Österreichische Post Aktie: Analyse bestätigt Kaufen vor Q3-Zahlen
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Das Wichtigste in Kürze
- Eine am 29. Oktober veröffentlichte Analyse bestätigt für die Österreichische Post die Kaufempfehlung und ein 12-Monats-Kursziel von 38 Euro.
- Für das dritte Quartal werden 758 Millionen Euro Umsatz und 35 Millionen Euro operatives EBIT erwartet.
- Ein geschätzter Netto-Sondereffekt von 28 Millionen Euro könnte das berichtete EBIT auf rund 63 Millionen Euro heben.
- Die Post veröffentlicht ihre Q3-Zahlen am 12. November; die Folgen der österreichischen Paketsteuer für Q4 gelten noch als unklar.
Marktanalyse & Details
Briefgeschäft und Pakete im Fokus
Die Analysten erwarten, dass sich der Rückgang im Briefgeschäft im dritten Quartal auf etwa 3 bis 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr verlangsamt. Im ersten Halbjahr hatte das Minus noch 7 bis 8 Prozent betragen. Als kurzfristige Stütze gilt die Erhöhung des Portos für Premiumbriefe von 1,30 auf 1,90 Euro ab 1. August. Der strukturelle Druck durch die zunehmende Digitalisierung bleibt jedoch bestehen.
Im Paketgeschäft rechnen die Analysten mit weiterem Volumenwachstum. Belastungen sehen sie durch den Wegfall von Freigrenzen für Sendungen aus China, besonders in Mittel- und Osteuropa sowie der Türkei. Auch die seit 1. Oktober in Österreich geltende Paketsteuer von 2 Euro je Paket beziehungsweise 2,40 Euro inklusive Umsatzsteuer könnte das Geschäft beeinflussen. Die Auswirkungen auf Volumen und Sendungsmix seien bislang schwer einzuschätzen.
Prognose und mögliche Sondereffekte
Die Quartalsschätzung liegt bei 758 Millionen Euro Umsatz, ein Plus von 4,8 Prozent zum Vorjahresquartal. Das operative EBIT wird mit rund 35 Millionen Euro angesetzt, nach 41 Millionen Euro im dritten Quartal 2025. Das berichtete EBIT könnte dagegen laut Analyse etwa 63 Millionen Euro erreichen.
Hinter der Differenz steht vor allem eine erwartete Auflösung von Rückstellungen: Für eine Zahlung von 47,8 Millionen Euro an Sozialabgaben für Beamte aus den Jahren 1996 bis 2008 waren rund 96 Millionen Euro zurückgestellt. Daraus könnte sich ein positiver Effekt von etwa 48 Millionen Euro ergeben. Dem stehen mögliche Wertberichtigungen von rund 20 Millionen Euro gegenüber. Der daraus abgeleitete Nettoeffekt von etwa 28 Millionen Euro ist eine Analystenschätzung und noch kein bestätigtes Quartalsergebnis.
Als weitere mögliche Ertragsstützen nennt die Analyse die zugekauften Aktivitäten im Bereich Logistic Solutions und die bank99. Bei Logistic Solutions wird mit einer Marge von 10 Prozent gerechnet; die Bank könnte vom höheren Zinsniveau profitieren.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass das berichtete EBIT im Q3 die laufende operative Entwicklung deutlich überzeichnen könnte. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass bereinigte Kennzahlen und der Ausblick für das vierte Quartal wichtiger sind als ein einzelner, durch Rückstellungsauflösung geprägter Ergebniswert. Die Kaufempfehlung und das Kursziel von 38 Euro wurden bestätigt. Beim Kurs von 31,20 Euro am 29. Oktober um 13:40 Uhr entspricht das rechnerisch einem Abstand von rund 21,8 Prozent zum Kursziel; diese Differenz ist keine Renditeprognose und berücksichtigt weder Dividenden noch Kursrisiken.
Fazit & Ausblick
Der nächste konkrete Prüfstein sind die Q3-Zahlen am 12. November. Entscheidend werden die tatsächliche operative Entwicklung im Brief- und Paketgeschäft sowie die Einordnung der Sondereffekte sein. Für Q4 bleibt außerdem abzuwarten, ob die Paketsteuer das Versandvolumen oder den Sendungsmix spürbar verändert.
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