Bayer Aktie: Nubeqa-Daten und China-Zulassung treiben den Kurs
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Bayers Nubeqa senkte in einer Zwischenanalyse das Risiko für Metastasen oder Tod um 58 Prozent.
- China hat Asundexian zur Vorbeugung weiterer Schlaganfälle bei bestimmten Risikopatienten zugelassen.
- Die Bayer-Aktie stieg am Montagvormittag auf 45,31 Euro und lag damit 3,47 Prozent im Plus.
- Analysten sehen für Nubeqa zusätzliches Umsatzpotenzial; die US-Entscheidung zu Asundexian steht noch aus.
Marktanalyse & Details
Nubeqa-Studie zeigt geringeres Metastasenrisiko
In einer Zwischenanalyse der Phase-III-Studie DASL-HiCaP verringerte Darolutamid, das Bayer unter dem Namen Nubeqa vertreibt, den kombinierten Endpunkt Metastasen oder Tod gegenüber Placebo um 58 Prozent. Die Auswertung erfolgte nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 3,8 Jahren bei Prostatakrebspatienten mit hohem Rückfallrisiko. Beide Studiengruppen erhielten zusätzlich eine Hormonentzugstherapie und eine Strahlentherapie.
Nubeqa ist in vielen Ländern bereits in Kombination mit einer Hormonentzugstherapie zugelassen. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz des Medikaments um mehr als die Hälfte auf gut 1,6 Milliarden Euro. Analysten halten durch den Einsatz in einer früheren Behandlungssituation zusätzliche Spitzenerlöse von bis zu einer Milliarde Euro für möglich. Eine Schätzung sieht den Nubeqa-Umsatz 2030 bei mehr als sechs Milliarden Euro.
Asundexian erhält Zulassung in China
Die chinesische Arzneimittelbehörde hat Asundexian unter dem Markennamen Sunharbo zur Vorbeugung weiterer Schlaganfälle bei Patienten mit einem vorausgegangenen kardioembolischen ischämischen Schlaganfall oder einer Hochrisiko-TIA zugelassen. Der Wirkstoff ist ein Hemmer des Gerinnungsfaktors XIa und das erste Medikament dieser Klasse mit Zulassung in China. Die Zulassung stützt Bayers Pharmapipeline, während die etablierten Medikamente Xarelto und Eylea durch Generikakonkurrenz unter Druck stehen.
Die chinesische Entscheidung beruht auf Daten der Oceanic-Stroke-Studie. Bayer zufolge senkte Asundexian in Kombination mit einer Hemmung der Blutplättchen das Risiko ischämischer Schlaganfälle, ohne dass schwere Blutungen häufiger auftraten als unter Placebo. In den USA läuft ebenfalls ein beschleunigtes Zulassungsverfahren; eine Entscheidung wird noch erwartet.
Kursreaktion und Analysten-Einordnung
Die Bayer-Aktie notierte am 26. Oktober um 11:15 Uhr bei 45,31 Euro, ein Tagesplus von 3,47 Prozent. Damit bewegt sich der Kurs weiterhin in der seit Anfang Oktober beobachteten Spanne von etwa 42 bis 46 Euro. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 22,59 Prozent im Plus.
Analysten-Einordnung: Die Nubeqa-Daten stärken die Perspektive auf zusätzliche Anwendungen und stützen damit die Wachstumserwartungen für Bayers Pharmageschäft. Zugleich wird die Wirksamkeit von Analysten als vielversprechend, aber eher als Bestätigung des bekannten Potenzials denn als grundlegender Durchbruch eingeordnet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die positiven Studiendaten und die China-Zulassung neue Umsatzchancen eröffnen, deren wirtschaftliche Bedeutung aber erst mit weiteren Zulassungen und tatsächlichen Verkäufen sichtbar wird. Die Belastungen durch Generikakonkurrenz sind damit nicht automatisch ausgeglichen.
Fazit & Ausblick
Im Fokus stehen nun die weitere Entwicklung von Nubeqa in früheren Krankheitsstadien und die Markteinführung von Asundexian in China. Für die Aktie könnte insbesondere eine US-Zulassung des Gerinnungshemmers ein weiterer Impuls sein. Bis dahin bleibt entscheidend, ob Bayer die klinischen Fortschritte in nachhaltiges Umsatzwachstum übersetzen kann.
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