Micron-Aktie vor Quartalszahlen: Nvidia-Rubin-Ramp verschiebt Milliardenumsätze ins Geschäftsjahr 2027
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Analyst erwartet, dass sich mehrere Milliarden Dollar Umsatz bei Micron ins spätere Geschäftsjahr 2027 verschieben.
- Der Hochlauf von Nvidias Rubin-Plattform dürfte laut Einschätzung erst im April an Fahrt gewinnen und HBM4 zunächst nur begrenzt zum Umsatz beitragen.
- Für HBM4 werden durchschnittliche Verkaufspreise von mehr als 50 Prozent über dem Niveau der aktuellen HBM3e-Technologie erwartet.
- Micron legt am 30. September seine Quartalszahlen vor; die Aktie ist seit Jahresbeginn stark gestiegen.
Marktanalyse & Details
Nvidia-Ramp verschiebt erwartete Erlöse
Vor Microns Quartalsbericht am 30. September richtet sich der Blick auf den zeitlichen Verlauf der KI-Nachfrage. Susquehanna-Analyst Mehdi Hosseini erwartet, dass Nvidias Rubin-Plattform erst im April stärker in die Produktion und Auslieferung geht. Dadurch dürfte sie im zweiten Halbjahr des laufenden Jahres nur einen geringen Umsatzbeitrag für Microns High-Bandwidth-Memory-Geschäft (HBM4) leisten.
Hosseini verlagert deshalb mehrere Milliarden Dollar seiner Umsatzschätzungen aus der ersten Hälfte des Micron-Geschäftsjahres 2027 in dessen spätere Phase. Der erwartete Aufschub bedeutet nach seiner Einschätzung nicht, dass die Nachfrage wegfällt, sondern dass Erlöse später anfallen könnten. Für die Anleger dürfte damit neben der Höhe der Prognose auch deren zeitliche Verteilung entscheidend werden.
HBM4 könnte höhere Preise erzielen
Wenn HBM4 in größerem Umfang ausgeliefert wird, könnten die durchschnittlichen Verkaufspreise laut Hosseini mehr als 50 Prozent über denen der aktuellen HBM3e-Produkte liegen. Er hält zudem die Entwicklung der Speicherpreise für besser, als es die derzeitigen Konsensschätzungen an der Wall Street abbilden. Für 2027 veranschlagt der Analyst Microns Gewinn je Aktie auf rund 200 US-Dollar – gegenüber einem Konsens von etwa 165 US-Dollar.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die kurzfristige Unsicherheit vor allem den Zeitpunkt der erwarteten Erlöse betrifft, während die längerfristige These auf höheren HBM4-Preisen und anhaltend soliden Speicherfundamentaldaten beruht. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Ein späterer Umsatzbeitrag kann die Erwartungen an einzelne Quartale verschieben, ohne automatisch die langfristige Nachfrageperspektive zu entkräften. Entscheidend bleibt, ob Micron den Hochlauf tatsächlich in höhere Preise und Gewinne übersetzen kann.
Starke Rally erhöht die Erwartungen
Die Micron-Aktie notierte am 25. September um 18:55 Uhr bei 946,50 Euro und lag damit seit Jahresbeginn 275,67 Prozent im Plus; am Tag selbst veränderte sie sich nahezu nicht. Nach einer solchen Rally können selbst positive Geschäftsaussichten Kursbewegungen auslösen, wenn sie hinter den hohen Erwartungen zurückbleiben. Die Prognose zum November-Quartal und Hinweise zum HBM4-Zeitplan dürften daher besondere Aufmerksamkeit erhalten.
Fazit & Ausblick
Microns Quartalsbericht am 30. September wird zeigen, wie das Unternehmen die Nachfrage, Preise und den erwarteten Produktionshochlauf einschätzt. Anleger sollten besonders auf den Ausblick für das November-Quartal und Aussagen zum Zeitplan von HBM4 achten. Die zentrale Frage ist, ob sich die verschobenen Erlöse im späteren Geschäftsjahr 2027 tatsächlich in nachhaltiges Umsatz- und Gewinnwachstum verwandeln.
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