Evonik Industries Aktie: Vorstand weist BASF-Angebot über 24 Euro zurück
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Interimschef Claus Rettig bekräftigt Evoniks Ablehnung des BASF-Angebots von 24 Euro je Aktie.
- Evonik will derzeit nicht über eine Übernahme verhandeln, hält aber einen vertraulichen informativen Austausch offen.
- Der Konzern will eigenständig wachsen und bei wertschaffender Branchen-Konsolidierung selbst aktiv werden.
- Im dritten Quartal stieg das bereinigte EBITDA um 40 Prozent auf 629 Millionen Euro; Evonik erwartet für 2026 die obere Hälfte seiner Prognosespanne.
Marktanalyse & Details
Evonik setzt auf Eigenständigkeit
Evonik weist das BASF-Angebot von 24 Euro je Aktie zurück. Interims-Vorstandschef Claus Rettig sagte, der Konzern sehe Größe nicht automatisch als Vorteil und wolle aktuell nicht über eine Übernahme verhandeln. BASF bewertet Evonik mit dem Angebot mit mehr als elf Milliarden Euro. Evonik hatte zuvor einen rein informativen und vertraulichen Austausch über die jeweiligen Positionen nicht ausgeschlossen.
Rettig sieht Evonik selbst als möglichen Akteur bei der Konsolidierung der Chemiebranche. Der Konzern habe Ideen und die finanzielle Stärke für Übernahmen, verfolge diese bislang aber nicht proaktiv. Voraussetzung sei, dass eine Transaktion Wert schaffe und Wachstum ermögliche. Ein Gegenangebot für BASF gibt es nicht.
Operative Entwicklung als Argument für den eigenen Kurs
Die Ablehnung fällt in eine Phase verbesserter operativer Ergebnisse: Im dritten Quartal erhöhte Evonik das bereinigte EBITDA gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent auf 629 Millionen Euro. Für 2026 hält das Unternehmen inzwischen die obere Hälfte der Prognosespanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro für wahrscheinlich. Unter dem Strich blieb wegen Belastungen aus dem Sparprogramm dennoch ein Verlust von 53 Millionen Euro.
Zum Kurszeitpunkt am 5. November um 16:07 Uhr lag die Aktie bei 21,48 Euro. Das BASF-Angebot von 24 Euro entspricht damit rechnerisch einem Aufschlag von rund zwölf Prozent auf diesen Kurs. Dieser Vergleich allein sagt jedoch nichts darüber aus, ob das Angebot zustande kommt oder von Evonik-Aktionären angenommen würde.
Analysten-Einordnung: Evonik begründet die Ablehnung mit dem eigenen Wertsteigerungs- und Wachstumsplan. Die verbesserten Quartalszahlen und der optimistischere Ergebnisausblick stützen diese Position, während der Nettoverlust zeigt, dass Restrukturierungskosten weiterhin belasten. Dies deutet darauf hin, dass der Konflikt nicht allein über den Angebotspreis entschieden wird: Für Anleger wird auch wichtig sein, ob Evonik seine eigenständige Strategie mit nachhaltigem Ergebniswachstum untermauern kann.
Fazit & Ausblick
Vorerst bleibt Evonik auf Eigenständigkeit ausgerichtet; Verhandlungen über eine Übernahme sind nicht geplant. Zugleich schließt Rettig eigene, wertschaffende Zukäufe nicht aus. Für die Aktie dürften daher sowohl die weitere Entwicklung des BASF-Vorstoßes als auch Evoniks Umsetzung der Jahresziele und des Sparprogramms maßgeblich sein. Ein Termin für weitere Gespräche oder eine Entscheidung über das Angebot wurde nicht genannt.
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