VW Aktie: China-Einbruch zwingt Volkswagen zur neuen Exportstrategie
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- VW-China-Chef Ralf Brandstätter erwartet kurzfristig keine Erholung des chinesischen Automarkts.
- Im dritten Quartal sanken Volkswagens China-Auslieferungen um 38,5 Prozent auf rund 405.800 Fahrzeuge.
- Der Konzern will China stärker als Exportstandort für Märkte in Südostasien, Afrika und Südamerika nutzen.
- Volkswagen hält langfristig an einem Marktanteil von elf Prozent in China fest, nennt aber kein neues Absatzziel für 2030.
Marktanalyse & Details
China wird zum Belastungsfaktor
Volkswagen stellt sich auf eine anhaltende Schwäche seines wichtigsten Einzelmarkts ein. Der chinesische Automarkt könnte in diesem Jahr unter 19 Millionen Fahrzeuge fallen, nachdem 2025 noch mehr als 24 Millionen verkauft wurden. Auch für das kommende Jahr rechnet VW-China-Chef Ralf Brandstätter nicht mit einer deutlichen Erholung. Bis 2030 erwarten Marktforscher einen Markt von 19 bis 21 Millionen Fahrzeugen.
Volkswagens Auslieferungen gingen noch stärker zurück als der Gesamtmarkt: Im dritten Quartal lieferte der Konzern in China knapp 405.800 Fahrzeuge aus, 38,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In den ersten neun Monaten sank der Absatz um 30,2 Prozent auf 1,38 Millionen Fahrzeuge. Der chinesische Gesamtmarkt schrumpfte im selben Zeitraum laut den vorliegenden Angaben um 21,7 Prozent.
China soll Exportbasis werden
Auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert Volkswagen mit dem Leitmotiv „In China, Beyond China“. Das Entwicklungs- und Produktionsnetzwerk in der Volksrepublik soll künftig nicht nur den dortigen Markt bedienen, sondern auch Exporte in andere Regionen ermöglichen. Als Zielmärkte nennt der Konzern Südostasien, das südliche Afrika und Südamerika. Aktivitäten in Kasachstan und Usbekistan haben bereits begonnen; Mexiko, Ägypten, Vietnam und Australien sollen folgen.
Brandstätter hält langfristig an einem chinesischen Marktanteil von elf Prozent fest. Ein konkretes Absatzziel für 2030 nannte er nicht. Frühere Erwartungen von rund 3,2 Millionen Fahrzeugen hatte der Manager bereits im Frühjahr gesenkt. Ob Volkswagen in China noch Gewinne erzielt, wollte er vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen nicht beantworten. Er verwies darauf, dass kaum ein Hersteller in dem Markt noch Geld verdiene.
Analysten-Einordnung: Dass Volkswagens Auslieferungen bislang deutlich stärker zurückgingen als der chinesische Gesamtmarkt, zeigt, dass die Herausforderung nicht allein in der Marktschwäche liegt. Auch die Wettbewerbsposition des Konzerns steht unter Druck. Die Exportstrategie kann die Auslastung des chinesischen Entwicklungs- und Produktionsnetzwerks perspektivisch stützen, dürfte den Absatzrückgang im Heimatmarkt aber nicht kurzfristig ausgleichen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben dem Marktvolumen besonders wichtig wird, ob VW Marktanteile stabilisieren und mit den China-Aktivitäten nachhaltig Gewinne erzielen kann.
Fazit & Ausblick
Die nächsten Hinweise liefert Volkswagen mit den für Donnerstag angekündigten Quartalszahlen. Dabei dürfte vor allem die Entwicklung von Absatz und Profitabilität in China im Fokus stehen. Die neue Exportausrichtung eröffnet zusätzliche Absatzmöglichkeiten, ihr Beitrag hängt jedoch davon ab, wie schnell Volkswagen die vorgesehenen Märkte erschließen kann.
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