Moderna Aktie: Citi bekräftigt Verkaufsempfehlung trotz positiver Melanomdaten
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Citi-Analyst Geoff Meacham bestätigt für Moderna die Verkaufsempfehlung und ein Kursziel von 80 US-Dollar.
- Die Phase-3-Studie INTerpath-001 senkte mit Intismeran plus Keytruda das Rückfall- oder Sterberisiko um 42 Prozent.
- Citi sieht die Bewertung als zu anspruchsvoll an: Wirksamkeit in weiteren Krebsarten, Skalierbarkeit und Preisgestaltung seien noch nicht belegt.
- Die Moderna-Aktie notierte am 23. Oktober bei 179,48 Euro; die angegebene Jahresperformance lag bei plus 577,92 Prozent.
Marktanalyse & Details
Citi hält trotz Studiendaten an Verkaufsempfehlung fest
Der positive Wirksamkeitsnachweis im Melanom reicht Citi nicht aus, um die Bewertung von Moderna zu rechtfertigen. Analyst Geoff Meacham bekräftigte seine Verkaufsempfehlung und das Kursziel von 80 US-Dollar. Ausgehend von einer von ihm zugrunde gelegten Marktkapitalisierung von rund 80 Milliarden US-Dollar sieht er etwa 50 Prozent Abwärtspotenzial. Das Kursziel lautet auf US-Dollar; ein direkter Vergleich mit dem in Euro angegebenen Börsenkurs wäre daher ohne Umrechnung nicht aussagekräftig.
Meachams Skepsis richtet sich vor allem gegen die Annahme, dass ein Erfolg bei Melanomen eine breit einsetzbare Plattform für individualisierte Neoantigen-Therapien belegt. Melanome gelten als besonders immunogen; eine vergleichbare Wirkung bei Tumoren mit anderer Biologie sei deshalb nicht vorauszusetzen. Auch die Gesamtüberlebensdaten der Studie seien noch nicht ausgereift.
Starke Rückfalldaten, aber offene Fragen zur Anwendung
In der Phase-3-Studie INTerpath-001 erhielten 1.137 Patienten mit vollständig entferntem Melanom im Stadium IIB bis IV Intismeran plus Keytruda oder Keytruda allein. Nach einer medianen Nachbeobachtung von 24,6 Monaten verringerte die Kombination das Risiko für Rückfall oder Tod um 42 Prozent (Hazard Ratio 0,58). Die Zwei-Jahres-Rate des rückfallfreien Überlebens betrug 82,2 Prozent gegenüber 70,0 Prozent unter Keytruda allein. Die Daten zum Gesamtüberleben sind noch nicht ausgereift.
Die Ergebnisse sind klinisch relevant, beseitigen aber nicht die kommerziellen Unsicherheiten. Für Intismeran muss zunächst Tumorgewebe sequenziert und für jeden Patienten ein individueller Impfstoff hergestellt werden. Citi verweist zudem auf den organisatorischen Aufwand, den noch unbekannten Preis und Pembrolizumab allein als einfachere Behandlungsoption. In der von Meacham angeführten SWOG-S1801-Studie lag dessen Hazard Ratio für das ereignisfreie Überleben bei 0,58; dieser Wert stammt aus einer anderen Studie und ist nicht als direkter Vergleich zu verstehen.
- Behandlungsbedingte Nebenwirkungen traten bei 95,8 Prozent der Patienten mit der Kombination und bei 90,0 Prozent mit Keytruda allein auf.
- Schwere Nebenwirkungen des Grades 3 bis 5 wurden bei 14,2 beziehungsweise 13,4 Prozent berichtet.
- Die Unternehmen führen Gespräche mit Zulassungsbehörden; weitere Studien zu verschiedenen Tumorarten laufen.
Analysten-Einordnung: Die Studiendaten stützen den klinischen Nutzen von Intismeran bei operiertem Melanom, belegen aber noch nicht, dass sich daraus ein skalierbares und profitables Geschäft entwickelt. Dies deutet darauf hin, dass der zentrale Bewertungsstreit weniger die Wirksamkeit in dieser Patientengruppe betrifft als die Übertragbarkeit auf weitere Krebsarten und die praktische Umsetzung. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Ein überzeugender Studienendpunkt kann die langfristige Chance erhöhen, ersetzt aber weder reife Überlebensdaten noch belastbare Angaben zu Preis, Herstellung und Marktanteil.
Kursentwicklung und Bewertungserwartungen
Der von Lang & Schwarz ausgewiesene Moderna-Kurs lag am 23. Oktober um 16:06 Uhr bei 179,48 Euro und damit 1,22 Prozent über dem Vortag. Für das laufende Jahr wurde eine Performance von plus 577,92 Prozent gemeldet. Diese starke Entwicklung unterstreicht, wie hoch die Erwartungen an die Krebsimpfstoff-Pipeline geworden sind; sie ist jedoch kein Beleg für künftige Geschäftserfolge.
Fazit & Ausblick
Im Mittelpunkt stehen nun die Gespräche mit den Zulassungsbehörden, die weitere Beobachtung des Gesamtüberlebens und die Ergebnisse laufender Studien in anderen Tumorarten. Für die Bewertung wird entscheidend sein, ob Moderna und Merck neben dem Nutzen beim Melanom auch eine praktikable Herstellung und tragfähige kommerzielle Perspektive nachweisen können.
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