KI-Aktien vor der Erleichterungsrally? Anthropic-IPO & Einstieg in Brasilien?
In der aktuellen Ausgabe des Aktienpodcasts „Aktientalk“ sprechen unser Goldesel Michael Flender und Daniel von Investflow über KI-Aktien zwischen gewaltigen Investitionen und wachsenden Zweifeln an der Finanzierung. Außerdem geht es um die Neoclouds...
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In der aktuellen Ausgabe des Aktienpodcasts „Aktientalk“ sprechen unser Goldesel Michael Flender und Daniel von Investflow über KI-Aktien zwischen gewaltigen Investitionen und wachsenden Zweifeln an der Finanzierung.
Außerdem geht es um die Neoclouds CoreWeave und Nebius, die Kapitalpläne von Meta, das Sparprogramm bei Microsoft und die Zahlen rund um einen möglichen Börsengang von Anthropic. Dazu kommen der Absturz der Brasilien-Aktien und das ungleiche Fintech-Duell PayPal gegen SoFi.
Zu Gast ist außerdem Sumit Kumar von Parqet, der erklärt, wie stark KI den Arbeitsalltag eines Unternehmens schon heute verändert.
Ob die Cloud-Zahlen eine Erleichterungsrally auslösen können, warum der richtige Trend nicht automatisch die richtige Aktie ist und ob Michael und Daniel in Brasilien gekauft haben, das und vieles mehr erfahrt ihr in der aktuellen Podcast-Episode bei Apple Podcasts, Spotify oder direkt bei YouTube.
Key Takeaways
- Starke Cloud-Nachfrage eröffnet bei KI-Aktien Chancen auf eine Erholung, löst aber die Finanzierungsprobleme vieler Neoclouds nicht.
- Meta liefert operativ, doch mögliche Kapitalmaßnahmen und Verwässerung bremsen die Begeisterung.
- SoFi überzeugt mit hohem Wachstum, während PayPal um neue operative Dynamik kämpft.
- Politisch ausgelöste Kursverluste machen Brasilien-Aktien nicht automatisch zu attraktiven Käufen.
- KI beschleunigt Unternehmensprozesse erheblich, verlangt bei sensiblen Daten aber weiterhin konsequente Kontrollen.
KI-Aktien vor den Cloud-Zahlen: Kommt jetzt die Erleichterungsrally?
Die anstehenden Quartalszahlen von Alphabet, Microsoft und Amazon sind ein wichtiger Stimmungstest für den gesamten Sektor. Entscheidend ist nicht nur, wie stark Google Cloud, Azure und AWS wachsen. Mindestens genauso wichtig ist, was die Konzerne zur Nachfrage und zu ihren weiteren Investitionsplänen sagen.
Kurzfristig sind wir eher optimistisch. In den vergangenen Handelswochen wurde bei KI-Aktien bereits viel Skepsis eingepreist: eine mögliche KI-Blase, schwierige Finanzierungen und Zweifel daran, ob sich die enormen Ausgaben jemals rechnen. Melden die großen Cloud-Anbieter jetzt solide Zahlen und eine anhaltend hohe Nachfrage, könnte das für spürbare Entspannung sorgen.
Die Aussagen von Amazon-Chef Andy Jassy zur starken Auslastung passen jedenfalls nicht zur Vorstellung, dass plötzlich niemand mehr Rechenleistung braucht. Wenn zusätzliche Kapazitäten aufgebaut werden und trotzdem knapp bleiben, ist das ein positives Signal für die gesamte Infrastrukturkette.
Hohe Nachfrage und attraktive Aktienkurse sind allerdings zwei verschiedene Dinge. Selbst gute Zahlen können enttäuschen, wenn die Erwartungen noch höher liegen. Und sollte ausgerechnet bei Azure oder Google Cloud ein Haar in der Suppe auftauchen, kann es schnell wieder ungemütlich werden.
Neoclouds: Der richtige Trend garantiert nicht die richtige Aktie
Besonders heftig trifft die Unsicherheit die Neoclouds, also spezialisierte Anbieter von KI-Rechenleistung. Bei einzelnen Titeln wurde zeitweise ein großer Teil des vorherigen Kursanstiegs wieder abgegeben. CoreWeave und Nebius stehen dabei besonders im Fokus.
Das Grundproblem ist schnell erklärt: Rechenzentren kosten riesige Summen, lange bevor sie verlässlich Geld verdienen. Wer kaum Gewinne erwirtschaftet, muss immer wieder frisches Kapital beschaffen. Werden Kreditgeber vorsichtiger oder verlangen höhere Zinsen, kippt die Rechnung schnell. Die zeitweise extrem hohen Renditen einer CoreWeave-Anleihe zeigen, wie groß dieser Stress inzwischen ist.
Elon Musks skeptische Aussagen zur Finanzierung kleinerer Anbieter haben die Debatte zusätzlich angeheizt. Konzerne mit einem starken Kerngeschäft können ihre Investitionen zumindest teilweise selbst tragen. Ein reiner Neocloud-Anbieter hat diesen Puffer häufig nicht.
Das erinnert uns an die frühen Suchmaschinen. Wer damals erkannt hat, dass Internetsuche riesig wird, lag vollkommen richtig. Wer aber auf den falschen Anbieter setzte, konnte trotzdem viel Geld verlieren. Google war schließlich nicht die erste Suchmaschine.
Eine richtige Branchenprognose ist also noch keine erfolgreiche Aktienauswahl. Deshalb halten wir die großen Hyperscaler langfristig für robuster. Bei Neoclouds bleiben kurzfristige Erholungen trotzdem möglich, gerade nach einem heftigen Ausverkauf und bei vielen Leerverkäufern. Eine solche Gegenbewegung sollte man nur nicht mit einer gelösten Finanzierungsfrage verwechseln.
Meta: Gute operative Zahlen, schwierige Kapitalfragen
Bei Meta liegt der Fall anders. Das bestehende Geschäft liefert starke Umsätze, und Mark Zuckerberg hat mit Instagram und WhatsApp früh bewiesen, dass er Chancen erkennt. Bei der Aktionärsfreundlichkeit sind Michael und Daniel trotzdem skeptischer.
Das Problem sind anstehende Kapitalmaßnahmen, mögliche neue Aktien ohne Stimmrecht und die Frage, wie stark bestehende Anteilseigner verwässert werden könnten. Wer Kapital aufnimmt, ohne entsprechend Kontrolle abzugeben, löst bei Aktionären nicht automatisch Begeisterung aus.
Hinzu kommt die Größenordnung der geplanten KI-Investitionen. Eine mögliche Beteiligung von Nvidia würde zeigen, wie eng der Chipkonzern inzwischen mit dem gesamten KI-Ökosystem verflochten ist. Für die Infrastrukturbranche ist zusätzliches Kapital zunächst positiv. Für Meta-Aktionäre lautet die entscheidende Frage aber: Was kommt am Ende davon zurück?
Bei Microsoft, Amazon oder Alphabet ist der Weg von zusätzlicher Rechenleistung zu verkaufbaren Cloud-Diensten direkter. Meta muss den wirtschaftlichen Nutzen stärker über das eigene Werbegeschäft und neue Angebote nachweisen.
Eine niedrigere Bewertung ist deshalb nicht automatisch ein Geschenk. Sie kann auch berechtigte Unsicherheit widerspiegeln. Eine kurzfristige Erholung bleibt möglich, aktuell sehen wir aber Unternehmen, die unmittelbarer vom Ausbau der KI-Infrastruktur profitieren.
Microsoft spart: 60.000 Angebote sind nicht 60.000 Kündigungen
Bei Microsoft sorgt ein freiwilliges Ausstiegsprogramm für Aufmerksamkeit. Rund 60.000 Beschäftigte sollen ein entsprechendes Angebot erhalten können. Wichtig ist die Unterscheidung: Daraus folgt nicht, dass tatsächlich 60.000 Menschen das Unternehmen verlassen.
Über die Wirkung entscheidet die tatsächliche Beteiligung. Abfindungen verursachen kurzfristig Kosten, später sinken die Personalausgaben. Microsoft verdient allerdings so viel Geld, dass ein solches Programm die Konzernrechnung nicht ernsthaft belastet.
Bemerkenswert ist eher, wie gelassen der Markt reagiert. Vor einiger Zeit hätte eine ähnliche Meldung sofort die Debatte ausgelöst, ob KI massenhaft Jobs und Softwarelizenzen überflüssig macht. Diesmal steht die normale Anpassung der Kostenstruktur im Vordergrund. Auch das zeigt, wie schnell sich Börsenerzählungen drehen.
Mehr zu den Personalmaßnahmen bei Microsoft in diesem Artikel.
Die kurzen Meldungen: Novo Nordisk, Autobauer und Robotaxis
Novo Nordisk: Werbestreit statt enttäuschender Studie
Bei Novo Nordisk wurde der letzte Kursrutsch durch einen Rechtsstreit mit Eli Lilly ausgelöst. Es geht um vergleichende Werbung zur Gewichtsabnahme mit Zepbound und Wegovy, nicht um eine neue gescheiterte Studie.
Novo argumentierte dabei mit den inzwischen höheren möglichen Wegovy-Dosierungen. Für unsere Podcast Hosts zählt als langfristige Anleger aber vor allem Produktentwicklung und operatives Geschäft. Ein verlorener Streit um Werbung ist nicht dasselbe wie ein schlechteres Medikament.
Mercedes und Porsche: Die Profitabilität steht unter Druck
Bei den deutschen Autobauern bleibt das Bild schwierig. Mercedes senkte die Erwartung für die bereinigte Umsatzrendite im Pkw-Geschäft von 3 bis 5 Prozent auf 2 bis 3 Prozent. Verglichen mit früheren zweistelligen Margen ist das eine heftige Entwicklung.
Porsche bestätigte zwar die Prognose, meldete aber ebenfalls schwache Quartalswerte: rund 8,05 Milliarden Euro Umsatz nach einem Rückgang von 7,5 Prozent und eine Marge von 4,8 Prozent nach 11 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das Premiumsegment bietet grundsätzlich Chancen auf eine Erholung. Ein bestätigter Ausblick allein ist aber noch kein gelungener Turnaround.
Tesla: Wachstum braucht eine klare Vergleichsgröße
Bei Teslas Robotaxi-Aktivitäten in Austin deuten die diskutierten Tracker-Daten auf eine deutliche Ausweitung hin. Bei Vergleichen mit Waymo oder Zoox sollte man aber genau hinsehen: Geht es um Fahrten, Kilometer oder aktive Fahrzeuge? Ohne diese Unterscheidung wirkt eine Rangliste schnell aussagekräftiger, als sie ist.
Anthropic: Riesige Zahlen und die Frage nach dem IPO-Preis
Die Berichte zu einem möglichen Börsengang von Anthropic liefern reichlich Gesprächsstoff. Besonders auffällig ist die enorme Lücke zwischen ausgewiesenem Nettoverlust und bereinigten operativen Kennzahlen.
Im Raum stehen ein Nettoverlust von rund 80 Milliarden Dollar im Halbjahr, ein operativer Verlust von knapp 700 Millionen Dollar und ein bereinigter operativer Gewinn von etwa 1,62 Milliarden Dollar. Solche Unterschiede zeigen vor allem eines: Ohne die jeweiligen Bilanzierungs- und Bereinigungseffekte zu verstehen, lassen sich diese Zahlen kaum sinnvoll einordnen.
Spannend ist die berichtete Entwicklung der Wirtschaftlichkeit. Sinkende Kosten für die Verarbeitung von Tokens bei gleichzeitig besserem Umsatz im Verhältnis zum Rechenaufwand sprechen grundsätzlich dafür, dass das Geschäftsmodell profitabel werden kann. Das wäre ein wichtiger Gegenpunkt zur These, KI-Anbieter würden dauerhaft nur Geld verbrennen.
Würden Michael und Daniel eine mögliche Neuemission zeichnen? Vielleicht mit einer kleinen spekulativen Position. Entscheidend bleiben Bewertung, Marktstimmung und konkrete Bedingungen. Ein gutes Unternehmen kann zu einem überzogenen Preis eine schlechte Anlage sein.
Brasilien-Aktien: Haben Michael und Daniel den Rücksetzer gekauft?
Die kurze Antwort: nein. Nu Holdings und Mercado Libre sind grundsätzlich spannend. Den starken Rücksetzer haben Michael und Daniel trotzdem nicht spontan für einen Einstieg genutzt.
Auslöser der Kursbewegungen war die überraschende politische Entwicklung rund um den brasilianischen Wahlausgang. Der Markt hatte offenbar auf einen wirtschaftspolitisch anderen Kurs gesetzt. Die Neubewertung traf nicht nur Aktien, sondern auch den Real, der zeitweise deutlich gegenüber dem Dollar verlor.
Hier wirken mehrere Risiken gleichzeitig: politische Unsicherheit, mögliche Veränderungen bei den Staatsausgaben und die Währung. Wer eine Aktie in Dollar oder Euro beurteilt, muss die Entwicklung des Geschäfts und den Wechselkurseffekt sauber auseinanderhalten.
Natürlich kann ein solcher Schock Chancen schaffen, und teilweise wurde der erste Einbruch schnell wieder aufgeholt. Genau deshalb wollten unsere Podcast Hosts aber nicht dem ersten roten Kurs hinterherspringen. Ohne genügend Zeit für eine saubere Einordnung ist Nichtstun völlig okay. Eine Aktie wird nicht allein dadurch zum Kauf, dass sie plötzlich 20 Prozent günstiger ist.
PayPal gegen SoFi: Zwei sehr unterschiedliche Fintech-Geschichten
Der Kontrast zwischen PayPal und SoFi könnte derzeit kaum größer sein. Beide zählen zum Fintech-Bereich, haben aber unterschiedliche Geschäftsmodelle. Ein direkter Vergleich ersetzt deshalb keine Einzelanalyse. Beim operativen Tempo ist der Unterschied trotzdem auffällig.
PayPal: Günstig allein reicht nicht
Die besprochenen PayPal-Zahlen sorgen für wenig Begeisterung:
- Der Umsatz wächst um 2 Prozent.
- Das gesamte Zahlungsvolumen steigt um 6 Prozent.
- Der Nettogewinn fällt um 14 Prozent.
- Die operative Marge sinkt von rund 18,1 auf 16,3 Prozent.
Die angehobene Gewinnprognose ist positiv, beantwortet aber nicht die Frage, woher künftig wieder überzeugendes Wachstum kommen soll. Apple Pay und bereits hinterlegte Bezahlverfahren in Onlineshops erhöhen den Wettbewerbsdruck.
Michael und Daniel bleiben weiter skeptisch. Eine niedrige Bewertung hilft wenig, wenn das Geschäft weiter an Dynamik verliert. Übernahmefantasie kann man diskutieren, eine belastbare Investmentthese ist sie nicht.
SoFi: Starkes Wachstum und mehr Produkte je Mitglied
SoFi zeigt dagegen deutlich mehr Dynamik. Im besprochenen Quartal stieg der Umsatz um 44 Prozent und der Nettogewinn um 73 Prozent. Auch Mitgliederzahl und Produktnutzung entwickelten sich stark.
Michael und Daniel gefällt die Idee einer umfassenden Finanzplattform für eine finanziell solide Kundengruppe. Nutzen bestehende Mitglieder mehr Angebote und kommen gleichzeitig neue Kunden hinzu, hat das Wachstum mehrere Treiber. Die vergleichsweise hohe Kreditwürdigkeit der Nutzer ist dabei ein wichtiger Teil der Geschichte.
Dazu kommt ein angehobener Ausblick: Für das Folgejahr wurden rund 6,4 Milliarden Dollar Umsatz und 90 US-Cent Gewinn je Aktie genannt, jeweils über den damaligen Erwartungen.
Das erklärt die kräftige erste Kursreaktion. Ob daraus ein stabiler Aufwärtstrend wird, muss der Markt noch zeigen. Operativ überzeugt SoFi jedenfalls deutlich mehr als PayPal.
KI im Unternehmen: Nicht nur schneller programmieren
Wie viel von der KI-Begeisterung schon im Alltag ankommt, beschreibt Sumit Kumar von Parqet sehr anschaulich. Er unterscheidet drei Ebenen: persönliche Produktivität, unternehmerische Prozesse und Funktionen für Kunden.
Persönlich nutzen viele bereits ChatGPT oder Claude. In Unternehmen geht der Wandel weiter: Agenten übernehmen zusammenhängende Aufgaben, statt nur einzelne Antworten zu liefern. Bei Parqet reicht der Einsatz von der Softwareentwicklung über Marketing und Vertrieb bis zu Backoffice und Buchhaltung.
KI hilft etwa bei Produktvideos, Suchmaschinenoptimierung, Wettbewerbsanalysen und der Auswertung von Kunden- und Vertriebsdaten. Je besser der Kontext, desto nützlicher die Ergebnisse.
Das heißt aber nicht, dass ungeprüfter Code direkt in sensible Systeme wandert. Gerade bei Finanzdaten bleiben Tests und Kontrollen entscheidend. Der Engpass verschiebt sich: Wenn die Umsetzung schneller wird, kommt es stärker darauf an, die richtige Aufgabe zu definieren und das Ergebnis zuverlässig zu prüfen.
Wird besonders leistungsfähige KI irgendwann zur Waffe erklärt?
Sumits zugespitzte These lautet, dass extrem leistungsfähige KI-Modelle irgendwann wie strategische Waffen behandelt werden könnten. Gemeint ist nicht jede alltägliche Assistenzfunktion, sondern eine Leistungsstufe, die gravierende Angriffe auf Software oder andere sicherheitsrelevante Systeme ermöglicht.
Das ist eine persönliche Zukunftsthese, keine beschlossene Regulierung. Sie zeigt aber, warum wirtschaftliche Chancen und Sicherheitsfragen nicht getrennt betrachtet werden können.
Bei Parqet gehören Datensparsamkeit, die Trennung unterschiedlicher Datenbereiche und externe Prüfungen zum Sicherheitsansatz. Auch KI wird für Prüfungen eingesetzt. Gleichzeitig entstehen Risiken über gemeinsam genutzte Bibliotheken, Programmiersprachen und andere Teile der Softwarelieferkette.
Mehr KI macht also Angreifer und Verteidiger gleichermaßen leistungsfähiger. Eine gute Einordnung bietet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Für Unternehmen bleibt die Aufgabe dieselbe: möglichst wenig unnötige Daten speichern, Zugriffe begrenzen und Sicherheitsmaßnahmen laufend überprüfen.
Werbung: Parqet – vom Portfolio-Tracker zur Datenplattform
Die Produktentwicklung zeigt, wie konkret dieser Wandel wird. Parqet erweitert den Tracker um Ansichten und Tags, mit denen sich Bestände über mehrere Depots hinweg zusammenstellen lassen. So lassen sich etwa nur ETFs, einzelne Strategien oder das gesamte Familienvermögen betrachten.
Dazu kommen Schnittstellen für andere Anwendungen und KI-Assistenten. Die Idee: Wer mit einer KI über sein Depot sprechen möchte, braucht zuerst korrekte Bestands- und Performancedaten. Diese Grundlage will Parqet liefern. Welche Informationen an andere Dienste gehen, entscheidet der Nutzer bewusst selbst.
Mit dem Parqet Terminal entsteht zudem ein zweites Produkt für vertiefte Aktienanalysen. Die internationale Expansion hängt dabei weniger an Übersetzungen als an der Anbindung zusätzlicher Banken.
Für ein einfaches Depot genügt oft schon eine einzelne Bankanbindung. Bei mehreren Depots, Familienmitgliedern und Strategien wird die übergreifende Aggregation interessanter. Genau dort sieht Parqet seinen Platz: nicht nur als Oberfläche, sondern als Datenplattform.
Fazit: Bei KI-Aktien muss mehr als die Story stimmen
Der rote Faden dieser Folge ist klar: KI schafft reale Möglichkeiten, von ausgelasteten Rechenzentren bis zu deutlich schnelleren Unternehmensprozessen. Daraus folgt aber weder, dass jeder Anbieter gewinnt, noch dass jeder Kurs gerechtfertigt ist. Nachfrage, Finanzierung, Bewertung und tatsächlicher Kundennutzen müssen zusammenpassen. Erst dann wird aus einer spannenden Geschichte ein überzeugendes Investment.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: Nu Holdings, Mercado Libre.
Häufige Fragen
Was sind Neoclouds und warum sind sie so riskant?
Neoclouds wie CoreWeave oder Nebius vermieten spezialisierte KI-Rechenleistung. Ihre Rechenzentren kosten enorme Summen, bevor sie verlässlich Geld verdienen. Ohne starkes Kerngeschäft sind sie auf frisches Kapital angewiesen und reagieren deshalb empfindlich auf steigende Zinsen und vorsichtigere Kreditgeber.
Ist die Meta-Aktie nach dem Rücksetzer günstig?
Operativ läuft Metas Werbegeschäft stark. Mögliche Kapitalmaßnahmen, Aktien ohne Stimmrecht und die drohende Verwässerung sorgen aber für Unsicherheit. Eine niedrigere Bewertung kann daher auch berechtigte Zweifel widerspiegeln.
PayPal oder SoFi: Welche Fintech-Aktie überzeugt mehr?
Operativ klar SoFi: Der Umsatz stieg zuletzt um 44 Prozent, der Nettogewinn um 73 Prozent, und der Ausblick wurde angehoben. PayPal wächst beim Umsatz nur um 2 Prozent bei sinkender Marge. Eine niedrige Bewertung allein reicht dort nicht als Kaufargument.
Sind Brasilien-Aktien nach dem Kursrutsch ein Kauf?
Nicht automatisch. Nach dem überraschenden Wahlausgang wirken politische Unsicherheit, mögliche Änderungen bei den Staatsausgaben und Währungsrisiken gleichzeitig. Nu Holdings und Mercado Libre bleiben spannend, ein Einstieg sollte aber erst nach sauberer Analyse erfolgen.