PepsiCo Aktie vor Quartalszahlen: Worauf es für einen Turnaround jetzt ankommt
PepsiCo legt heute die Zahlen zum 3. Quartal vor. Analysten erwarten Umsatzwachstum, aber vor allem zwei Faktoren könnten weiter auf den Kurs der Aktie drücken.
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Zahlen am Donnerstag: PepsiCo soll am 8. Oktober vor US-Börsenbeginn die Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlichen.
- Snacks unter Druck: Citi erwartet für Frito-Lay North America einen Rückgang um 1,0 Prozent und für das internationale Geschäft rund 7 Prozent Wachstum.
- Vorsicht beim Gewinn: Citi erwartet für 2026 ein Gewinnwachstum unterhalb der bisherigen Spanne von 5 bis 7 Prozent und senkte das Kursziel auf 142 US-Dollar.
Schwache Snackumsätze in Nordamerika und zusätzlicher Kostendruck setzen PepsiCo vor Quartalszahlen unter Druck. Heute, am 8. Oktober, soll der Konzern vor US-Börsenbeginn seine Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlichen. Citi erwartet, dass das internationale Geschäft wächst und die Schwäche in Nordamerika abfedert. Entscheidend wird jedoch sein, wie viel vom erwarteten Umsatzplus als Gewinn übrig bleibt: Die Bank rechnet mit niedrigeren Margen und sieht auch für den Jahresausklang weitere Kostenbelastungen.
PepsiCo vor Quartalszahlen: Das erwarten die Analysten
Citi erwartet für das dritte Quartal 3,0 Prozent organisches Umsatzwachstum und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,31 US-Dollar. Evercore ISI kalkuliert mit 2,8 Prozent Wachstum und 2,30 US-Dollar je Aktie. Die beiden Häuser liegen damit beim Umsatzwachstum nur 0,2 Prozentpunkte auseinander. Beim erwarteten Quartalsgewinn beträgt der Abstand gerade einmal 0,01 US-Dollar je Aktie.
Diese Nähe macht die Zusammensetzung des Ergebnisses interessant. Ein Quartalsgewinn ungefähr auf Höhe der Schätzungen würde noch nicht zeigen, ob sich das nordamerikanische Geschäft stabilisiert. Wachstum außerhalb Nordamerikas könnte schwächere Ergebnisse im Heimatmarkt teilweise ausgleichen. Für die Einordnung der Zahlen braucht es deshalb neben dem Gesamtumsatz auch die Angaben zu den einzelnen Sparten und deren Profitabilität.
Beim organischen Umsatzwachstum werden insbesondere Wechselkurseffekte sowie Veränderungen durch Unternehmenskäufe und Verkäufe herausgerechnet. Die Kennzahl zeigt dadurch die Entwicklung des bestehenden Geschäfts. Sie trennt allerdings nicht automatisch zwischen höheren Preisen und größeren Verkaufsmengen. Ein Umsatzplus allein belegt daher noch keine stärkere Nachfrage: Auch bei weniger verkauften Produkten kann der Umsatz durch höhere Preise steigen.
Internationales Geschäft als Stütze
Citi erwartet für das internationale Geschäft rund 7 Prozent Wachstum. Für Frito-Lay North America rechnet die Bank dagegen mit einem Rückgang um 1,0 Prozent. PepsiCo Beverages North America soll um 1,2 Prozent wachsen. Innerhalb Nordamerikas wären Getränke damit nach dieser Schätzung stärker als Snacks. Beide Bereiche blieben jedoch deutlich hinter dem erwarteten internationalen Wachstum zurück.
Zwischen dem internationalen Geschäft und Frito-Lay North America liegt in diesen Erwartungen ein Abstand von 8 Prozentpunkten. Wie stark sich diese Unterschiede auf das Konzernergebnis auswirken, hängt vom jeweiligen Umsatzgewicht der Bereiche ab. Die Wachstumsraten lassen sich deshalb nicht einfach mitteln. Sie zeigen aber, warum ein wachsender Gesamtumsatz mit einer weiterhin schrumpfenden nordamerikanischen Snacksparte vereinbar wäre.
Für Kunden sind die geplanten Preiserhöhungen bei ausgewählten Snacks und Getränken der unmittelbarste Bezug zu den Zahlen. Aus Unternehmenssicht geht es darum, höhere Kosten aufzufangen. Gleichzeitig steht das Snackgeschäft bereits unter Nachfragedruck. Angaben zu Verkaufsmengen und Preiswirkungen könnten deshalb genauer zeigen, ob die Umsatzentwicklung auf mehr Käufen oder auf höheren Preisen beruht.
Bei den Margen erwartet Citi weitere Einbußen
Citi prognostiziert eine Bruttomarge von 53,6 Prozent, einen Rückgang um 30 Basispunkte. Die operative Marge soll um 10 Basispunkte auf 17,2 Prozent sinken. Rechnerisch entsprechen diese erwarteten Veränderungen Vergleichswerten von 53,9 beziehungsweise 17,3 Prozent. Nach der Schätzung würde somit auf beiden Ebenen ein etwas kleinerer Anteil des Umsatzes als Ergebnis verbleiben.
Als Belastungen für das Snackgeschäft nennt Citi Preisinvestitionen und höhere Kosten. Im Getränkebereich könnten Rückerstattungen bei Zöllen teilweise gegensteuern. Solche Entlastungen wären aber anders einzuordnen als eine Verbesserung durch höhere Verkaufsmengen: Sie können Kosten reduzieren, ohne dass Kunden mehr Getränke kaufen. Die Trennung zwischen Nachfrageentwicklung und Kosteneffekten hilft daher, die Qualität eines Ergebnisses zu beurteilen.
Für das Gesamtbild sind Umsatz und Marge gemeinsam relevant. Steigt der Umsatz, während die operative Marge sinkt, wächst der operative Gewinn nicht im gleichen Verhältnis mit. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer ordentlichen Umsatzmeldung und einer überzeugenden Gewinnentwicklung. Die erwarteten 3,0 Prozent organisches Wachstum beantworten für sich genommen noch nicht, wie profitabel PepsiCo im Quartal gearbeitet hat.
PepsiCo vor Quartalszahlen: Wie sicher ist die Gewinnprognose?
Citi geht davon aus, dass PepsiCo seine Prognose für 2 bis 4 Prozent organisches Umsatzwachstum 2026 bestätigt. Die von der Bank erwarteten 3,0 Prozent im dritten Quartal liegen genau in der Mitte dieser Spanne. Beim Gewinn ist Citi vorsichtiger: Wegen höherer Kosten im vierten Quartal erwartet die Bank ein Wachstum unterhalb der bisherigen Spanne von 5 bis 7 Prozent.
Entsprechend senkte Citi die Gewinnschätzungen je Aktie für 2026 und 2027 auf 8,52 beziehungsweise 8,85 US-Dollar und reduzierte das Kursziel auf 142 US-Dollar. Evercore senkte seine Schätzung für 2027 auf 9,00 US-Dollar. Damit liegt Evercore für dieses Jahr noch 0,15 US-Dollar je Aktie über Citi. Diese Werte sind Analystenschätzungen, keine von PepsiCo veröffentlichten Ergebnisse oder Zusagen.
Die anstehende Veröffentlichung kann somit zwei unterschiedliche Botschaften enthalten: eine bestätigte Umsatzspanne und einen schwächeren Gewinnausblick. Zusätzlich könnten Angaben zu geplanten Investitionen in Kolumbien und zur Verbraucherstimmung das Bild ergänzen. Für die Einordnung der PepsiCo-Aktie sind vor allem die Verkaufsmengen bei Frito-Lay, die Wirkung der Preismaßnahmen und die konkrete Gewinnprognose für den Jahresausklang relevant. Sie zeigen, ob das erwartete Wachstum auch zu einer besseren Ertragsentwicklung führen kann.