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Lars Weigand in Börsennews

02.07.2026 08:03

Blogartikelbild Telekom, SpaceX, Waymo, Uber und die Krise der Autoindustrie

Telekom, SpaceX, Waymo, Uber und die Krise der Autoindustrie

In der aktuellen Ausgabe des Podcasts “Aktientalk” sprechen unser Goldesel Michael Flender und Daniel von Investflow über eine kurzfristige Übertreibung bei der Aktie von Adidas nach dem Ausscheiden der Nationalmannschaft bei der WM in den USA.

Außerdem beleuchten unsere Experten die aktuelle Lage bei der Deutschen Telekom und Uber. Der eine wird durch das Universum von Elon Musk und der andere durch die Dominanz von Alphabet bedroht.

Zudem geht es um die Krise der deutschen Automobilindustrie, die sich so stark verschärft hat, dass man sich sogar um die Existenz der Konzerne sorgen muss.

Warum die deutsche Automobilindustrie vor dem Ende steht, weshalb die Telekom mit ihrer US-Tochter fusionieren könnte und warum Adidas das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft nicht weiter betrifft, das und vieles mehr erfahrt ihr in der aktuellen Podcast-Episode bei Apple PodcastsSpotify oder direkt bei YouTube.

Der Markt schwankt weiter zwischen FOMO und Blasenangst

Wer die letzten Handelstage verfolgt, sieht ein ziemlich klares Bild. Im KI-Bereich gab es erneut heftige Bewegungen. Infrastrukturwerte wurden zunächst abverkauft, dann kamen wieder Gegenbewegungen. Softwaretitel zeigten zwischenzeitlich starke Erholungen, aber insgesamt bleibt die Lage fragil.

Das Grundgefühl lässt sich so zusammenfassen:

  • Viele wollen die Rallye nicht verpassen.
  • Gleichzeitig fürchten viele eine Übertreibung.
  • Für beide Seiten gibt es gute Argumente.

Oft fällt in solchen Phasen sofort der Vergleich mit der Dotcom-Bubble. Die Frage lautet dann sinngemäß: Sind wir noch in der frühen Phase eines langfristigen Booms oder schon kurz vor dem Absturz? Diese Einordnung ist zwar populär, führt aber oft zu kurz. Der entscheidende Unterschied liegt in der Gewinnentwicklung. Viele der führenden Unternehmen von heute sind keine Luftschlösser, sondern hochprofitable Konzerne mit realen Cashflows und massiver Marktstellung.

Und noch etwas ist wichtig: Es gibt keine grenzenlose Euphorie im gesamten Markt. In vielen Technologieecken herrscht sogar eher Frust. Gerade im Softwarebereich werden zahlreiche qualitativ starke Unternehmen inzwischen zu Bewertungen gehandelt, die zumindest fair und teilweise sogar günstig wirken. Das gab es in dieser Breite schon länger nicht mehr.

Adidas nach dem Deutschland-Aus – Beispiel für klare Übertreibung

Aktienverlinkung: DE000A1EWWW0

Ein interessantes Beispiel war zuletzt die Adidas Aktie. Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft kam es vorbörslich zu einem deutlichen Rücksetzer, obwohl der Gesamtmarkt freundlich erwartet wurde und parallel sogar Kurszielerhöhungen von Analysten vorlagen.

Der Grund: Deutschland ist raus aus der WM, also endet der Trikotboom, also muss Adidas fallen. Klingt erstmal logisch. Nur hält diese Argumentation einer genaueren Betrachtung kaum stand – und das liegt an folgenden Gründen:

  • Der Großteil der Trikots war ohnehin bereits verkauft.
  • Ein längerer Turnierverlauf hätte am Gesamtkonzern kaum etwas Grundlegendes verändert.
  • Solche Sportgroßereignisse haben auf die Gesamtumsätze meist weniger Einfluss, als viele vermuten.
  • Zudem endet die Partnerschaft mit der Nationalmannschaft ohnehin in den nächsten Jahren.

Genau solche Situationen zeigen, wie vorbörsliche Übertreibungen entstehen können. Privatanleger reagieren oft impulsiv auf Schlagzeilen. Wenn sich dann nach Xetra-Start die professionelleren Marktteilnehmer einschalten, normalisiert sich die Lage mitunter sehr schnell. In diesem Fall war genau das zu beobachten.

Das ist kein Freifahrtschein für spontane Trades. Aber es zeigt, dass Erfahrung, Nachrichtenlage und Marktmechanik zusammen manchmal sehr gute Chancen ergeben. Genau diese Chancen versuchen wir euch bei Goldesel Premium immer in Echtzeit aufzuzeigen.

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Ölpreis, Iran und Konjunkturdaten: Das Makrobild bleibt relevant

Neben Einzeltiteln bleibt natürlich auch die geopolitische und makroökonomische Lage ein wichtiger Faktor. Die Spannungen rund um den Iran und den wackeligen Waffenstillstand haben zunächst für Unsicherheit gesorgt. Umso bemerkenswerter ist es, dass der Ölpreis zuletzt trotzdem deutlich nachgegeben hat.

Ein fallender Ölpreis wirkt häufig wie eine Entlastung für den Markt. Er senkt Inflationssorgen, verbessert das Sentiment und stützt im Zweifel auch konjunktursensible Bereiche. Dazu kommen in den kommenden Tagen noch wichtige US-Daten rund um den dortigen Arbeitsmarkt und die offenen Stellen. Es ist zwar keine Woche mit maximaler Nachrichtenwucht, aber eben auch keine, in der man sich zurücklehnen sollte.

Und dann steht schon die nächste Berichtssaison vor der Tür. Das zweite Quartal ist durch, und damit beginnt bald wieder die Phase, in der Unternehmenszahlen und Ausblicke die Kurse teils brutal bewegen werden. Besonders spannend bleibt dabei erneut der Vergleich zwischen Software und Halbleitern.

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Waymo gegen Uber: Warum die Robotaxi-Frage für Uber heikel wird

Aktienverlinkung: US90353T1007

Ein Thema, das gern unterschätzt wird, ist die Entwicklung im autonomen Fahren aus Sicht von Plattformunternehmen wie Uber. Die jüngste Nachricht aus Phoenix passt genau in dieses Bild: Waymo beendet dort die Zusammenarbeit mit Uber und geht stattdessen eine Kooperation mit DoorDash ein.

Das mag auf den ersten Blick wie eine regionale Randnotiz wirken. Tatsächlich steckt darin aber eine viel größere Aussage. Denn es unterstreicht die Vermutung, dass Waymo langfristig gar nicht auf Uber angewiesen sein könnte.

Der Hintergrund ist simpel. Alphabet bringt als Mutterkonzern eine gewaltige Infrastruktur mit. Wenn ein Unternehmen bereits mehrere Apps besitzt, die Milliarden Menschen erreichen, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie wertvoll die Vermittlungsplattform von Uber künftig noch ist. Eine eigene App kann mit diesem Rückenwind sehr schnell skaliert werden.

Das Problem für Uber liegt tiefer als nur in einer einzelnen Partnerschaft. Das eigentliche Risiko ist strukturell:

  • Ein klassisches Taxi oder Ride-Hailing Fahrzeug hat Fahrerkosten.
  • Ein Robotaxi hat diese Kosten langfristig nicht.
  • Wer die autonome Flotte selbst kontrolliert, kann deutlich günstiger anbieten.
  • Plattformen ohne eigene führende Technologie könnten unter Preisdruck geraten.

Genau deshalb wirkt die Lage bei Uber so ambivalent. Operativ sehen viele Zahlen noch gut aus. Die Aktie erscheint auf den ersten Blick nicht teuer. Und die Marke ist stark. Trotzdem kann ein Markt im Wandel eine Bewertung schnell verändern, lange bevor die Zahlen wirklich kippen.

Das erinnert an andere Technologiewenden. Solange das bestehende Geschäft noch läuft, wirkt die Warnung oft übertrieben. Aber wenn sich der Wechsel beschleunigt, kann es plötzlich sehr schnell gehen. Für Uber ist deshalb nicht nur wichtig, Partnerschaften zu haben. Entscheidend ist, mit wem diese Partnerschaften geschlossen werden und ob diese Partner technologisch wirklich auf Augenhöhe mit Waymo oder Tesla agieren können.

Warum der Gesamtmarkt trotzdem größer werden könnte

Trotz aller Risiken gibt es auch ein Argument, das nicht untergehen darf: Der Markt für Fahrten könnte insgesamt massiv wachsen, wenn autonome Mobilität die Preise spürbar senkt.

Viele Menschen verzichten heute nicht auf Fahrdienste, weil sie sie nicht mögen, sondern weil sie zu teuer sind. Sinkt der Preis deutlich, verändert sich das Nutzungsverhalten sofort. Dann werden Strecken, die bisher mit Bahn, Auto oder gar nicht zurückgelegt wurden, plötzlich per Robotaxi gefahren.

Das bedeutet:

  • Der Total Addressable Market könnte deutlich größer werden.
  • Neue Nutzergruppen würden in den Markt kommen.
  • Mehr Fahrten könnten den Konkurrenzdruck anfangs etwas abfedern.

Das hilft nicht jedem Unternehmen gleichermaßen, aber es zeigt, dass hier kein Nullsummenspiel entstehen muss. Der Kuchen könnte größer werden. Die offene Frage ist nur, wer am Ende die größten Stücke bekommt.

Mega-Fusion bei der Telekom wegen SpaceX?

Aktienverlinkung: DE0005557508

Wirklich spannend wird es beim Blick auf die Telekommunikationsbranche. Dort kursieren Überlegungen rund um eine mögliche engere Zusammenführung der Deutschen Telekom mit ihrer US Tochter. Allein schon dieses Szenario zeigt, wie groß die Nervosität geworden ist.

Der zentrale Treiber dahinter heißt Starlink beziehungsweise SpaceX.

Lange wurde das Thema von vielen eher belächelt. Argumente waren immer ähnlich:

  • Satelliteninternet funktioniere nicht gut in Gebäuden.
  • In dicht besiedelten Städten sei die Kapazität begrenzt.
  • Für den klassischen Mobilfunk sei das keine echte Konkurrenz.

Das Problem an dieser Sichtweise ist, dass technologische Entwicklungen nicht stehen bleiben. Satelliten werden leistungsfähiger, die Netze dichter, die Anwendungen breiter. Und wenn ein Akteur wie Elon Musk mit enormem Kapital, hoher Geschwindigkeit und globalem Anspruch in einen Markt drängt, dann sollte man das sehr ernst nehmen.

Genau das scheint der Markt inzwischen zu tun. Die Kursreaktionen bei der Telekom und T-Mobile US zeigen deutlich, dass Investoren plötzlich anfangen, ein neues Wettbewerbsumfeld einzupreisen. Nicht, weil heute schon alles zusammenbricht. Sondern weil sich in drei bis fünf Jahren ein Marktbild ergeben könnte, das ganz anders aussieht als heute.

Warum Starlink für Mobilfunkkonzerne gefährlich werden kann

Die Bedrohung besteht nicht nur darin, dass Starlink ein Zusatzprodukt bleibt. Der spannendere Gedanke ist, dass SpaceX früher oder später mit einem großen Mobilfunkkonzern kooperiert, Netzabdeckung kombiniert oder sogar selbst tiefer in den Markt einsteigt.

Und da wird das Kräfteverhältnis deutlich. SpaceX wird mit einer Bewertung im Billionenbereich gehandelt. Dagegen wirken selbst große Telekomkonzerne plötzlich nicht mehr unangreifbar. Theoretisch sind damit sogar Übernahmeszenarien denkbar, die vor wenigen Jahren absurd geklungen hätten.

Besonders brisant ist dabei, dass das Wachstum der Deutschen Telekom im Kern stark von der US Tochter getragen wird. In Deutschland ist die Fantasie deutlich begrenzter. Wenn genau diese US Wachstumskomponente durch neue Konkurrenz oder strategische Umbrüche unter Druck gerät, verändert das die Wahrnehmung der gesamten Investmentstory.

Natürlich heißt das nicht automatisch, dass Starlink den klassischen Mobilfunk morgen ersetzt. Aber der Markt beginnt offenbar zu verstehen, dass hier ein echter Angreifer entsteht. Und echte Angreifer sorgen an der Börse oft schon lange vor sichtbaren operativen Schäden für niedrigere Bewertungen.

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Die deutsche Autoindustrie: Ein Sektor rutscht immer tiefer in die Krise

Wenn es einen Bereich gibt, in dem die Warnsignale inzwischen kaum noch zu übersehen sind, dann ist es die deutsche Autoindustrie. Und hier geht es längst nicht mehr nur um VW. Die gesamte Branche wirkt angeschlagen, von den Herstellern bis zu den Zulieferern.

Besonders hart ist die Lage bei Volkswagen. Die diskutierten Maßnahmen sind gewaltig:

  • Es steht ein massiver Stellenabbau im Raum.
  • Von bis zu 100.000 oder sogar 140.000 Jobs ist die Rede.
  • Mehrere Werke könnten geschlossen werden.
  • Ein struktureller Umbau des Konzerns wird diskutiert.

Teilweise wird sogar darüber nachgedacht, einzelne Marken oder Bereiche abzuspalten, weil wertvolle Tochtersegmente an der Börse offenbar höher eingeschätzt werden als der Gesamtkonzern. Schon dieser Umstand spricht Bände. Wenn einzelne Teile mehr wert sein könnten als das Gesamtgebilde, dann ist das fast immer ein Hinweis auf tiefgreifende strukturelle Probleme.

Das politische Problem bei VW

Bei Volkswagen kommt ein weiterer Faktor hinzu: Politik und Mitbestimmung. Das Land Niedersachsen hält bedeutende Anteile und verfügt über erheblichen Einfluss. Dazu kommen Gewerkschaften und Betriebsräte. Das macht jede radikale Neuausrichtung extrem kompliziert.

Genau hier liegt das Dilemma. Ein Konzern, der eigentlich schnell und entschlossen reagieren müsste, ist in Strukturen eingebettet, die Veränderung massiv verlangsamen. Das ist aus sozialer und historischer Perspektive nachvollziehbar. Aus Sicht des globalen Wettbewerbs kann es aber brandgefährlich sein.

Denn der internationale Markt wartet nicht, bis deutsche Gremien sich sortiert haben.

Warum die Lage so ernst ist

Die Probleme sind inzwischen vielschichtig:

  • Die deutschen Hersteller sind bei E-Mobilität massiv unter Druck.
  • Chinesische Anbieter drängen mit günstigeren Fahrzeugen nach Europa.
  • Bei Software und Nutzererlebnis hinken viele Modelle hinterher.
  • Beim autonomen Fahren wurden große Ambitionen formuliert, ohne dass daraus bislang ein überzeugender Vorsprung entstanden wäre.

Gerade der Technologieteil ist besonders bitter. Jahrelang wurde so getan, als hätten deutsche Konzerne in bestimmten Zukunftsthemen bereits aufgeholt oder seien sogar vorne dabei. In der Realität zeigt sich aber immer wieder, dass zwischen Präsentation und tatsächlicher Wettbewerbsfähigkeit ein großer Unterschied liegt.

Wenn dann auch noch milliardenschwere Kooperationen im Bereich autonomes Fahren beendet werden, weil die Technologie offenbar nicht in der gewünschten Form marktreif oder konkurrenzfähig ist, wird es schwer, weiter an die große Trendwende zu glauben.

Warum das nicht nur ein Problem für Aktionäre ist

Die Krise der Autoindustrie ist nicht einfach nur eine schlechte Nachricht für ein paar Depotpositionen. Sie trifft den Industriestandort Deutschland in seinem Kern. Denn an einem einzelnen Arbeitsplatz bei einem großen Hersteller hängen oft mehrere weitere Jobs bei Zulieferern, Dienstleistern und im regionalen Umfeld.

Deshalb sind die Folgen potenziell enorm:

  • weniger gut bezahlte Industriearbeitsplätze
  • mehr Druck auf ganze Regionen
  • schwächere Investitionen
  • Belastungen für den Mittelstand

Und genau das zeigt sich längst nicht nur in der Autobranche. Auch andere Industrieunternehmen investieren verstärkt außerhalb Deutschlands oder Europas. Wenn Nachfrage schwächelt, Energiekosten hoch bleiben und Bürokratie bremst, dann wandert Kapital dorthin, wo die Bedingungen besser erscheinen.

Das Bittere daran ist: Solche Entwicklungen lassen sich nicht mit ein paar plakativen Slogans lösen. Weder hilft blinder Optimismus noch billige Schadenfreude. Die Probleme sind real, komplex und über Jahre entstanden.

Sollte man jetzt antizyklisch Autoaktien kaufen?

Diese Frage kommt in solchen Situationen fast automatisch. Wenn alles schlecht aussieht, müsse es doch eigentlich genau der richtige Zeitpunkt sein, um einzusteigen. Das kann in manchen Fällen stimmen. Aber antizyklisch investieren funktioniert nicht allein deshalb, weil ein Chart tief gefallen ist.

Man braucht auch eine glaubwürdige Perspektive auf eine Verbesserung. Und genau daran fehlt es aktuell vielen deutschen Autoaktien.

Bei VW sprechen mehrere Punkte dagegen, vorschnell von einer Chance zu sprechen:

  • Der Abwärtstrend ist klar erkennbar.
  • Es gibt keine sichtbare Trendwende in der Wettbewerbsfähigkeit.
  • Interne und politische Strukturen erschweren schnelle Reformen.
  • Der Druck aus China und durch neue Technologien steigt weiter.

Wer hier investiert, setzt im Kern darauf, dass ein sehr schwerfälliger Konzern in einem hochdynamischen globalen Markt schnell genug umsteuern kann. Das ist möglich, aber alles andere als selbstverständlich.

Fazit: Manche Risiken sind zyklisch, andere strukturell

Genau das ist im Moment vielleicht die wichtigste Unterscheidung. Nicht jede Schwäche ist gleich ein Weltuntergang. Manche Kursbewegungen sind schlicht übertrieben, wie bei Adidas nach einer emotionalen Schlagzeile. Andere Risiken sind eher zyklischer Natur, etwa wenn einzelne Techsegmente in der Berichtssaison unter Druck geraten.

Aber es gibt eben auch Themen, die deutlich struktureller sind. Bei Uber stellt sich die Frage, wie die Plattform in einer autonomen Zukunft verteidigt werden kann. Bei Telekom und T-Mobile US wächst die Unsicherheit durch einen technologisch völlig neuen Angreifer. Und bei der deutschen Autoindustrie geht es längst nicht mehr um ein kleines Konjunkturloch, sondern um Wettbewerbsfähigkeit, Technologiestand und Reformfähigkeit.

Für Anleger heißt das vor allem: sauber trennen, worauf man setzt. Auf einen kurzfristigen Rebound? Auf eine unterbewertete Qualität? Oder auf eine echte langfristige Wende in einem unter Druck stehenden Geschäftsmodell?

Nicht jeder gefallene Kurs ist ein Schnäppchen. Und nicht jede teure Aktie ist automatisch eine Blase. Gerade jetzt lohnt es sich, genauer hinzuschauen, welche Unternehmen nur durchrauschen und welche womöglich tatsächlich am Wendepunkt stehen.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte

Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

Häufige Fragen

Warum ist die Adidas Aktie nach dem WM-Aus der Nationalmannschaft gefallen?

Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft kam es zu einem vorbörslichen Kursrücksetzer der Adidas-Aktie, da Privatanleger emotional reagierten und ein Ende des Trikot-Booms befürchteten. Diese Reaktion gilt jedoch als Marktübertreibung. Großereignisse haben auf den Gesamtumsatz von Sportkonzernen meist weniger Einfluss als vermutet, zumal der Großteil der Trikots vorab verkauft wurde und die Partnerschaft mit dem DFB ohnehin in wenigen Jahren endet. Nach Xetra-Start normalisierte sich der Kurs durch professionelle Marktteilnehmer schnell.

Warum spekuliert der Markt über eine Fusion der Deutschen Telekom mit T-Mobile US?

Der Haupttreiber für strategische Überlegungen rund um eine engere Zusammenführung ist die wachsende Konkurrenz durch Elon Musks Satelliten-Internetdienst Starlink (SpaceX). Da das Wachstum der Deutschen Telekom stark von der US-Tochter getragen wird, sorgt der globale und kapitalstarke Angreifer SpaceX für Nervosität am Markt. Die Telekommunikationsbranche beginnt ein völlig neues Wettbewerbsumfeld einzupreisen, in dem Satellitennetzwerke klassischen Mobilfunk in 3 bis 5 Jahren bedrohen könnten.

Lohnt sich jetzt der antizyklische Einstieg in deutsche Autoaktien wie VW?

Ein antizyklischer Kauf drastisch gefallener Autoaktien birgt aktuell hohe Risiken. Ein tiefer Chart allein rechtfertigt kein Investment; es bedarf einer glaubwürdigen Perspektive auf Besserung. Bei Volkswagen sprechen der intakte Abwärtstrend, der steigende Technologiedruck aus China sowie die schwerfälligen internen und politischen Strukturen gegen eine schnelle Trendwende.

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