VW Aktie: China-Einbruch zwingt Volkswagen zu Exportstrategie
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- VW rechnet in China mit anhaltend schwacher Nachfrage und einem Markt von rund 19 Millionen Fahrzeugen im kommenden Jahr.
- Im dritten Quartal sanken die Auslieferungen des Konzerns in China um 38,5 Prozent auf knapp 406.000 Fahrzeuge.
- Volkswagen will seine chinesischen Gemeinschaftsunternehmen stärker als Exportbasis für weitere Märkte nutzen.
- Am Donnerstag, 29. Oktober, stehen die Quartalszahlen an; VW-China-Chef Ralf Brandstätter ließ die Gewinnlage in China offen.
Marktanalyse & Details
Schwacher Markt belastet VW stärker als bisher
Volkswagen stellt sich auf einen länger anhaltenden Rückgang seines China-Geschäfts ein. China-Chef Ralf Brandstätter erwartet für das kommende Jahr keine deutliche Erholung: Der Gesamtmarkt dürfte sich nach seiner Einschätzung weiter um 19 Millionen Fahrzeuge bewegen. 2025 waren in China noch mehr als 24 Millionen Fahrzeuge verkauft worden. Für 2030 gehen Marktforscher von einem Marktvolumen zwischen 19 und 21 Millionen aus.
Der Absatz des Konzerns entwickelt sich deutlich schwächer als der Gesamtmarkt: Im dritten Quartal lieferte VW in China knapp 406.000 Fahrzeuge aus, 38,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In den ersten neun Monaten gingen die Auslieferungen um 30,2 Prozent auf 1,38 Millionen zurück. Der Rückgang in China machte laut den vorliegenden Angaben mehr als 80 Prozent des konzernweiten Absatzminus aus.
China soll auch Exportstandort werden
Mit dem Ansatz „In China, Beyond China“ will Volkswagen seine Entwicklungs- und Produktionsstrukturen in der Volksrepublik stärker für Verkäufe außerhalb des Landes einsetzen. Als Zielregionen nennt der Konzern Südostasien, das südliche Afrika und Südamerika. Exporte nach Kasachstan und Usbekistan laufen bereits; Mexiko, Ägypten, Vietnam und Australien sollen folgen.
Brandstätter bekräftigte das Ziel, langfristig einen Marktanteil von elf Prozent in China zu halten, nannte aber keine konkrete Verkaufszahl für 2030. Bei einem Marktvolumen von 19 bis 21 Millionen Fahrzeugen entspräche dieser Anteil rechnerisch etwa 2,1 bis 2,3 Millionen Fahrzeugen im chinesischen Markt. Eine zuvor genannte Größenordnung von rund 3,2 Millionen Verkäufen für 2030 bezog laut Brandstätter Exporte nicht ein und ist daher nicht direkt mit dieser Rechnung gleichzusetzen.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass Volkswagen seine China-Strategie von Wachstum im Heimatmarkt auf eine breitere Nutzung der dortigen Kapazitäten umstellt. Exporte könnten einen Teil des Absatzrückgangs auffangen, beseitigen aber weder den schwachen Binnenmarkt noch den hohen Preis- und Wettbewerbsdruck. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben den Verkaufszahlen besonders wichtig wird, ob VW in China profitabel produzieren und zusätzliche Exportmärkte wirtschaftlich erschließen kann. Brandstätter wollte sich zur Gewinnlage vor den Quartalszahlen nicht äußern und verwies darauf, dass kaum ein Hersteller in diesem Markt noch Geld verdiene.
Fazit & Ausblick
Die China-Wende setzt Volkswagen unter Druck, eröffnet dem Konzern aber zugleich die Möglichkeit, seine lokale Entwicklung und Produktion international stärker zu nutzen. Entscheidend sind die Umsetzung der Exportpläne und die Profitabilität im chinesischen Geschäft. Am Donnerstag, 29. Oktober, veröffentlicht Volkswagen Quartalszahlen, die weitere Hinweise auf die Belastung durch China und die Ertragslage liefern dürften.
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