Scout24 Aktie: Umsatzprognose steigt nach starkem Quartal auf rund 18 Prozent
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Scout24 steigerte den Umsatz im dritten Quartal 2026 um 19,7 Prozent auf 198,2 Millionen Euro.
- Das bereinigte Ergebnis je Aktie wuchs um 21,5 Prozent auf 1,09 Euro; das unbereinigte Ergebnis sank wegen eines steuerlichen Vorjahreseffekts.
- Für 2026 erwartet der Konzern nun rund 18 Prozent Umsatzwachstum und hält an seinem Margenziel fest.
- Bernstein erhöhte das Kursziel am 4. November von 90 auf 91 Euro und bestätigte die Einstufung Outperform.
Marktanalyse & Details
Umsatzwachstum übertrifft Erwartungen
Scout24 hat im dritten Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 19,7 Prozent auf 198,2 Millionen Euro erhöht. Damit lag der Immobilienportalbetreiber über der im Datenmaterial genannten Markterwartung von 194 Millionen Euro. Auch ohne den Beitrag des Spaniengeschäfts wuchs der Umsatz organisch zweistellig um 10,1 Prozent. In den ersten neun Monaten summierten sich die Erlöse auf 570,5 Millionen Euro, ein Plus von 17,9 Prozent.
Das operative EBITDA aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit stieg um 15,9 Prozent auf 120,8 Millionen Euro. Die ausgewiesene Marge gab im Quartal allerdings um zwei Prozentpunkte auf 60,9 Prozent nach. Organisch verbesserte sie sich dagegen um 0,4 Prozentpunkte auf 63,3 Prozent. Höhere Marketingausgaben und Wertminderungen auf Forderungen bremsten die Margenausweitung vorübergehend; für das vierte Quartal stellt Scout24 eine stärkere organische Verbesserung in Aussicht.
Bereinigter Gewinn wächst, berichteter Gewinn unter Vorjahr
Das bereinigte Ergebnis je Aktie legte um 21,5 Prozent auf 1,09 Euro zu und übertraf damit die genannte Schätzung von 1,07 Euro. Anders entwickelte sich das unverwässerte Ergebnis je Aktie: Es fiel um 26,5 Prozent auf 1,03 Euro. Auch das Ergebnis nach Steuern sank von 101,5 auf 71,1 Millionen Euro. Als wesentlichen Grund für den Rückgang nennt Scout24 einen positiven steuerlichen Einmaleffekt im Vorjahresquartal. Die unterschiedlichen Kennzahlen sollten deshalb nicht gleichgesetzt werden: Das bereinigte Ergebnis zeigt die operative Entwicklung, während der Vorjahresvergleich beim berichteten Ergebnis durch den Steuereffekt verzerrt ist.
Ausblick, KI-Angebote und Kapitalrückführung
Nach der Geschäftsentwicklung der ersten neun Monate konkretisiert Scout24 seine Umsatzprognose für 2026 auf ein Wachstum von rund 18 Prozent. Zuvor lag die Spanne bei 16 bis 18 Prozent. Das Ziel für die EBITDA-Marge aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit bleibt bei bis zu 61 Prozent; ohne den Beitrag aus Spanien werden bis zu 64 Prozent angepeilt. Das Spaniengeschäft liefert nach Unternehmensangaben einen anorganischen Umsatzbeitrag von sieben bis acht Prozentpunkten.
Zum Wachstum tragen beide Kundengruppen bei: Der Umsatz im Professional-Segment stieg um 23,3 Prozent auf 146,7 Millionen Euro, im Private-Segment um 10,5 Prozent auf 51,6 Millionen Euro. Scout24 setzt zudem auf höherwertige Mitgliedschaften und KI-Anwendungen, darunter einen Bewerbungsassistenten für Wohnungssuchende und einen digitalen Assistenten für Makler. Im dritten Quartal kaufte das Unternehmen eigene Aktien für 165 Millionen Euro zurück. Das kann das bereinigte Ergebnis je Aktie stützen, ersetzt aber kein organisches Wachstum.
Analysten-Einordnung: Die angehobene Umsatzprognose und das zweistellige organische Wachstum sprechen für eine breite Nachfragebasis, während die niedrigere ausgewiesene Marge zeigt, dass Zukäufe und zusätzliche Aufwendungen die Profitabilität noch belasten. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend wird, ob Scout24 das Wachstum im vierten Quartal in eine stärkere organische Margenausweitung überführen kann. Bernstein setzte sein Kursziel nach den Zahlen nur leicht auf 91 Euro herauf und blieb bei Outperform. Der zuletzt angegebene Kurs von 90,80 Euro lag damit nahe an diesem Ziel; der einzelne Analystenwert ist jedoch keine allgemeine Markterwartung.
Fazit & Ausblick
Scout24 startet mit Rückenwind ins Schlussquartal: Umsatzprognose und bereinigtes Ergebniswachstum sind stark, zugleich bleiben die Entwicklung der ausgewiesenen Marge und der Beitrag des Spaniengeschäfts wichtige Beobachtungspunkte. Die nächsten vorläufigen Jahres- und Quartalszahlen will das Unternehmen am 25. Februar 2027 veröffentlichen.
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