BASF Aktie: Evonik-Offerte und Quartalszahlen bestimmen den Fokus
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- BASF legt am 28. Oktober Zahlen für das dritte Quartal 2026 vor.
- Laut informierten Kreisen soll BASF für Evonik rund 24 Euro je Aktie beziehungsweise insgesamt gut 11 Milliarden Euro geboten haben.
- Analysten rechnen im dritten Quartal mit 15,7 Milliarden Euro Umsatz und knapp 1,5 Milliarden Euro bereinigtem EBITDA.
- Die Deutsche Bank stufte BASF auf „Hold“ ab und senkte das Kursziel von 60 auf 53 Euro.
Marktanalyse & Details
Evonik-Offerte erhöht den strategischen Einsatz
Vor der Quartalsbilanz rückt neben dem operativen Geschäft die mögliche Übernahme von Evonik in den Mittelpunkt. BASF soll dem Essener Spezialchemiekonzern zuletzt rund 24 Euro je Aktie geboten haben. Das entspräche einem Gesamtwert von gut 11 Milliarden Euro. Zuvor war eine Offerte von 22,15 Euro je Aktie beziehungsweise rund 10,3 Milliarden Euro im Gespräch. Die Angaben stammen aus informierten Kreisen; eine Bestätigung des Angebots liegt in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Für den möglichen Deal ist die RAG-Stiftung entscheidend: Sie hält rund 43 Prozent der Evonik-Aktien. Ein Zukauf dieser Größenordnung könnte BASF strategisch stärken, würde aber auch erhebliche finanzielle Mittel binden und die Integration komplexer machen.
Quartal dürfte schwächer als das außergewöhnlich starke Vorquartal ausfallen
Für das dritte Quartal erwarten die von BASF erfassten Analysten im Schnitt knapp 15,7 Milliarden Euro Umsatz, gut neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das bereinigte EBITDA soll um knapp fünf Prozent auf fast 1,5 Milliarden Euro steigen. Beim den BASF-Aktionären zurechenbaren Gewinn wird ein Anstieg von 172 auf 196 Millionen Euro erwartet.
Im zweiten Quartal hatte BASF noch von höheren Preisen und Absatzmengen profitiert: Der Umsatz war um gut 16 Prozent gestiegen, das bereinigte EBITDA um mehr als die Hälfte. Der Vorstand hob daraufhin das EBITDA-Jahresziel vor Sondereinflüssen auf 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro an; 2025 waren es 6,6 Milliarden Euro. Zugleich verwies BASF auf hohe Unsicherheit für die Weltkonjunktur und die regionalen Chemiemärkte im zweiten Halbjahr.
Der Rückenwind aus Lieferausfällen bei Wettbewerbern im Zuge des Konflikts im Nahen Osten dürfte nach Einschätzung von Analysten nachlassen. Ein Analyst erwartet, dass sich das bereinigte EBITDA nach dem außergewöhnlich starken zweiten Quartal auf etwa 1,65 Milliarden Euro normalisiert. Als Grund nennt er das Abklingen vorübergehender Preisvorteile im Upstream-Geschäft.
Abstufung und Kursreaktion
Die Deutsche Bank senkte ihre Einstufung für BASF von „Buy“ auf „Hold“ und reduzierte das Kursziel von 60 auf 53 Euro. BASF notierte am 27. Oktober um 9:31 Uhr bei 51,66 Euro, ein Plus von 0,25 Prozent zum Vortag. Die Kursangabe liegt damit unter dem neuen Ziel, ohne dass daraus eine Zusage für eine entsprechende Kursentwicklung folgt.
Analysten-Einordnung: Die Kombination aus möglicher Großübernahme und nachlassender Sonderkonjunktur macht die Quartalszahlen besonders relevant. Sie zeigen, wie belastbar BASFs operative Erholung ohne die vorübergehenden Preis- und Versorgungseffekte ist. Für Anleger bedeutet die Evonik-Offerte zugleich eine Abwägung: Ein strategischer Zugewinn könnte langfristig sinnvoll sein, doch Kaufpreis, Finanzierung und Integration erhöhen die Risiken. Die skeptische Einschätzung einzelner Analysten zur Transaktion steht dabei neben der Einschätzung, dass ein Kauf langfristig strategisch und finanziell Sinn ergeben könnte.
Fazit & Ausblick
Am 28. Oktober veröffentlicht BASF die Zahlen für das dritte Quartal. Neben Umsatz, bereinigtem EBITDA und dem Ausblick für das Gesamtjahr dürfte entscheidend sein, ob das Unternehmen nähere Angaben zur Evonik-Offerte macht. Für die Aktie treffen damit kurzfristig die Frage nach der operativen Normalisierung und die Unsicherheit über Umfang und Folgen eines möglichen Zukaufs aufeinander.
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