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Matthias v.M. in Aktienanalysen

28.08.2026 09:12

Blogartikelbild Nike vs. Adidas: Welche Sportartikel-Aktie jetzt die bessere Wahl ist

Nike vs. Adidas: Welche Sportartikel-Aktie jetzt die bessere Wahl ist

Nike oder Adidas? Im neuesten Goldesel-Aktienduell treffen die zwei bekanntesten Sportartikelmarken der Welt aufeinander – allerdings mit sehr unterschiedlicher Ausgangslage.

Nike steckt weiter im Turnaround, die Aktie hat seit Jahresbeginn deutlich verloren. Adidas steht operativ besser da, leidet aber ebenfalls unter einem schwierigen Marktumfeld, Rabattdruck und zuletzt schwächeren Branchensignalen aus den USA.

Damit geht es nicht nur um zwei große Marken, sondern um zwei verschiedene Börsenstorys: Nike als angeschlagene Erholungswette – Adidas als stärker laufender Konzern, dessen Aktie trotz guter Zahlen ebenfalls unter Druck geraten ist.

Nike vs Adidas im direkten Vergleich

KennzahlNikeAdidas
UnternehmenssitzBeaverton, OregonHerzogenaurach, Deutschland
CEOElliott HillBjørn Gulden
BrancheSportartikelSportartikel
GeschäftsmodellSport- und Lifestyleartikel, inklusive Nike, Jordan und ConverseSport- und Lifestyleartikel, unter anderem Adidas Performance und Originals
Marktkapitalisierung57,98 Milliarden USD27,37 Milliarden Euro
Kursentwicklung 2026-35,36 %-9,96 %
Umsatz 2026e46,40 Milliarden USD26,96 Milliarden Euro
EBIT3,80 Milliarden USD 2026e1,97 Milliarden Euro 2025
KGV TTM18,7119,62
Dividendenrendite4,17 %1,85 %

Hinweis: Nike bilanziert in USD, Adidas in Euro.

Geschäftsmodell und Strategie

Aktienverlinkung: US6541061031

Nike ist der größere der beiden Sportartikelkonzerne und weltweit vor allem mit Sportschuhen, Bekleidung und Ausrüstung präsent. Neben der Kernmarke gehören auch Jordan und Converse zum Konzern. Genau darin liegt eine Stärke, aber aktuell auch ein Problem: Während Performance-Bereiche wie Running wieder besser laufen, schwächeln Lifestyle-Produkte und Teile des Jordan-Geschäfts.

Der Konzern versucht deshalb, wieder stärker über Sport, Innovation und neue Produkte zu wachsen. Der Pegasus Plus 2 steht beispielhaft für diesen Fokus auf das Running-Segment. Gleichzeitig muss Nike den Turnaround im Direktgeschäft, in China und im Lifestyle-Bereich erst noch beweisen.

Aktienverlinkung: DE000A1EWWW0

Adidas ist kleiner, wirkt operativ derzeit aber deutlich stabiler. Der Konzern setzt unter CEO Bjørn Gulden stark auf Markenfokus, klare Produktlinien und Kategorien wie Fußball, Running, Originals und Lifestyle. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Adidas einen Rekordumsatz und hob die Jahresprognose an.

Trotzdem ist auch Adidas nicht frei von Gegenwind. Hohe Marketingausgaben rund um die Fußball-WM belasteten zuletzt das Ergebnis, dazu kommt Preisdruck im Sporthandel. Der Unterschied zu Nike: Adidas muss weniger einen grundlegenden Turnaround beweisen, sondern eher zeigen, dass das starke Wachstum auch profitabel bleibt.

Wer hat die Nase vorn?
Beim Geschäftsmodell liegt Adidas derzeit vorn. Nike hat die größere Marke und mehr Umsatz, Adidas wirkt operativ aber klarer positioniert und besser im aktuellen Marktumfeld.

Umsatz und Profitabilität

Bei Nike zeigen die Zahlen, warum die Aktie derzeit eher als Turnaround-Wette gesehen wird. Für 2026 werden laut den vorliegenden Daten 46,40 Milliarden USD Umsatz erwartet, das Wachstum liegt aber nur bei 0,19 %. Das EBIT wird mit 3,80 Milliarden USD ausgewiesen, der Free Cashflow mit 2,18 Milliarden USD.

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Widget: revenue
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Bei Adidas sieht die Dynamik aktuell besser aus. Für 2026 werden 26,96 Milliarden Euro Umsatz erwartet, das Umsatzwachstum liegt bei 8,64 %. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Adidas bereits einen Rekordumsatz von 6,7 Milliarden Euro und hob die Jahresprognose auf 9 bis 10 % währungsbereinigtes Wachstum an.

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Der Unterschied ist deutlich: Nike ist zwar weiterhin der größere Konzern, wächst aktuell aber kaum. Adidas ist kleiner, zeigt dafür die bessere operative Dynamik. Entscheidend wird sein, ob Adidas das Wachstum stärker in Gewinn umwandeln kann und ob Nike seine Margen nach dem Umbau wieder stabilisiert.

Wer hat die Nase vorn?
Bei Umsatz und Profitabilität liegt Adidas vorn. Nike bleibt größer, Adidas wächst aktuell aber klar stärker und wirkt operativ robuster.

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Bewertung

Bei der Bewertung wirkt Nike auf den ersten Blick nicht überzogen. Das KGV TTM liegt bei 18,71, für 2027e wird ein KGV von 18,11 ausgewiesen. Das KUV liegt bei 1,25, das EV/EBITDA bei 13,67. Nach dem deutlichen Kursrückgang ist also bereits viel Skepsis eingepreist.

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Bei Adidas ist das Bild etwas attraktiver. Das KGV TTM liegt bei 19,62, für 2026e aber nur bei 16,22. Das KUV von 1,02 und das EV/EBITDA von 9,45 fallen niedriger aus als bei Nike. Auch die Free-Cashflow-Rendite ist mit 6,89 % deutlich höher als bei Nike mit 3,76 %.

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Der Unterschied: Nike ist nach dem Kurssturz günstiger geworden, muss aber erst wieder Wachstum liefern. Adidas wirkt auf Basis der Multiples derzeit etwas besser ausbalanciert, weil die operative Entwicklung stärker ist und die Bewertung trotzdem moderat bleibt.

Wer hat die Nase vorn?
Bei der Bewertung liegt Adidas vorn. Nike ist optisch nicht teuer, Adidas bietet aktuell aber das bessere Verhältnis aus Bewertung und operativer Dynamik.

Dividende

Für 2026 wird bei Nike eine Dividende von 1,63 USD je Aktie erwartet. Die Dividendenrendite liegt bei 4,17 % und fällt damit für einen Sportartikelkonzern auffällig hoch aus. Ein Teil dieser hohen Rendite erklärt sich allerdings durch den starken Kursrückgang der Aktie.

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Adidas kommt für 2026 auf eine erwartete Dividende von 3,62 Euro je Aktie. Die Dividendenrendite liegt bei 1,85 %. Damit bleibt die Ausschüttung ein netter Zusatz, der Investmentcase hängt aber stärker an Umsatzwachstum, Margenerholung und der Markenstärke unter CEO Bjørn Gulden.

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Widget: key-figures

Wer hat die Nase vorn?
Bei der Dividende liegt Nike vorn. Die Rendite ist deutlich höher, kommt aber mit mehr Unsicherheit.

Analysteneinschätzungen

Bei Nike fällt das Analystenbild zurückhaltender aus. Das Rating steht bei Halten, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 49,55 USD. Ausgehend vom aktuellen Niveau ergibt sich daraus ein Potenzial von 26,54 %. Insgesamt fließen 41 Schätzungen in die Auswertung ein.

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Bei Adidas ist die Stimmung deutlich positiver. Das Rating steht bei Stark Kaufen, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 204,84 Euro. Das entspricht einem Potenzial von 34,90 %. Insgesamt liegen 31 Schätzungen vor.

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Widget: rating-simple

Wer hat die Nase vorn?
Bei den Analysten liegt Adidas vorn. Das Rating ist stärker, das Kurspotenzial höher und die operative Story wirkt derzeit belastbarer.

Chartanalyse

Nike: immer neue Tiefs

Die Aktie von Nike ist auch charttechnisch gegen Konkurrent Adidas ins Hintertreffen geraten. Die wichtige Unterstützung im Wochenchart zwischen 50 und 52,50 USD ist bereits im März 2026 gefallen und konnte seither auch nicht wieder angelaufen werden. Zuletzt ist die Aktie noch im Bereich zwischen 40 und 47 USD gependelt, hat nun aber wieder neue Tiefs gemacht.

Charttechnisch gibt es nun keine nahegelegenen Kursziele im Chart mehr. Die nächsten Unterstützungszonen im Monatschart finden sich tatsächlich erst um 23,60 und 17,70 USD.

Adidas: übergeordneter Abwärtstrend gebrochen

Die Aktie von Adidas ist übergeordnet im Mai 2026 über die Abwärtstrendlinie, die sich vom Hoch im Februar 2025 gebildet hat, ausgebrochen. Die Aktie konnte die 200-Wochen-Linie nicht nachhaltig überwinden und korrigiert seither wieder. Sogar die 50- und 200-Tage-Linie wurde wieder unterschritten. Nun könnte das Tief um 130 Euro wieder in den Fokus rücken. Aufhellen würde sich das Chartbild erst über 170 Euro wieder.

Wer hat die Nase vorn?
Charttechnisch liegt Adidas vorn. Das Bild ist zwar ebenfalls angeschlagen, bei Nike fehlen nach dem Bruch wichtiger Unterstützungen aber aktuell klare nahe Auffangzonen.

Chancen und Risiken

Nike

Chancen:

  • Nike bleibt eine der stärksten Sportmarken der Welt und verfügt trotz der aktuellen Schwäche über enorme globale Reichweite.
  • Das Performance-Running-Geschäft wächst seit mehreren Quartalen zweistellig und zeigt, dass die Rückbesinnung auf Sport und Innovation erste Wirkung entfaltet.
  • Neue Produkte wie der Pegasus Plus 2 sollen helfen, Marktanteile im wichtigen Running-Segment zurückzugewinnen.
  • Nach dem starken Kursrückgang ist die Erwartungshaltung deutlich gesunken. Gelingt der Turnaround, könnte die Aktie überproportional reagieren.

Risiken:

  • Das Lifestyle-Geschäft und Teile der Jordan-Sparte bleiben unter Druck.
  • In Greater China ging der Umsatz zuletzt währungsbereinigt deutlich zurück, was die internationale Erholung erschwert.
  • Nike kämpft weiter mit Rabatten, Altbeständen und schwächerer Nachfrage im Handel.
  • Der neue CFO und der Investor Day im November müssen Vertrauen schaffen. Bleiben konkrete Fortschritte aus, dürfte die Aktie anfällig bleiben.

Adidas

Chancen:

  • Adidas wächst derzeit klar stärker als Nike und hat die Umsatzprognose für 2026 auf 9 bis 10 % währungsbereinigtes Wachstum angehoben.
  • Das zweite Quartal brachte mit 6,7 Milliarden Euro den höchsten Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte.
  • Fußball, Running, DTC und Originals liefern eine breite Basis für weiteres Wachstum.
  • Mögliche US-Zollerstattungen und nachlassende WM-Marketingkosten könnten im zweiten Halbjahr zusätzlichen Ergebnisspielraum bringen.

Risiken:

  • Hohe Marketingausgaben haben im zweiten Quartal gezeigt, dass starkes Wachstum nicht automatisch zu stärkerem Gewinnwachstum führt.
  • Der Sporthandel steht unter Rabattdruck, vor allem durch schwächere Signale aus den USA.
  • Sollte sich das Konsumumfeld weiter eintrüben, könnten Bestellungen und Margen unter Druck geraten.
  • Die Aktie hat sich operativ besser entwickelt als Nike, ist charttechnisch aber ebenfalls angeschlagen.

Wer hat die Nase vorn?
Bei Chancen und Risiken liegt Adidas vorn. Nike bietet zwar die größere Turnaround-Fantasie, Adidas hat derzeit aber die sichtbar bessere operative Dynamik.

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Nike vs. Adidas – welche Aktie ist besser?

Nike bleibt die größere Marke und bietet nach dem starken Kursrückgang grundsätzlich Turnaround-Fantasie. Operativ muss der US-Konzern aber erst beweisen, dass die Probleme im Lifestyle-Geschäft, in China und im Handel wirklich nachlassen.

Adidas ist kleiner, steht aktuell aber besser da. Das Wachstum ist stärker, die Bewertung wirkt attraktiver, die Analysten sind optimistischer und auch charttechnisch sieht die Aktie weniger schwach aus als Nike. Die höhere Dividendenrendite spricht zwar für Nike, reicht im Gesamtbild aber nicht aus.

KategorieGewinner
GeschäftsmodellAdidas
Umsatz und ProfitabilitätAdidas
BewertungAdidas
DividendeNike
AnalystenAdidas
CharttechnikAdidas
Chancen/RisikenAdidas

Wer hat die Nase vorn?
Insgesamt hat Adidas die Nase vorn. Nike bleibt eine spannende Turnaround-Wette, Adidas bietet derzeit aber das überzeugendere Gesamtpaket aus Wachstum, Bewertung und operativer Stärke.

Disclaimer und Transparenzhinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung, Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Aktieninvestments sind mit Risiken verbunden, bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals. Anleger sollten vor einer Entscheidung ihre eigene Recherche durchführen und ihre persönliche finanzielle Situation berücksichtigen.

Der Autor ist weder in Nike noch in Adidas investiert.

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