Main Street Capital vs. Hercules Capital: Dividende oder Wachstum?

Zwei US-Finanzierer im Duell: Hercules lockt mit 9,58 % Dividendenrendite, Main Street punktet mit Kursentwicklung und Margen. Der Vergleich zeigt, was langfristig zählt.

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Zwei Aktiengesellschaften, deren Geschäftsmodell auf den ersten Blick fast identisch wirkt: Beide sind Business Development Companies, beide finanzieren US-Unternehmen mit Fremd- und Eigenkapital, beide schütten den Großteil ihrer Erträge an Aktionäre aus. Und doch liegen Welten zwischen Main Street Capital und Hercules Capital. Während Main Street aus Houston den unteren Mittelstand mit maßgeschneiderten Finanzierungen versorgt, geht Hercules aus Kalifornien dort hin, wo das Risiko am größten ist: zu risikokapitalfinanzierten Wachstumsunternehmen aus Technologie und Life Sciences. Das spiegelt sich auch in den Kursen wider: Beide Titel notieren seit Jahresbeginn im Minus, Main Street mit -8,12 %, Hercules mit -10,76 %.

In diesem Duell geht es um die klassische Frage langfristig orientierter Anleger: Dividende oder Wachstum? Hercules Capital zahlt mit 9,58 % die deutlich höhere Dividendenrendite, Main Street Capital hat über zehn Jahre mit +62,95 % deutlich stärker an Wert gewonnen als Hercules mit +22,06 %. Wir vergleichen Geschäftsmodell, Zahlen, Bewertung, Analystenmeinungen und Kursverlauf und zeigen, welcher Titel zu welchem Anlegertyp passt. Eine Kaufempfehlung ist das nicht, sondern eine Einordnung.

Main Street Capital vs. Hercules Capital im direkten Vergleich

Datenstand: 29.10.2026

KennzahlMain Street CapitalHercules Capital
HauptsitzHouston, Texas, USASan Mateo, Kalifornien, USA
CEODwayne L. HyzakScott Bluestein
GeschäftsmodellBDC bietet maßgeschneiderte Fremd- und Eigenkapitalfinanzierungen für den unteren Mittelstand an.Intern verwaltete BDC fokussiert auf Venture-Debt-Finanzierungen für innovative Wachstumsunternehmen.
Marktkapitalisierung5,19 Milliarden USD3,14 Milliarden USD
Kursentwicklung seit Jahresbeginn-8,12 %-10,76 %
EBIT (GJ 2025)520,20 Millionen USD365,10 Millionen USD
Free Cashflow (GJ 2025)347,44 Millionen USD-425,89 Millionen USD
KGV (TTM)11,198,04
Kursziel der Analysten (Ø)59,43 USD19,50 USD
Potenzial zum Kursziel+7,11 %+16,11 %

Beide Unternehmen notieren in US-Dollar und weisen für das Geschäftsjahr 2025 aus. Die Kursentwicklung bezieht sich auf Schlusskurse in USD ohne Dividenden, Stichtag ist der 29.10.2026.

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Geschäftsmodell und Strategie

Main Street Capital

Aktienverlinkung: US56035L1044

Main Street Capital ist eine Business Development Company mit Sitz in Houston, Texas, die vom CEO Dwayne L. Hyzak geführt wird und rund 110 Mitarbeiter beschäftigt. Das Kerngeschäft sind maßgeschneiderte Fremd- und Eigenkapitalfinanzierungen für den unteren Mittelstand, also für kleinere, etablierte Unternehmen, die für klassische Bankkredite oft zu klein und für Private Equity zu unattraktiv sind. Diese Nische gilt als weniger zyklisch als das Wachstumsfinanzierungsgeschäft, weil die Portfoliounternehmen meist bereits positive Cashflows erwirtschaften.

Das Geschäft ist in vier Bereiche gegliedert: Lower Middle Market als Herzstück, Private Loan für breiter diversifizierte Kreditportfolios, Middle Market für größere Transaktionen sowie ein extern verwaltetes Vermögensverwaltungsgeschäft über MSC Adviser, das 2024 kontinuierlich ausgebaut wurde. Gerade dieses Asset-Management-Segment ist strategisch interessant: Es erzeugt zusätzliche, kapitalleichtere Erträge, die unabhängiger von der eigenen Bilanz wachsen können. Im März 2024 platzierte das Unternehmen zudem unbesicherte vorrangige Anleihen, um die Finanzierungsstruktur zu diversifizieren und Fälligkeiten zu verlängern.

Hercules Capital

Aktienverlinkung: US4270965084

Hercules Capital aus San Mateo, Kalifornien, steht unter der Führung von CEO Scott Bluestein und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist die größte auf Venture Debt spezialisierte BDC und vergibt Fremdkapital an innovative Wachstumsunternehmen, die von Risikokapitalgebern finanziert werden, schwerpunktmäßig aus den Branchen Technologie und Life Sciences. Ergänzend hält Hercules Eigenkapital- und Optionsschein-Beteiligungen, die im Erfolgsfall zusätzliche Rendite bringen können, und betreibt daneben eine Asset-Management-Plattform.

Das Geschäftsmodell ist damit bewusst zyklischer und risikoreicher angelegt als das von Main Street: Hercules verdient an der Grenze zwischen Innovation und Illiquidität. Sinken die Bewertungsrunden im Venture-Kapital-Markt oder stockt die Finanzierung junger Unternehmen, steigt das Ausfallrisiko im Portfolio deutlich. Umgekehrt profitiert das Haus in boomenden Phasen von hohen Zinserträgen und Werthaltigkeitszuwächsen. 2024 vergab Hercules neue Venture-Debt-Kreditlinien an Tech- und Life-Science-Unternehmen und stockte seine institutionellen Kreditfazilitäten auf, um das Portfoliowachstum zu finanzieren.

Wer hat die Nase vorn? Main Street Capital: Main Street Capital kombiniert eine defensive Nische mit einem wachsenden Asset-Management-Geschäft und wirkt dadurch Geschäftsmodell-seitig robuster aufgestellt.

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Was ist eine Business Development Company?

Eine BDC ist eine börsennotierte Investmentgesellschaft, die kleine und mittlere Unternehmen mit Kapital versorgt. Gesetzlich muss sie den Großteil ihrer Erträge an Aktionäre ausschütten, weshalb BDC-Aktien typischerweise hohe Dividendenrenditen aufweisen. Im Gegenzug tragen Anleger direkt das Kredit- und Beteiligungsrisiko des Portfolios.

Umsatz und Profitabilität

Bei Business Development Companies sind Umsatz und Betriebsergebnis eng an Zinserträge und Portfoliobewertungen gekoppelt. Ein Blick auf das Geschäftsjahr 2025 zeigt zwei sehr unterschiedliche Dynamiken: Während Hercules Capital kräftig wächst, musste Main Street Capital einen Rückgang hinnehmen, bleibt aber bei der Profitabilität vorn.

Main Street Capital

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Main Street Capital erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 644,50 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 11,06 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Profitabilität bleibt dennoch bemerkenswert: Das EBIT fiel mit 520,20 Millionen US-Dollar üppig aus, was einer Marge von 80,71 % entspricht. Auch der Free Cashflow war mit 347,44 Millionen US-Dollar deutlich positiv, was für ein Kreditgeschäft ein Zeichen solider, liquiditätswirksamer Erträge ist. Der Umsatzrückgang dürfte vor allem mit Bewertungs- und Zinseffekten im Portfolio zusammenhängen, nicht mit einem strukturellen Einbruch.

Hercules Capital

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Hercules Capital steigerte seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2025 auf 547,10 Millionen US-Dollar und damit um 26,97 %, ein Ausweis des ambitionierten Portfoliowachstums. Das EBIT lag bei 365,10 Millionen US-Dollar, die Marge betrug 66,73 % und lag damit deutlich unter der von Main Street. Auffällig ist der stark negative Free Cashflow von -425,89 Millionen US-Dollar, was mit der expansiven Kreditvergabe und dem Aufbau neuer Beteiligungen zusammenhängt: Hercules investiert目前 mehr Kapital in das Portfolio, als es laufend einnimmt. Das ist Wachstumslogik, erhöht aber die Abhängigkeit von externer Finanzierung.

Wer hat die Nase vorn? Hercules Capital: Hercules liefert das klar stärkere Umsatzwachstum von fast 27 %, auch wenn Main Street bei Marge und Cashflow die besseren Werte zeigt.

Bewertung: KGV, KUV und Co.

Kurs-Gewinn-Verhältnis und Kurs-Umsatz-Verhältnis liefern bei BDCs nur eine erste Annäherung, da Buchwert und Nettoerträge je Aktie oft aussagekräftiger sind. Für einen schnellen Vergleich der relativen Bewertung reichen beide Kennzahlen aber, solange man sie im Kontext der jeweiligen Ertragsqualität liest.

Main Street Capital

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Main Street Capital handelt mit einem KGV von 11,19 und einem KUV von 7,42. Gemessen an der hohen EBIT-Marge und der positiven Kursentwicklung der vergangenen Jahre wirkt das keine überteuerte, aber auch keine Schnäppchen-Bewertung. Der Markt honoriert offensichtlich die Beständigkeit des Geschäftsmodells und die erfolgreiche Diversifizierung ins Vermögensverwaltungsgeschäft. Mit einer Marktkapitalisierung von 5,19 Milliarden US-Dollar ist Main Street deutlich größer als sein Konkurrent aus Kalifornien.

Hercules Capital

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Hercules Capital ist mit einem KGV von 8,04 und einem KUV von 5,42 spürbar günstiger bewertet. Die Marktkapitalisierung beträgt 3,14 Milliarden US-Dollar. Die niedrigere Bewertung spiegelt wider, dass der Markt das höhere Ausfallrisiko im Venture-Debt-Portfolio und den negativen Free Cashflow mit einem Abschlag bepreist. Billig ist Hercules damit nicht automatisch, denn in zyklischen Geschäftsmodellen kann ein niedriges KGV auch drohende Verluste im nächsten Abschwung andeuten.

Wer hat die Nase vorn? Unentschieden: Hercules ist nominell günstiger, Main Street bietet höhere Ertragsqualität, fair bepreist scheint kein eindeutiger Punkt für einen der beiden.

Dividende und Aktienrückkäufe

Dividenden sind bei BDCs das zentrale Verkaufsargument, schließlich zwingt die Regulatorik zur hohen Ausschüttung. Hier unterscheiden sich die beiden Duellanten am deutlichsten: Hercules zahlt die höhere Rendite, Main Street setzt auf Monatsdividenden und Sonderausschüttungen.

Main Street Capital

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Main Street Capital zahlt eine Dividende von 3,80 US-Dollar je Aktie, was einer Rendite von 6,29 % entspricht. Das Besondere: Die Ausschüttung erfolgt monatlich, was für planende Anleger attraktiv ist. Im August 2024 beschloss das Unternehmen eine Erhöhung der regulären monatlichen Bardividende für das vierte Quartal 2024 sowie eine zusätzliche Sonderdividende. Zusammen mit der langfristigen Kursentwicklung ergibt sich so ein Bild von Dividende und Wachstum als Gesamt-paket, bei dem die Ausschüttung nicht auf Kosten des Substanzwerts erhöht werden muss.

Hercules Capital

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Hercules Capital zahlt 1,80 US-Dollar je Aktie und kommt damit auf eine Dividendenrendite von 9,58 %, gut drei Prozentpunkte mehr als Main Street. Im August 2024 deklarierte das Unternehmen eine reguläre Quartalsdividende zusammen mit einer fortlaufenden Supplemental-Dividende. Diese Kombination aus Basis- und Zusatzausschüttung ist typisch für das Geschäftsmodell: Die Sonderdividende schwankt mit den Erträgen aus Eigenkapitalbeteiligungen und Anteilscheinen, kann also in schwächeren Jahren ausfallen. Anleger tauschen bei Hercules schlicht einen Teil der Kursdynamik gegen laufende Einnahmen.

Wer hat die Nase vorn? Hercules Capital: Mit 9,58 % Dividendenrendite und ergänzenden Supplemental-Ausschüttungen ist Hercules klar das bessere Dividendenpapiere für Einkommensorientierte.

Analysteneinschätzungen

Analysteneinstufungen sind Meinungen und keine Prognosen, geben aber einen Eindruck davon, wie das professionelle Research die beiden Titel currently einordnet. Hier zeigt sich ein deutliches Gefälle.

Main Street Capital

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Für Main Street Capital sehen sieben Analysten ein mittleres Kursziel von 59,43 US-Dollar, was beim Kurs von 55,48 US-Dollar einem Abstand von +7,11 % entspricht. Der Konsens lautet Halten, mit zwei Kauf- und sechs Halte-Empfehlungen bei keiner einzigen Verkaufs-Einstufung. Die Zurückhaltung dürfte mit dem moderaten Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2025 zusammenhängen, das Fehlen von Verkaufsempfehlungen zeigt aber, dass das Geschäftsmodell weiterhin Respekt genießt.

Hercules Capital

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Hercules Capital schneidet bei den Analysten deutlich besser ab: Von neun Analysten empfehlen acht den Kauf, einer das Halten, Verkäufe gibt es keine. Der Konsens lautet accordingly Kaufen, das mittlere Kursziel von 19,50 US-Dollar liegt beim Kurs von 16,80 US-Dollar um +16,11 % höher. Das Markt-Research honoriert damit das starke Umsatzwachstum und sieht das Ausfallrisiko des Venture-Debt-Portfolios offensichtlich als ausreichend eingepreist. Auch hier gilt: Das sind Einschätzungen der Analysten, keine Garantien.

Wer hat die Nase vorn? Hercules Capital: Mit Kauf-Konsens, acht von neun Kaufempfehlungen und einem höheren Kursziel-Abstand liegt Hercules bei den Analysten klar vorn.

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Kursentwicklung im Vergleich

Für langfristige Anleger zählt nicht das Tagesgeschäft, sondern die Bilanz über ganze Marktzyklen. Im Vergleichszeitraum seit dem 29.10.2016, also über zehn Jahre, liegen beide Aktien zurück hinter ihren Höchstständen, haben aber sehr unterschiedliche Wege dorthin genommen. Frühere Kursentwicklungen sind kein Hinweis auf die künftige.

Main Street Capital vs. Hercules Capital: Kursentwicklung im Vergleich seit Oktober 2016
Kursentwicklung von Main Street Capital und Hercules Capital seit 29.10.2016 (Start = 100, Stand 29.10.2026), Schlusskurse in Handelswährung ohne Dividenden. Quelle: Goldesel
ZeitraumMain Street CapitalHercules Capital
Seit Jahresbeginn-8,12 %-10,76 %
1 Jahr-5,15 %-6,95 %
3 Jahre+46,51 %+11,30 %
5 Jahre+26,30 %-5,27 %
10 Jahre+62,95 %+22,06 %
Ø pro Jahr (seit 29.10.2016)+5,00 %+2,01 %
Größter Rückgang vom Hoch-65,02 %-58,47 %

Veränderung der Schlusskurse in der Handelswährung, ohne Dividenden. Startkurs ist jeweils der Schluss des letzten Handelstags vor Beginn des Zeitraums.

Main Street Capital

Main Street Capital hat über zehn Jahre um 62,95 % zugelegt, was durchschnittlich 5,00 % pro Jahr entspricht. Der Weg dorthin war holprig: In der Corona-Panne riss der Titel vom Hoch am 13.02.2020 bis zum Tief am 23.03.2020 um 65,02 % ein, erholte sich aber anschließend und erreichte neue Höchststände. Über drei Jahre liegt der Kurs mit +46,51 % klar im Plus, über fünf Jahre mit +26,30 %. Derzeit notiert die Aktie 17,85 % unter dem Höchststand des Zehnjahreszeitraums, nachdem sie im vergangenen Jahr 5,15 % verloren hat. Insgesamt zeichnet sich das Bild einer Aktie, die Krisen wegsteckt und langfristig Total Return liefert.

Hercules Capital

Hercules Capital hat über zehn Jahren 22,06 % gewonnen, durchschnittlich 2,01 % pro Jahr, und bleibt damit deutlich hinter Main Street zurück. Der größte Rückgang vom Hoch betrug 58,47 % zwischen dem 21.02.2020 und dem 03.04.2020, war also etwas flacher als bei Main Street, doch die Erholung fiel mühsamer aus: Über fünf Jahre steht ein Minus von 5,27 % zu Buche, über drei Jahre ein Plus von 11,30 %. Im vergangenen Jahr verlor die Aktie 6,95 %, der Abstand zum Höchststand des Zeitraums beträgt 23,66 %. Der Kursverlauf spiegelt die Zyklen des Venture-Markts wider, inklusive der schwierigen Phase gestiegener Zinsen und gesunkener Bewertungsrunden bei Wachstumsunternehmen. Ohne die hohen Dividenden sähe die Gesamtbilanz für Anleger allerdings besser aus als die reinen Kurszahlen.

Wer hat die Nase vorn? Main Street Capital: Über drei, fünf und zehn Jahre liefert Main Street Capital die klar bessere Kursentwicklung, bei geringerem Abstand zum Höchststand.

Chancen und Risiken

Main Street Capital

Chancen

  • Der kontinuierliche Ausbau des extern verwalteten Vermögensverwaltungsgeschäfts über MSC Adviser eröffnet kapitalleichte Ertragsquellen abseits der eigenen Bilanz.
  • Die Nische im unteren Mittelstand ist von Banken und Private-Equity-Häusern nur bedient, was stabile Margen und weniger Konkurrenzdruck ermöglicht.
  • Monatliche Dividenden plus Sonderausschüttungen können compounded über Jahre einen erheblichen Total-Return-Beitrag liefern.

Risiken

  • Ein Umsatzrückgang von 11,06 % im Geschäftsjahr 2025 zeigt, dass auch dieses defensive Modell empfindlich auf Zins- und Bewertungseffekte reagiert.
  • Als BDC trägt Main Street direkt das Ausfallrisiko seiner Portfoliounternehmen, und der Corona-Einbruch von 65,02 % zeigt, wie schnell das eingepreist werden kann.
  • Kreditvergabe an kleine Unternehmen ist konjunktursensitiv, eine US-Rezession könnte Ausfallquoten im unteren Mittelstand spürbar erhöhen.

Hercules Capital

Chancen

  • Ein Umsatzwachstum von 26,97 % im Geschäftsjahr 2025 belegt, dass die Venture-Debt-Plattform weiter expandiert.
  • Acht von neun Analysten empfehlen die Aktie mit einem mittleren Kursziel von 19,50 US-Dollar, was 16,11 % Aufwärts-Optionality signalisiert.
  • Mit einer Dividendenrendite von 9,58 % inklusive Supplemental-Zahlungen bietet Hercules ein deutlich höheres laufendes Einkommen als der Sektor-Durchschnitt.

Risiken

  • Der Free Cashflow von -425,89 Millionen US-Dollar macht das Wachstum von externer Finanzierung abhängig, die in schwierigen Märkten teuer oder knapp werden kann.
  • Das Portfolio konzentriert sich auf risikokapitalfinanzierte Wachstumsunternehmen, deren Ausfallraten in Abschwüngen des Venture-Markts deutlich steigen können.
  • Über fünf Jahre notiert die Aktie 5,27 % im Minus, die Supplemental-Dividende kann in schwächeren Jahren ausfallen und damit das Einkommen mindern.

Fazit: Main Street Capital oder Hercules Capital?

Dieses Duell entscheidet sich an der Frage, was Anleger von einer BDC-Aktie erwarten. Wer laufende Einnahmen sucht, kommt an Hercules Capital kaum vorbei: 9,58 % Dividendenrendite, dazu Kauf-Konsens der Analysten und das stärkste Umsatzwachstum im Feld. Der Preis dafür ist ein höheres Risikoprofil, ein negativer Free Cashflow und eine Kursbilanz, die über fünf Jahre im Minus liegt.

Main Street Capital ist das Gegenstück: moderatere, aber monatliche Dividenden, eine EBIT-Marge von 80,71 % und eine Zehnjahresperformance von 62,95 %, die Hercules um Längen schlägt. Die Aktie ist aktuell 17,85 % von ihrem Höchststand entfernt und damit nicht billig im klassischen Sinne, aber das Geschäftsmodell hat Krisen wiederholt überstanden. Am Ende wiegt für langfristig orientierte Anleger die Beständigkeit schwerer als die Spitzenrendite, auch wenn Hercules in puncto Dividende und Analystengunst verdient gewinnt.

Wer hat die Nase vorn?

KriteriumVorteilBegründung
Geschäftsmodell und StrategieMain Street CapitalDefensive Mittelstandsnische plus wachsendes Asset-Management-Geschäft, robuster als zyklisches Venture Debt.
Wachstum und ProfitabilitätHercules CapitalUmsatzplus von 26,97 % gegen -11,06 % bei Main Street, trotz schwächerer Marge.
BewertungUnentschiedenHercules günstiger im KGV und KUV, Main Street mit höherer Ertragsqualität, kein eindeutiger Sieger.
Dividende und RückkäufeHercules Capital9,58 % Rendite mit Supplemental-Zahlungen schlagen 6,29 % bei Main Street.
AnalystenmeinungHercules CapitalKauf-Konsens mit acht von neun Kaufempfehlungen, Kursziel 16,11 % über dem Kurs.
Langfristige KursentwicklungMain Street Capital62,95 % über zehn Jahre gegenüber 22,06 %, auch über drei und fünf Jahre vorn.
Chancen und RisikenMain Street CapitalGeringeres Klumpenrisiko, positiver Free Cashflow und bewiesene Krisenresilienz im Portfolio.
ZwischenstandMain Street Capital: 3 · Hercules Capital: 3 · unentschieden: 1

Mein Favorit ist Main Street Capital. Main Street Capital passt zu langfristig orientierten Anlegern, die Dividende und Kurswachstum im Gleichgewicht wollen. Zwar gewinnt Hercules in den Kriterien Wachstum, Dividende und Analystenmeinung, doch die Abweichung zugunsten von Main Street begründet sich in der Beständigkeit: Die deutlich bessere Zehnjahresperformance, die hohe Marge und das geringere Zyklenrisiko wiegen im Gesamtbild schwerer als die höhere Ausschüttungsrendite. Wer dagegen primär aktuelles Einkommen sucht und Zyklenrisiko bewusst eingeht, für den bleibt Hercules Capital die spannendere Alternative.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur der Information und stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Kurse, Kennzahlen und Analystenschätzungen können sich jederzeit ändern. Investitionen in Aktien sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust.

Transparenzhinweis: Der Autor ist in Main Street Capital und Hercules Capital investiert.

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Quellen & weiterführende Berichte

Häufige Fragen

Main Street Capital oder Hercules Capital kaufen?

Das hängt vom Anlegerziel ab. Hercules Capital bietet mit 9,58 % Dividendenrendite und Kauf-Konsens der Analysten mehr laufende Einnahmen und Wachstumsdynamik, Main Street Capital hat über zehn Jahre deutlich stärker an Wert gewonnen und wirkt mit seinem Mittelstands-Fokus robuster. Eine allgemeine Kaufempfehlung kann und will dieser Vergleich nicht geben.

Wie hoch ist die Dividende bei Main Street Capital und Hercules Capital?

Main Street Capital zahlt 3,80 US-Dollar je Aktie und damit eine Rendite von 6,29 %, ausgeschüttet monatlich. Hercules Capital zahlt 1,80 US-Dollar je Aktie, was einer Rendite von 9,58 % entspricht, ergänzt um eine fortlaufende Supplemental-Dividende.

Wie haben sich die Aktien in den letzten zehn Jahren entwickelt?

Ohne Dividenden hat Main Street Capital seit Oktober 2016 um 62,95 % zugelegt, durchschnittlich 5,00 % pro Jahr. Hercules Capital gewann im selben Zeitraum 22,06 %, durchschnittlich 2,01 % pro Jahr, und lag über fünf Jahre sogar 5,27 % im Minus.

Ist Hercules Capital billig bewertet?

Mit einem KGV von 8,04 und einem KUV von 5,42 ist Hercules nominell günstiger als Main Street Capital mit 11,19 und 7,42. Der Abschlag preist jedoch das höhere Ausfallrisiko im Venture-Debt-Portfolio und den negativen Free Cashflow ein, billig bedeutet hier nicht automatisch attraktiv.

Was ist der Unterschied zwischen den Geschäftsmodellen beider BDCs?

Main Street Capital finanziert kleinere Unternehmen des unteren Mittelstands mit Fremd- und Eigenkapital und baut zusätzlich ein externes Vermögensverwaltungsgeschäft auf. Hercules Capital vergibt Venture Debt an risikokapitalfinanzierte Wachstumsunternehmen aus Technologie und Life Sciences, was mehr Renditepotenzial, aber auch mehr Zyklenrisiko bedeutet.

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