STRATEC Biomedical Aktie: Metzler erhöht Kursziel auf 37 Euro und bestätigt Kaufempfehlung
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Metzler hebt das STRATEC-Kursziel am 2. November von 35 auf 37 Euro an und bekräftigt „Buy“.
- MWB Research erhöht sein Kursziel von 22 auf 23,50 Euro, bleibt aber bei „Hold“.
- STRATEC will die verlustbringende Tochter Diatron MI für zunächst 10 Millionen Euro verkaufen und hebt die Prognose für die bereinigte EBIT-Marge an.
- Die Quartalsmitteilung für die ersten neun Monate 2026 ist für den 12. November angekündigt.
Marktanalyse & Details
Analysten uneins über das Kurspotenzial
Am Montag setzten zwei Analystenhäuser unterschiedliche Signale für die STRATEC-Aktie: Metzler erhöhte das Kursziel um zwei Euro auf 37 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung. MWB Research hob das Ziel um 1,50 Euro auf 23,50 Euro an, hält jedoch an „Hold“ fest. Eine Begründung für die Anpassungen enthalten die vorliegenden Meldungen nicht.
Die Aktie notierte am 2. November um 15:45 Uhr bei 23,45 Euro und lag damit 4,69 Prozent im Plus. MWBs neues Kursziel liegt nur knapp über diesem Stand, während Metzlers Ziel deutlich höher ausfällt. Kursziele sind Einschätzungen und keine Zusicherung künftiger Kursentwicklungen.
Analysten-Einordnung: Die auseinanderlaufenden Empfehlungen zeigen, dass die Neubewertung der jüngsten Unternehmensentscheidungen noch nicht einheitlich ausfällt. Dies deutet darauf hin, dass Anleger zwischen der erwarteten Entlastung durch den Verkauf eines defizitären Bereichs und den Risiken der laufenden Neuausrichtung abwägen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend werden die tatsächliche Entwicklung der fortgeführten Geschäfte und die aktualisierten Mittelfristziele sein.
Verkauf soll Verluste aus dem Portfolio nehmen
STRATEC hat einen Vertrag mit einem indischen Investorenkonsortium über den Verkauf der Tochtergesellschaft Diatron MI geschlossen. Die Transaktion umfasst deren Hämatologie- und klinische-Chemie-Produkte; das OEM-Geschäft in Molekular- und Immundiagnostik wurde zuvor herausgelöst und verbleibt bei STRATEC. Der feste Kaufpreis beträgt 10 Millionen Euro, hinzu kommen mögliche erfolgsabhängige Zahlungen. Der Abschluss wird im vierten Quartal 2026 erwartet.
Für 2026 rechnet STRATEC bei dem abzugebenden Geschäftsbereich mit rund 20 Millionen Euro Umsatz und einem adjustierten EBIT von etwa minus 10 Millionen Euro. Im dritten Quartal sollen zudem nicht zahlungswirksame Wertminderungen von 44,1 Millionen Euro verbucht werden. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen einen weiteren negativen, nicht zahlungswirksamen Entkonsolidierungseffekt von 4 bis 9 Millionen Euro. Diese Posten werden den aufgegebenen Geschäftsbereichen zugeordnet.
Neue Prognose für die fortgeführten Aktivitäten
Auf Basis eines um Diatron bereinigten Pro-forma-Umsatzes von 223,5 Millionen Euro für 2025 erwartet STRATEC 2026 währungsbereinigt stabile bis leicht steigende Erlöse. Für die fortgeführten Aktivitäten stellt das Unternehmen eine adjustierte EBIT-Marge von 13 bis 15 Prozent in Aussicht; zuvor hatte die Prognose bei etwa 10 Prozent gelegen. Die zu Jahresbeginn kommunizierten Mittelfristziele gelten nicht mehr und sollen spätestens mit dem Geschäftsbericht 2026 aktualisiert werden.
Für die ersten neun Monate 2026 erwartet STRATEC nach vorläufigem Stand 164,9 Millionen Euro Umsatz und eine adjustierte EBIT-Marge von 8,3 Prozent. Beide Werte enthalten noch die Beiträge des zum Verkauf stehenden Geschäftsbereichs und sind daher nicht direkt mit der neuen Prognose für die fortgeführten Aktivitäten gleichzusetzen.
Fazit & Ausblick
Der geplante Verkauf könnte die Ertragskraft des verbleibenden Geschäfts verbessern, geht kurzfristig aber mit erheblichen bilanziellen Belastungen und offenen Fragen zur künftigen Entwicklung einher. Der nächste wichtige Termin ist die Veröffentlichung der Quartalsmitteilung für die ersten neun Monate am 12. November 2026. Dann dürfte besonders relevant sein, wie sich die ausgewiesenen Zahlen zu den Erwartungen für das fortgeführte Geschäft einordnen.
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