Tesla Aktie: China-Auslieferungen steigen, Terafab rückt vor Quartalszahlen in den Fokus
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die Auslieferungen in China gefertigter Tesla-Modelle stiegen im September binnen Jahresfrist um 5 Prozent auf 95.366 Fahrzeuge.
- Die Zahl umfasst Model 3 und Model Y aus Shanghai einschließlich Exporten; im August hatte das Plus 3,6 Prozent betragen.
- Tesla und SpaceX wollen Terafab gemeinsam besitzen und betreiben; die erste Projektphase soll 10 bis 20 Milliarden US-Dollar kosten.
- Teslas Quartalszahlen sind für den 21. Oktober angekündigt; der Markt erwartet 28,3 Milliarden US-Dollar Umsatz und 0,45 US-Dollar Gewinn je Aktie.
Marktanalyse & Details
China-Produktion legt moderat zu
Aus der Tesla-Fabrik in Shanghai wurden im September 95.366 Model 3 und Model Y ausgeliefert. Das waren 5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, als 90.812 Fahrzeuge gezählt wurden. In der Zahl sind auch für Europa, den asiatisch-pazifischen Raum und Kanada bestimmte Exporte enthalten. Der Zuwachs beschleunigte sich damit gegenüber dem Plus von 3,6 Prozent im August.
Die September-Daten sprechen für eine Verbesserung, belegen aber keinen gleich starken Anstieg der Nachfrage auf dem chinesischen Heimatmarkt: Die Statistik umfasst auch Fahrzeuge, die Tesla aus Shanghai in andere Märkte verschickt. Für das dritte Quartal wurden weltweit 486.532 Auslieferungen gemeldet – mehr als die zuvor erwarteten rund 464.000 Fahrzeuge.
Terafab und europäische Softwarezulassung
Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt Teslas Halbleiterprojekt Terafab in Texas. Elon Musk erklärte, Tesla und SpaceX würden die Anlage besitzen und betreiben; andere Unternehmen könnten Flächen anmieten. Die erste Phase ist mit 10 bis 20 Milliarden US-Dollar veranschlagt und soll von beiden Firmen getragen werden. Für das Gesamtprojekt steht eine Investitionsgröße von mehr als 100 Milliarden US-Dollar im Raum. Die Pläne sind ambitioniert und erhöhen den Kapitalbedarf, während ein konkreter Zeitplan und die wirtschaftliche Rendite noch offen sind.
In Europa benennt Tesla die bisher als Full Self-Driving vermarktete Software in Tesla Assisted Driving um. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund des angestrebten Zulassungsverfahrens. Die neue Bezeichnung rückt den Charakter als Fahrerassistenz stärker in den Vordergrund; sie ist für sich genommen kein Nachweis einer regulatorischen Freigabe.
Analysten-Einordnung und Aktie
Analysten-Einordnung: Der Anstieg der Shanghai-Auslieferungen und die über den Erwartungen liegenden weltweiten Quartalsauslieferungen sind kurzfristig positive Nachfrageindikatoren. Sie beantworten jedoch nicht, wie profitabel Tesla die Fahrzeuge verkauft oder wie hoch die künftigen Investitionen ausfallen. Terafab könnte langfristig die Versorgung mit Chips für KI-Anwendungen unterstützen, macht die Kapitalplanung aber komplexer. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend werden neben dem Umsatz auch Margen, Investitionsausgaben und konkrete Angaben zum Projekt sein.
Die Tesla-Aktie notierte laut den bereitgestellten Marktdaten am 9. Oktober um 19:15 Uhr bei 341,95 Euro und lag 2,32 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn steht sie dennoch 12,93 Prozent im Minus. Der Tagesanstieg ist daher im Kontext der bislang schwächeren Jahresentwicklung zu sehen und lässt sich nicht allein den China-Daten oder Terafab zuordnen.
Fazit & Ausblick
Der nächste wichtige Termin sind Teslas Quartalszahlen am 21. Oktober. Die Markterwartung liegt bei 28,3 Milliarden US-Dollar Umsatz und 0,45 US-Dollar Gewinn je Aktie; im Vorjahresquartal waren es 28,1 Milliarden US-Dollar Umsatz und 0,50 US-Dollar je Aktie. Anleger dürften besonders auf die Entwicklung der Margen, die Finanzierung und den Zeitplan für Terafab sowie auf Fortschritte bei der Zulassung der Fahrerassistenzsoftware in Europa achten.
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