EU verschiebt Tesla-FSD-Abstimmung auf frühestens Dezember – Aktie gibt nach Semi-Start nach
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die EU plant am 6. Oktober zunächst weitere Gespräche über Teslas supervised Full Self-Driving, eine Abstimmung ist frühestens im Dezember möglich.
- Für eine EU-weite Genehmigung wäre eine qualifizierte Mehrheit von 15 Mitgliedstaaten nötig, die 65 Prozent der Bevölkerung vertreten.
- Tesla hat erste Semi-Kundenlieferungen gestartet und plant für das Werk in Nevada eine Kapazität von bis zu 50.000 Lkw pro Jahr.
- Die Tesla-Aktie notierte am 25. September um 18:42 Uhr bei 326,50 Euro und lag 1,58 Prozent im Minus.
Marktanalyse & Details
FSD-Entscheidung rückt weiter nach hinten
Die EU hat eine mögliche Abstimmung über Teslas überwachtes Fahrerassistenzsystem FSD offenbar nicht für den 6. Oktober angesetzt. Auf der Tagesordnung des zuständigen Ausschusses stehen für diesen Termin weitere Beratungen über den Antrag der niederländischen Zulassungsbehörde RDW. Der nächste reguläre Sitzungstermin nach Oktober ist im Dezember – damit wäre eine Entscheidung frühestens dann möglich.
Die RDW hatte das System im April genehmigt und strebt eine Ausweitung auf die gesamte EU an. Eine solche Zulassung benötigt eine qualifizierte Mehrheit: Mindestens 15 der 27 Mitgliedstaaten müssen zustimmen und zusammen mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung vertreten. Einige Länder äußerten Bedenken, unter anderem mit Blick auf mögliche Geschwindigkeitsüberschreitungen. Auch bei einer Genehmigung bliebe die Verantwortung für die Einhaltung der Verkehrsregeln bei den Fahrern.
Semi startet, Produktionsziele bleiben ein Prüfstein
Parallel beginnt Tesla mit den ersten Kundenauslieferungen seines elektrischen Semi. Das Werk in Nevada soll perspektivisch bis zu 50.000 Fahrzeuge jährlich produzieren können. Eine Verlader-Allianz hat nach vorliegenden Angaben 2.500 Lkw bestellt; daraus lässt sich jedoch noch nicht ableiten, wie schnell Tesla die Produktion hochfahren oder die geplante Kapazität auslasten kann.
Auch beim humanoiden Roboter Optimus steht der Übergang von der Produktionsausweitung zur verlässlichen Fertigung im Fokus. Berichten zufolge wurde die Produktion in den vergangenen Monaten ungefähr verzehnfacht. Tesla strebt bis zum Jahresende eine Fertigungslinie an, die mehr als 1.000 Roboter pro Woche herstellen kann. Zugleich werden Engpässe bei komplexen Roboterhänden, Fertigungsanlagen und Zulieferern beschrieben.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass Teslas Wachstumsstory zunehmend an der Umsetzung konkreter Ziele gemessen wird: beim regulatorischen Zugang für FSD ebenso wie bei der Serienfertigung von Semi und Optimus. Für Anleger bedeutet die Verschiebung der EU-Entscheidung vor allem, dass ein möglicher zusätzlicher Absatzimpuls in Europa später kommen könnte. Beim Semi sind die angekündigte Werkskapazität und die Bestellung zwar wichtige Signale, aber noch kein Beleg für eine dauerhaft hohe Produktion oder profitable Auslastung.
Der Rückgang der Aktie um 1,58 Prozent am Freitag fällt zeitlich mit dem Start des Semi und der verschobenen FSD-Abstimmung zusammen. Die Tagesbewegung allein belegt jedoch nicht, dass ein einzelnes Ereignis den Kursrückgang verursacht hat.
Fazit & Ausblick
Im Dezember könnte sich frühestens zeigen, ob die EU-Staaten über eine unionsweite FSD-Zulassung abstimmen. Für den Semi werden die tatsächliche Produktionsrampe, Kundenauslieferungen und Angaben zu Preisen entscheidend sein. Bei Optimus bleibt zu beobachten, ob Tesla die gemeldeten Fertigungsengpässe beheben und das angestrebte Wochenvolumen erreichen kann.
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