Volvo Car Aktie: Quartalsverlust und China-Krise lösen Absturz aus
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Volvo Cars lieferte im dritten Quartal 11 Prozent weniger Autos aus und setzte 66,9 Milliarden schwedische Kronen um.
- Der Autobauer verbuchte einen operativen Verlust von 5,6 Milliarden Kronen und einen Nettoverlust von 5,7 Milliarden Kronen.
- Ein neues Sparprogramm soll 2.500 Stellen streichen und jährlich fünf Milliarden Kronen einsparen.
- Die Volvo-Car-Aktie verlor am 23. Oktober zeitweise bis zu 30 Prozent; JPMorgan senkte das Kursziel auf 10 Kronen und bestätigte „Neutral“.
Marktanalyse & Details
Quartalszahlen zeigen Druck auf das Kerngeschäft
Im dritten Quartal bis Ende September lieferte Volvo Cars rund 141.300 Fahrzeuge aus, 11 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz sank um fast ein Viertel auf 66,9 Milliarden schwedische Kronen. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern stand ein Verlust von 5,6 Milliarden Kronen zu Buche, nachdem Volvo im Vorjahresquartal noch einen operativen Gewinn von 6,4 Milliarden Kronen erzielt hatte. Unter dem Strich betrug der Verlust 5,7 Milliarden Kronen; ein Jahr zuvor waren es 4,5 Milliarden Kronen Gewinn.
Besonders schwer wiegt die Entwicklung in China: Dort brachen die Auslieferungen laut den vorliegenden Angaben im Quartal um 40 Prozent ein, während der Umsatz nahezu halbiert wurde. Volvo-Chef Håkan Samuelsson sieht westliche Premiummarken in dem Markt mit wachsendem Wettbewerb und sinkenden Preisen unter Druck. Auch in den USA belasteten Zölle auf EU-Fahrzeuge und der Wegfall von Kaufanreizen für Elektroautos das Geschäft.
Sparprogramm und Analystenreaktion
Volvo Cars will weltweit rund 2.500 Stellen abbauen, davon etwa 2.000 in Schweden. Das Unternehmen setzt dabei auf das Ende von Beraterverträgen, natürliche Abgänge und Abfindungsangebote. Die Maßnahmen sollen die jährlichen Kosten um fünf Milliarden schwedische Kronen senken. Bereits im Vorjahr hatte Volvo einen Stellenabbau angekündigt.
JPMorgan reduzierte das Kursziel für die Aktie von 18 auf 10 schwedische Kronen und beließ die Einstufung auf „Neutral“. Der Titel fiel am Freitag zeitweise um bis zu 30 Prozent auf ein Rekordtief. Zum Stand von 18:26 Uhr notierte er bei 0,9638 Euro, ein Tagesminus von 23,81 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Rückgang auf 65,83 Prozent.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Anleger nicht nur die schwache Quartalsbilanz, sondern auch die Belastbarkeit des bisherigen Geschäftsmodells in China neu bewerten. Die Einsparungen können die Kostenbasis mittelfristig entlasten, ersetzen aber keine Erholung bei Absatz, Preisen und Auslastung. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Umsetzung des Sparplans und eine Stabilisierung der Nachfrage entscheidend dafür sein dürften, ob Volvo den Ergebniseinbruch begrenzen kann.
Fazit & Ausblick
Nach der bereits Anfang Oktober zurückgenommenen Jahresprognose richtet sich der Blick nun auf die Wirkung des neuen Sparprogramms und die Entwicklung in China und den USA. Ein konkreter Termin für die nächsten Quartalszahlen ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Bis dahin dürften Absatztrend und Kostenfortschritte wichtige Hinweise darauf liefern, ob sich die operative Lage stabilisiert.
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