KI-Aktien im Ausverkauf: Panik oder Kaufchance nach dem schwarzen Donnerstag?

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In der aktuellen Ausgabe des Aktienpodcasts „Aktientalk“ sprechen unser Goldesel Michael Flender und Daniel von Investflow über den schwarzen Donnerstag: Der Nasdaq verlor rund 6,4 Prozent, der VIX schoss nach oben, und ausgerechnet der KI-Aktien Ausverkauf war besonders hart.

Außerdem geht es um die Frage, was hinter dem Kursrutsch steckt: Bremsen die US-Midterms den Ausbau der Rechenzentren wirklich aus, oder macht der Markt aus möglichen Verzögerungen gerade einen Bruch der gesamten KI-Geschichte? Dazu kommt ein Thema, das jeden Anleger betrifft: Warum zu viel Hebel aus einer Korrektur schnell ein persönliches Desaster macht.

Zudem schauen Michael und Daniel sich die Zahlen von Cloudflare, Bechtle, Rheinmetall und Atlassian an und sprechen über die Bewertung von Anthropic vor dem geplanten Börsengang.

Ob der Ausverkauf bei KI-Aktien übertrieben ist, warum Micron günstiger wirkt als Walmart und wo sich hinter guten Quartalszahlen echte Probleme verstecken, das und vieles mehr erfahrt ihr in der aktuellen Podcast-Episode auf Spotify, Apple Podcasts oder direkt bei YouTube.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Politische Auflagen können den Rechenzentrumsausbau verzögern, ohne die langfristige KI-Nachfrage grundsätzlich zu beseitigen.
  • Niedrige Bewertungen bei KI-Aktien verdienen ebenso eine Prüfung wie hohe Bewertungen vermeintlich sicherer Häfen.
  • Übermäßiger Hebel kann Anleger trotz einer langfristig richtigen Investmentthese aus dem Markt drängen.
  • Unternehmenszahlen, Cashflows und Prognosen entscheiden stärker als die Zugehörigkeit zu einem gefragten Sektor.

Schwarzer Donnerstag: Historisch heißt nicht automatisch beispiellos

Wenn an einem Tag Billionen an Börsenwert verschwinden, klingt das nach dem größten Crash aller Zeiten. Bei absoluten Summen muss man allerdings aufpassen. Die Marktkapitalisierung großer Konzerne ist über die Jahre massiv gestiegen. Entsprechend können heutige Kursverluste in Dollar Rekorde aufstellen, ohne prozentual schlimmer zu sein als frühere Zusammenbrüche.

Harmlos war dieser Handelstag trotzdem nicht. Der VIX stieg zeitweise um ungefähr 70 Prozent. Das zeigt, wie heftig sich die Nachfrage nach Absicherung veränderte. Wer den Indikator einordnen möchte: Der VIX der Cboe bildet die vom Optionsmarkt erwartete Schwankungsintensität des S&P 500 ab. Er misst nicht direkt, wie viele Anleger gerade panisch verkaufen.

Besonders auffällig war die Bewegung unter der Oberfläche. Schon vor dem großen Ausverkauf liefen Dividendenwerte und klassische Standardtitel deutlich besser, während viele Technologieaktien nachgaben. Versicherer wie Allianz, Hannover Rück und Munich Re waren gefragt, ebenso vermeintlich langweilige Namen wie McDonald’s oder DHL.

Für Michael und Daniel war diese extreme Zweiteilung teilweise irritierender als der anschließende breite Rückgang. Sie zeigt, wie nervös der Markt bereits vorher war. Der Donnerstag traf also nicht auf ein entspanntes Umfeld, sondern auf einen Markt, in dem Anleger schon nach Auswegen suchten.

Was die Midterms mit dem KI-Ausverkauf zu tun haben

Einen einzigen, eindeutigen Auslöser gab es nicht. Im Mittelpunkt standen die US-Midterms und die Sorge, dass politische Veränderungen den Ausbau von Rechenzentren bremsen könnten. Interessant dabei: Die erste Marktreaktion auf die demokratischen Wahlerfolge war noch vergleichsweise freundlich. Die heftige Neubewertung kam erst später.

Dazu passten Analystenkommentare, wonach das Wachstum der Investitionsausgaben großer Technologiekonzerne früher seinen Höhepunkt erreichen könnte. Statt 2028 oder 2029 wurde nun teilweise 2027 diskutiert. Für Zulieferer, deren Bewertung auf einem jahrelang beschleunigten Ausbau basiert, ist das natürlich relevant.

Daraus folgt aber nicht automatisch, dass sämtliche KI-Aktien gleichermaßen verlieren müssten. Bei den großen Plattformkonzernen könnte ein früheres Abflachen der Investitionsausgaben unter bestimmten Voraussetzungen sogar den freien Cashflow entlasten. Im Ausverkauf wurde diese Unterscheidung kaum gemacht. Verkauft wurde zunächst fast alles.

Der Markt hat aus möglichen Verzögerungen stellenweise einen grundsätzlichen Bruch der KI-Investitionsgeschichte gemacht. Genau das halten wir für zu pessimistisch.

Verzögerte Rechenzentren sind nicht dasselbe wie gestrichene Rechenzentren

Die Diskussion konzentrierte sich besonders auf Texas, Ohio und Georgia. Eine angeführte UBS-Schätzung sah ungefähr 30 Prozent des erwarteten Kapazitätszuwachses für 2028 als potenziell betroffen an. Wichtig ist jedes einzelne Wort: Es geht um einen Teil des erwarteten Zuwachses, nicht um 30 Prozent aller bestehenden Rechenzentren. Und „betroffen“ bedeutet nicht zwangsläufig „fällt aus“.

Die konkreten Risiken liegen vor allem hier:

  • Genehmigungen: Zusätzliche Prüfungen können den Baubeginn verschieben.
  • Stromanschlüsse: Ohne gesicherte Versorgung lassen sich Projekte schwerer umsetzen.
  • Umweltauflagen: Strengere Anforderungen können Kosten und Planungsaufwand erhöhen.
  • Finanzierung: Längere Projektlaufzeiten verteuern fremdfinanzierte Investitionen.

Das sind echte wirtschaftliche Risiken. Wer später startet, erzielt später Einnahmen und trägt womöglich länger Finanzierungskosten. Bereits genehmigte Projekte mit gesicherter Energieversorgung sind aber anders zu beurteilen als Vorhaben, die noch ganz am Anfang stehen.

Außerdem haben die Bundesstaaten selbst ein Interesse an Investitionen, Steuereinnahmen und wirtschaftlicher Entwicklung. Wer sämtliche Projekte blockiert, riskiert, dass sie anderswo in den USA entstehen. Zwischen Wahlkampfrhetorik und tatsächlicher Regierungspolitik liegt deshalb ein erheblicher Unterschied.

Gleichzeitig müssen wir nicht jede Beschwerde gegen Rechenzentren lächerlich machen. Fragen nach Strompreisen, Lärm, Emissionen und Belastungen für Anwohner sind legitim. Ein geordneter Ausbau ist nicht automatisch das Ende des KI-Booms.

Bloom Energy Aktie – Profiteuer des Stromengpasses

Aktienverlinkung: US0937121079

Wenn die öffentliche Stromversorgung zum Engpass wird, gewinnen dezentrale Lösungen an Bedeutung. Genau deshalb ist Bloom Energy für uns interessant. Das Unternehmen entwickelt Brennstoffzellensysteme zur Stromerzeugung, die unter anderem mit Erdgas und je nach Auslegung auch mit Wasserstoff betrieben werden können.

Die Investmentidee dahinter: Rechenzentren sollen wachsen können, ohne ausschließlich auf zusätzliche Kapazitäten im öffentlichen Netz zu warten. Eine eigene Energieversorgung könnte damit Teil der Antwort auf strengere politische Anforderungen werden.

Eine unserer Positionen in Bloom Energy haben wir im Ausverkauf deutlich aufgestockt. Das ist ausdrücklich eine persönliche Entscheidung und kein Beweis dafür, dass die Aktie kurzfristig steigen muss. Auch ein plausibler Profiteur kann in einem panischen Markt zunächst weiter fallen.

Der übergeordnete Punkt ist wichtiger als der einzelne Titel: Neue Auflagen verändern möglicherweise die technische Umsetzung des KI-Ausbaus, ohne dessen Nachfragebasis zu zerstören. Daraus können sich innerhalb derselben Branche sehr unterschiedliche Chancen ergeben.

KI-Aktien oder sichere Häfen: Die Bewertung entscheidet

Viele zuvor gefeierte Technologiewerte hatten bereits vor oder während dieser Bewegung erhebliche Rückgänge hinter sich. Micron und Dell hatten sich gegenüber ihren Hochs annähernd halbiert, andere Halbleiterwerte lagen ebenfalls deutlich darunter. Das Argument „Die sind doch alle wahnsinnig gestiegen“ reicht deshalb allein nicht mehr aus.

Umgekehrt macht ein Kursverlust von 50 Prozent eine Aktie noch nicht günstig. Entscheidend sind Gewinne, Cashflows und die Belastbarkeit der Erwartungen.

Bei Micron liegt das aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei ungefähr 9. Das erwartete KGV bei etwa 3,7 und die Free-Cashflow-Rendite bei rund 7 Prozent. Solche Kennzahlen wirken günstig. Bei Speicherherstellern muss man allerdings immer fragen, an welchem Punkt des Zyklus die Gewinne stehen.

Eine gute Auslastung und eine langfristige Nachfrage geben mehr Sicherheit, beseitigen aber weder Preisrisiken noch mögliche Auftragsverschiebungen. Deshalb würden Michael und Daniel aus einem niedrigen erwarteten KGV niemals eine Erfolgsgarantie ableiten.

Auf der anderen Seite stehen Konsumaktien wie beispielsweise Walmart mit einem aktuellen KGV von ungefähr 46. Ein defensives Geschäftsmodell ist nicht automatisch eine defensive Bewertung. Wer aus Angst vor Technologierisiken jeden Preis für einen vermeintlich sicheren Hafen bezahlt, tauscht womöglich nur ein Risiko gegen ein anderes.

Warum Hebel aus einer Korrektur ein persönliches Desaster machen

Der wichtigste Punkt dieser Marktphase hat mit keiner einzelnen Aktie zu tun: Man muss sie finanziell überleben können.

In starken Börsenjahren verschiebt sich der Maßstab schnell. Plötzlich wirken 30 Prozent Gewinn langweilig, weil irgendwo jemand 150 oder 200 Prozent vorzeigt. Dann steigen die Einsätze, die Hebel werden größer, und aus einem guten Lauf wird vermeintlich der Beweis besonderer Fähigkeiten. Bis ein Tag wie der letzte Donnerstag kommt, der alles umdreht.

Bei kreditfinanzierten Positionen können fallende Kurse zusätzliche Sicherheiten erfordern oder Verkäufe erzwingen. Gehebelte Produkte bringen weitere Risiken mit sich. Man kann mit der langfristigen Richtung einer Aktie recht haben und trotzdem vorher aus dem Markt fliegen.

Auch auf Marktebene können solche Mechanismen den Rückgang verstärken. Systematische Strategien, Risikolimits und die Anpassung gehebelter Produkte können Verkaufsdruck erzeugen, der mit den neuesten Unternehmenszahlen nur wenig zu tun hat. Das erklärt Übertreibungen, garantiert aber keine sofortige Gegenbewegung.

Michaels und Daniels praktische Konsequenz daraus lautet:

  • Keine Börsenspekulation mit Geld, das für laufende Verpflichtungen gebraucht wird.
  • Risiken nicht erhöhen, nur weil die vergangenen Monate gut gelaufen sind.
  • Liquidität erhalten, statt bei jedem Rückgang sofort das gesamte Kapital zu investieren.
  • Positionen so dimensionieren, dass auch weitere Verluste auszuhalten sind.

Ungehebelte Aktien schützen nicht vor schlechten Unternehmen oder dauerhaften Verlusten. Sie vermeiden aber den zusätzlichen Druck einer kreditbedingten Zwangsliquidation. Lieber etwas weniger spektakulär unterwegs sein und dafür langfristig handlungsfähig bleiben.

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Cloudflare, McDonald’s und Bechtle: Was die Unternehmen tatsächlich liefern

Cloudflare Aktie: Starkes Wachstum, weiterhin anspruchsvolle Bewertung

Aktienverlinkung: US18915M1071

Cloudflare lieferte mit 39 Prozent Umsatzwachstum ein starkes Quartal. Spannend bleibt die Position zwischen KI-Anbietern und den Betreibern von Internetseiten: Einerseits wächst die Bedeutung der Infrastruktur für KI-Anwendungen, andererseits möchten Webseitenbetreiber kontrollieren, wie automatisierte Systeme auf ihre Inhalte zugreifen.

Die angehobene Jahresprognose lag bei rund 2,96 Milliarden US-Dollar Umsatz. Auch der Ausblick für das Schlussquartal übertraf die Erwartungen deutlich.

Die Kehrseite: Cloudflare war operativ weiterhin nicht profitabel, und die Vertriebs- und Marketingausgaben stiegen von ungefähr 236 auf 338 Millionen US-Dollar. Bei einer Börsenbewertung nahe 100 Milliarden US-Dollar bleibt zudem ein Umsatzvielfaches von mehr als 30. Starkes Geschäft, teure Aktie: Beides kann gleichzeitig stimmen.

Die Hoffnung bleibt, dass sich die heutigen Wachstumsinvestitionen später deutlicher in den Gewinnen zeigen. Das ist eine Investmentthese, keine bereits bewiesene Entwicklung.

McDonald’s und Bechtle: Unterschiedliche Gründe für Zuversicht

Aktienverlinkung: US5801351017

McDonald’s hatte sich zuletzt um knapp 20 Prozent erholt. Das passt zur Suche nach bekannten, berechenbaren Geschäftsmodellen. Solche Titel sollte man nicht abschreiben, nur weil sie in euphorischen Technologiephasen langweilig wirken. Aber auch hier gilt: Die Qualität des Geschäfts ersetzt nicht die Bewertungsprüfung.

Aktienverlinkung: DE0005158703

Bei Bechtle überzeugte die Entwicklung trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds. Das Geschäftsvolumen legte im dritten Quartal um 19 Prozent zu. Nach der erneuten Prognoseanhebung wird beim Vorsteuerergebnis ein Wachstum von mehr als 10 Prozent erwartet, beim Umsatz weiterhin von 5 bis 10 Prozent. KI und Cybersicherheit eröffnen Chancen, obwohl viele Kunden wirtschaftlich unter Druck stehen.

Anthropic und KI-Clouds: Wachstum ist nicht gleich faire Bewertung

Bei Anthropic stehen mögliche Verzögerungen des Börsengangs und Bewertungsfragen im Raum. Es wird weiter über Größenordnungen von bis zu 2 Billionen US-Dollar gesprochen, während selbst 1,5 Billionen manchen Beobachtern zu ambitioniert erscheinen.

Beim Umsatz war von rund 80 Milliarden US-Dollar die Rede. Diese Zahl ist als annualisierte Umsatzrate einzuordnen. Eine solche Hochrechnung auf Basis des aktuellen Geschäfts ist nicht dasselbe wie tatsächlich über zwölf Monate verbuchter Umsatz. Gerade bei extrem schnell wachsenden Unternehmen ist diese Unterscheidung wichtig.

Rheinmetall und Atlassian: Nicht jeder Rückgang ist bloß Panik

Rheinmetall: Der Rüstungsboom verhindert keine Projektprobleme

Aktienverlinkung: DE0007030009

Rheinmetall senkte die Umsatzprognose von zuvor 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro auf rund 13,2 Milliarden Euro. Der freie Cashflow lag nach neun Monaten bei etwa minus 1,7 Milliarden Euro, unter anderem wegen verschobener Projekte und höherer Vorräte.

Hier gibt es also konkrete operative Gründe für Enttäuschung. Staatliche Beschaffung ist politisch geprägt, Projekte können sich verschieben, und hohe Erwartungen lassen wenig Spielraum für Fehler.

Wer den Rüstungssektor interessant findet, sollte deshalb Geschäftsmodelle unterscheiden: Artillerie und Fahrzeuge, Sensorik, Luftverteidigung oder U-Boote sind keine identischen Märkte. Hensoldt hatte seine Prognose beispielsweise leicht angehoben. Ein starker Branchentrend macht nicht jede Aktie gleichermaßen attraktiv.

Atlassian: Gute Quartalszahlen reichen manchmal nicht

Aktienverlinkung: US0494681010

Atlassian meldete zwar 24 Prozent Umsatzwachstum und übertraf im Quartal die Erwartungen. Der Ausblick auf ein jährliches Umsatzwachstum von nur noch ungefähr 13,7 Prozent signalisierte allerdings eine deutliche Verlangsamung. Dazu kommen Fragen, wie austauschbar einzelne Softwarefunktionen im KI-Zeitalter werden könnten.

Besonders kritisch sehen Michael und Daniel die aktienbasierte Vergütung. Für 2026 wurden rund 1,3 Milliarden US-Dollar freier Cashflow und etwa 1,6 Milliarden US-Dollar Aktienvergütung einander gegenübergestellt. Wer nur auf bereinigte Gewinne oder den ausgewiesenen Cashflow schaut, übersieht einen wichtigen wirtschaftlichen Kostenblock.

Fairerweise gehört dazu: Die Zahl der ausstehenden Aktien war zuletzt durch Rückkäufe gesunken. Die pauschale Aussage, die Verwässerung werde immer größer, wäre deshalb zu einfach. Das Vergütungsniveau bleibt dennoch ein Prüfpunkt.

Das Fazit: Chancen nutzen, aber handlungsfähig bleiben

Michael und Daniel haben den Ausverkauf vorsichtig für Käufe und Aufstockungen genutzt. Bei Teilen der KI-Infrastruktur erscheint der eingepreiste Pessimismus größer als die bislang erkennbare Verschlechterung des Geschäfts.

Das bedeutet weder, dass der Tiefpunkt erreicht ist, noch dass jede Technologieaktie zurück auf ihr Hoch muss. Rheinmetall und Atlassian zeigen, warum einzelne Prognosen, Finanzierungsfragen und Kostenstrukturen wichtiger bleiben als ein großes Branchennarrativ.

Die beste Ausgangslage hat nicht, wer den nächsten Handelstag perfekt vorhersagt, sondern wer auch nach dem nächsten schlechten Tag noch entscheiden kann. Ohne übermäßigen Hebel, mit tragfähigen Positionen und einem nüchternen Blick auf die Zahlen lassen sich solche Phasen deutlich besser durchstehen.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte

Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

Häufige Fragen

Warum sind KI-Aktien am schwarzen Donnerstag so stark gefallen?

Es gab nicht den einen Auslöser. Nach den US-Midterms wuchs die Sorge, dass politische Auflagen den Bau von Rechenzentren bremsen. Dazu kamen Analystenstimmen, nach denen die Investitionen der Tech-Konzerne schon 2027 ihren Höhepunkt erreichen könnten. Zwangsverkäufe und gehebelte Positionen haben den Rückgang verstärkt.

Ist der Ausverkauf bei KI-Aktien übertrieben?

Bei Teilen der KI-Infrastruktur halten wir die Reaktion für überzogen. Verzögerte Rechenzentren sind nicht dasselbe wie gestrichene. Ein Freifahrtschein für jeden gefallenen Technologiewert ist das aber nicht.

Sind defensive Aktien wie Walmart jetzt die sicherere Wahl?

Nicht automatisch. Ein defensives Geschäftsmodell heißt nicht, dass die Bewertung defensiv ist. Mit einem KGV von rund 46 tauscht man womöglich nur ein Risiko gegen ein anderes.

Warum ist Hebel in solchen Marktphasen so gefährlich?

Bei fallenden Kursen können kreditfinanzierte Positionen zusätzliche Sicherheiten verlangen oder zum Verkauf zwingen. Man kann mit der langfristigen These recht haben und trotzdem vorher aus dem Markt fliegen.

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