Formycon Aktie: Wertminderungen belasten Ergebnis, bereinigte EBITDA-Prognose fällt

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Formycon erwartet für FYB201 und FYB202 wegen stärkerem Wettbewerb und Preisdruck niedrigere Umsätze.
  2. Die zahlungsunwirksamen Wertminderungen belasten das Konzernergebnis 2026 netto mit 39 Mio. Euro für FYB201 und 82 Mio. Euro für FYB202.
  3. Die Umsatz- und EBITDA-Prognose bleibt bestehen, das bereinigte EBITDA wird nun mit minus 15 bis minus 5 Mio. Euro erwartet.
  4. Die Neunmonatszahlen folgen am 12. November; die FDA-Entscheidung zu FYB206 ist für das dritte Quartal 2027 erwartet.

Marktanalyse & Details

Weniger Erlöserwartung für zwei etablierte Biosimilars

Formycon passt die Bewertung seiner Biosimilars FYB201 (Ranibizumab) und FYB202 (Ustekinumab) an. In beiden Märkten sind weitere Anbieter hinzugekommen, während die Preise unter Druck geraten. Zusätzlich gewinnen bei den Wirkstoffen alternative Therapien Marktanteile. In den USA erschwert bei Ustekinumab auch der Zugang zu den Erstattungslisten der Pharmacy Benefit Manager den Absatz.

Die Vermarktungspartner haben deshalb ihre Umsatzannahmen gesenkt. Formycon übernimmt diese Einschätzungen in die Planung und schreibt die Buchwerte der betroffenen Rechte beziehungsweise der Beteiligung an Bioeq ab. Die Netto-Wertminderungen belaufen sich für 2026 auf 82 Mio. Euro bei FYB202 und 39 Mio. Euro bei FYB201. Sie sind nicht zahlungswirksam und verändern laut Unternehmen das EBITDA 2026 nicht; die Verträge mit den Vermarktungspartnern bleiben bestehen. Beide Produkte werden weiterhin verkauft und sollen weiter Erlöse beitragen.

Prognose: bereinigtes EBITDA dreht ins Minus

Die Prognose für Umsatz, EBITDA und Working Capital bleibt unverändert. Formycon rechnet 2026 mit 60 bis 70 Mio. Euro Umsatz, einem EBITDA von 0 bis 10 Mio. Euro und einem Working Capital von 20 bis 30 Mio. Euro zum Jahresende. Bei Umsatz und EBITDA sieht das Unternehmen jeweils das untere Ende der Spanne.

Deutlich geändert wurde dagegen die Erwartung für das bereinigte EBITDA: Statt bislang 5 bis 15 Mio. Euro kalkuliert Formycon nun mit minus 15 bis minus 5 Mio. Euro. Ausschlaggebend ist das schwächere erwartete Ergebnis der Beteiligung Bioeq, das in dieser Kennzahl enthalten ist und mit den geringeren Umsatzerwartungen für FYB201 sinkt.

Analysten-Einordnung

Dies deutet darauf hin, dass die Belastung über den bilanziellen Einmaleffekt hinausgeht: Die Abschreibungen kosten kurzfristig kein Geld, spiegeln aber niedrigere Erwartungen an die künftigen Erlöse zweier bereits vermarkteter Produkte wider. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die unveränderte EBITDA-Spanne nicht mit einer unveränderten Geschäftsperspektive für das gesamte Portfolio gleichzusetzen ist. Entscheidend wird, ob die neuen Produkte die schwächere Entwicklung von FYB201 und FYB202 mittelfristig ausgleichen können.

Die Pipeline bietet dafür mögliche Wachstumstreiber, bleibt aber mit Entwicklungs- und Zulassungsrisiken verbunden. FYB206, Formycons Biosimilar-Kandidat zu Pembrolizumab, ist seit Oktober bei der FDA in Prüfung; eine Entscheidung wird im dritten Quartal 2027 erwartet. FYB208 (Dupilumab) befindet sich in der technischen Entwicklung. FYB286 wird mit einem Partner entwickelt, der die Entwicklung vorfinanziert. Keiner dieser Kandidaten ist damit bereits als künftiger Umsatzbeitrag gesichert.

Die Aktie notierte am 5. November um 14:59 Uhr im Lang-&-Schwarz-Handel bei 17,18 Euro und lag 6,93 Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn betrug das Minus zu diesem Zeitpunkt 32,76 Prozent. Die Kursbewegung fällt damit in ein ohnehin schwaches Börsenjahr; aus den vorliegenden Daten lässt sich jedoch nicht ableiten, welcher Anteil des Tagesrückgangs allein auf die Prognoseänderung entfällt.

Fazit & Ausblick

Am 12. November veröffentlicht Formycon die Neunmonatszahlen und erläutert die Abschreibungen sowie den Ausblick in einer Telefonkonferenz. Für Anleger wird dabei wichtig sein, wie das Management die Annahmen der Vermarktungspartner und die Entwicklung der übrigen Erlösquellen einordnet. Der nächste größere regulatorische Meilenstein der Pipeline ist die erwartete FDA-Entscheidung zu FYB206 im dritten Quartal 2027.

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