges Kosmetikprodukt ist finanziell eben eine andere Entscheidung als eine teure Handtasche.
LVMH, Hermès und andere Qualitätsunternehmen können nach schwachen Kursphasen für langfristige Anleger interessant werden. Nur sollte man hier Geduld mitbringen. Ein gutes Unternehmen muss nicht schon im nächsten Quartal eine gute Aktie sein.
Chancen nutzen, ohne den Boden erraten zu müssen
Unsere grundsätzliche Einschätzung bleibt: Der scharfe Rücksetzer kann Chancen eröffnen. Die operative Nachfrage vieler KI-Zulieferer wirkt bislang deutlich robuster, als es manche Kursbewegung vermuten lässt.
Trotzdem muss niemand nach der ersten heftigen roten Kerze voll investiert sein. Cash schafft Handlungsspielraum. Kleine Positionen erlauben einen Einstieg, ohne bereits alles auf eine sofortige Trendwende zu setzen. Und kurzfristige Trades sollten gedanklich von langfristigen Beteiligungen getrennt bleiben.
Der entscheidende Punkt ist nicht, ob eine Aktie gestern zehn Prozent gefallen ist. Entscheidend ist, ob das Geschäft die Erwartungen tragen kann, die Finanzierung funktioniert und der Preis zum Risiko passt.
Und dann darf die Börse auch einmal zwei Tage Pause haben. Nicht ins Depot zu schauen beseitigt zwar keine Verluste. Es hilft aber manchmal dabei, die nächste Entscheidung etwas nüchterner zu treffen.
Werbung: Anlegerstrategien bei Wikifolio nachvollziehen
Bei unserem Partner Wikifolio lassen sich nach kostenloser Registrierung unter anderem „Stock Insights“, Ranglisten und Kommentare zu veröffentlichten Strategien nutzen. Gerade in turbulenten Phasen ist interessant, wer Positionen reduziert, Rücksetzer kauft oder eine höhere Cashquote hält. Das ist kein Ersatz für die eigene Analyse, kann aber zusätzliche Perspektiven liefern.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: Bloom Energy.
Häufige Fragen
Warum sind KI-Aktien zuletzt so stark gefallen?
Hauptgrund ist die Sorge um die Finanzierung des weiteren KI-Ausbaus. Steigende Investitionen, negativer freier Cashflow wie bei Meta und der Kapitalbedarf spezialisierter Anbieter verunsichern Anleger. Gewinnmitnahmen, Stop-Loss-Verkäufe und hohe Shortaktivität verstärken die Bewegung.
Ist die Nachfrage nach KI-Infrastruktur eingebrochen?
Bislang nicht. Unternehmen wie Micron, SK Hynix und TSMC berichten weiterhin von starker, langfristiger Nachfrage. Bloom Energy meldete sogar ein Umsatzplus von 138 Prozent.
Sind KI-Aktien nach dem Rücksetzer jetzt günstig?
Einige wirken auf dem Papier günstig. Für Meta und Nvidia werden erwartete KGVs unter 20 genannt. Halbleiter sind jedoch zyklisch. Ein niedriges KGV schützt nicht, wenn die erwarteten Gewinne später sinken.
Welche KI-Aktien sind nach dem Rücksetzer interessant?
Im Fokus stehen Speicherhersteller wie Micron und SK Hynix sowie Nvidia, Broadcom und Vertiv. Dazu kommen Ausrüster wie ASML und Lam Research, Vernetzungsspezialisten wie Marvell und Lumentum und Bloom Energy als Stromversorger. Die Bereiche sollten getrennt analysiert werden.
Was ist das Risiko bei Neoclouds wie Nebius und CoreWeave?
Sie haben großes Erholungspotenzial, sind aber stark auf frisches Kapital angewiesen. Eine halbierte Aktie kann sich kräftig erholen, aber auch noch einmal halbieren.
Ist Software durch KI bedroht?
Die SAP-Zahlen sprechen eher dagegen. Über die Hälfte des Umsatzes stammt aus der Cloud, und der Cloud-Auftragsbestand wuchs um 26 Prozent. Etablierte Anbieter profitieren von tiefer Integration in Unternehmensprozesse und vertrauenswürdigem Datenzugriff.
Worauf kommt es bei den Zahlen von Microsoft, Amazon und Alphabet an?
Entscheidend sind drei Punkte: das Wachstum von Azure, AWS und Google Cloud, die Aussagen zu verfügbaren Rechenkapazitäten und die künftigen Investitionspläne. Überzeugen die Hyperscaler, könnte das auch KI-Zulieferer entlasten.