Boeing Aktie: Produktionsverzögerung drückt Kurs trotz Buy-Hochstufung
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Boeing verfehlt wegen langsamerer 737-MAX-Fertigung das Jahresziel von 500 Auslieferungen.
- Der bereinigte Verlust im dritten Quartal fiel mit 0,34 US-Dollar je Aktie höher aus als erwartet.
- Die Boeing-Aktie verlor am 27. Oktober deutlich; Langenberg stufte sie dennoch auf „Buy“ hoch.
- Der Auftragsbestand wuchs laut Analystenangabe auf 745 Milliarden US-Dollar.
Marktanalyse & Details
Produktionsziel verfehlt, 787-Auslieferungen am unteren Rand
Boeing braucht länger als geplant, um die Fertigung der 737 MAX zu stabilisieren. Damit dürfte der Konzern sein Ziel von 500 Auslieferungen dieses Typs im laufenden Jahr verfehlen. Einen neuen Ausblick auf die Auslieferungen gab das Management nicht. Bei der 787 erwartet Boeing weiterhin 90 bis 100 Auslieferungen, rechnet nun aber eher mit einem Ergebnis am unteren Ende der Spanne.
Die Verzögerung trifft einen zentralen Punkt des Sanierungsplans: Die Produktionsraten sind nicht nur entscheidend für mögliche Erlöse und den Cashflow, sondern auch ein Maß dafür, ob Boeing seine Fertigungsprobleme in den Griff bekommt. Die Nachfrage nach Flugzeugen ist laut den vorliegenden Angaben weiterhin hoch; der Engpass liegt damit vor allem in der Fähigkeit, die bestellten Maschinen verlässlich zu produzieren und auszuliefern.
Quartalszahlen: höherer Verlust trotz Umsatzplus
Im dritten Quartal verzeichnete Boeing einen bereinigten Verlust von 0,34 US-Dollar je Aktie. Erwartet worden war ein Verlust von 0,25 US-Dollar. Der Umsatz lag mit 24,2 Milliarden US-Dollar über der Prognose von 23,9 Milliarden US-Dollar. Dazu trug vor allem das Verteidigungsgeschäft bei, während die Erlöse der zivilen Flugzeugsparte hinter den Erwartungen blieben.
Auch der Ausblick auf den freien Cashflow belastete die Stimmung: Boeing hat die Erwartungen an dessen Entwicklung in den kommenden Jahren neu justiert. Zugleich wird das Ziel einer Produktionsrate von 52 Maschinen pro Monat bei der 737 laut den vorliegenden Meldungen auf die zweite Jahreshälfte 2027 verschoben.
Kurs unter Druck, Analyst bleibt optimistisch
Die Boeing-Aktie verlor am 27. Oktober deutlich. An der Lang & Schwarz Exchange notierte sie um 21:27 Uhr bei 150,66 Euro, ein Tagesminus von 10,42 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie damit 19,06 Prozent im Minus. Der Rückgang spiegelt vor allem die Sorge wider, dass die schleppende Produktion den Turnaround und die erwartete Verbesserung des Cashflows weiter verzögert.
Langenberg hob die Einstufung nach den Quartalszahlen von „Hold“ auf „Buy“ an und setzte ein Kursziel von 250 US-Dollar. Als positive Punkte nannte der Analyst unter anderem den Auftragsbestand von 745 Milliarden US-Dollar sowie Zuwächse im Jahresvergleich in allen Segmenten. Zudem verwies er auf Boeings Rolle bei neuen Kampfjetprogrammen.
Analysten-Einordnung: Die Hochstufung ist ein langfristig optimistisches Gegenargument zum unmittelbaren Produktionsrückschlag, beseitigt diesen aber nicht. Dies deutet darauf hin, dass Langenberg dem Auftragsbestand und dem Verteidigungsgeschäft mehr Gewicht gibt als den jüngsten Verzögerungen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend wird sein, ob Boeing die angekündigten Fertigungsraten tatsächlich erreicht und daraus verlässlichere Auslieferungen sowie besseren Cashflow erzielt. Bis dahin bleibt die Aktie anfällig für Enttäuschungen bei Produktion und Prognosen.
Fazit & Ausblick
Der hohe Auftragsbestand sichert Boeing Nachfrage, doch die aktuelle Schwäche liegt in der Umsetzung. Im Fokus stehen nun die Entwicklung der 737-MAX-Fertigung, die Auslieferungen der 787 und die nächsten Angaben zum freien Cashflow. Ein neuer Lieferausblick für das laufende Jahr liegt bislang nicht vor.
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