Oktoberfest: Münchner Brauereien sehen eigenes alkoholfreies Wiesnbier skeptisch

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Vertreter der Münchner Brauereien halten ein eigens gebrautes alkoholfreies Wiesnbier derzeit nicht für sinnvoll.
  2. Sie verweisen auf den traditionellen Charakter des Wiesnbiers und mögliche geschmackliche Nachteile beim Entalkoholisieren.
  3. Alkoholfreies Bier gewinnt auf dem Oktoberfest an Bedeutung; 2025 lag sein Anteil laut Bericht bei 4,5 Prozent.
  4. Die Brauereien halten ihr reguläres alkoholfreies Sortiment für ausreichend.

Marktanalyse & Details

Tradition und Geschmack sprechen gegen eine Sonderedition

Die sechs im Verein Münchener Brauereien organisierten Unternehmen brauen für das Oktoberfest jedes Jahr ein eigenes Festbier. Ein alkoholfreies Pendant sehen Vereinsvorstand Martin Leibhard und Geschäftsführer Andreas Maisberger jedoch nicht als überzeugende Ergänzung. Wiesnbier stehe traditionell für höhere Stammwürze und mehr Alkohol als ein gewöhnliches Helles, Export- oder Lagerbier, argumentiert Leibhard.

Technisch lasse sich ein stärker eingebrautes Bier zwar nachträglich entalkoholisieren. Leibhard befürchtet dabei jedoch Einbußen beim Geschmack und verweist zudem auf zusätzlichen Aufwand sowie technische und rechtliche Hürden. Maisberger sieht ebenfalls keinen qualitativen Vorteil, der die separate Herstellung rechtfertige.

Alkoholfreies wächst, aber noch ohne eigenes Wiesn-Rezept

Auf dem Oktoberfest werden jährlich insgesamt rund sieben Millionen Liter Bier ausgeschenkt. Der Anteil alkoholfreier Varianten lag 2025 bei 4,5 Prozent. Zugleich greifen der Entwicklung zufolge zunehmend Gäste zu alkoholfreien Bieren aus dem regulären Sortiment der Brauereien.

Die Münchner Brauer haben eine lange Verbindung zu dieser Produktkategorie: Der Bericht beschreibt, wie sich alkoholfreies Weißbier ab Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre in München etablierte. Bei der Herstellung kommen heute sowohl die Entalkoholisierung als auch Verfahren mit gestoppter Gärung zum Einsatz.

Analysten-Einordnung: Die skeptische Haltung zeigt den Zielkonflikt zwischen wachsender Nachfrage nach alkoholfreien Getränken und dem Anspruch, eine traditionsgebundene Festbier-Kategorie geschmacklich und wirtschaftlich stimmig zu halten. Für die Brauereien dürfte es vorerst naheliegender sein, bestehende alkoholfreie Produkte anzubieten, statt eine zusätzliche Wiesn-Sonderedition mit eigenem Produktionsaufwand einzuführen. Der steigende Anteil ist ein Marktsignal, belegt für sich genommen aber noch keine ausreichende Nachfrage nach einem speziell gebrauten alkoholfreien Wiesnbier.

Fazit & Ausblick

Ein eigenes alkoholfreies Wiesnbier ist nach den Aussagen der Brauereivertreter derzeit nicht absehbar. Beobachtenswert bleibt, ob der Anteil alkoholfreier Getränke auf dem Oktoberfest weiter wächst und damit den Aufwand einer speziell für das Fest entwickelten Variante künftig attraktiver macht.

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