Siemens Healthineers Aktie: Jahreszahlen rücken Labordiagnostik-Abspaltung in den Fokus
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Siemens Healthineers legt am 5. November Zahlen für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2025/26 vor.
- Die Unternehmensprognose sieht vergleichbares Umsatzwachstum von 3,5 bis 4,0 Prozent und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,35 bis 2,45 Euro vor.
- Analysten rechnen im Schlussquartal mit 5,5 Prozent vergleichbarem Umsatzwachstum und Erlösen von 6,7 Milliarden Euro.
- Im Fokus stehen auch die geplante Ausgliederung der Labordiagnostik und der schrittweise Rückzug von Siemens.
Marktanalyse & Details
Wachstum im Kerngeschäft, Belastung durch Labordiagnostik
Vor der Veröffentlichung der Jahreszahlen richtet sich der Blick auf die unterschiedliche Entwicklung der Sparten. Das Geschäft mit dem Krebsspezialisten Varian gilt als Wachstumstreiber, auch die Bildgebung entwickelt sich solide. Dagegen belasten die schwache Nachfrage in China und das Auslaufen älterer Analysesysteme die Labordiagnostik. Siemens Healthineers zählt den Bereich nicht mehr zum Kerngeschäft und bereitet eine Ausgliederung vor; eine Entscheidung darüber steht aber noch aus.
Für 2025/26 erwartet das Management bislang ein vergleichbares Umsatzplus von 3,5 bis 4,0 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll 2,35 bis 2,45 Euro erreichen. Im Sommer hatte das Unternehmen den Ausblick wegen der Probleme in der Labordiagnostik gesenkt.
Analystenkonsens und Erwartungen an das Schlussquartal
Für das vierte Quartal erwarten Analysten ein vergleichbares Umsatzwachstum von 5,5 Prozent, nach 2,8 Prozent im dritten Quartal. Der Konsens liegt bei 6,7 Milliarden Euro Umsatz gegenüber 6,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnen die Experten mit rund 23,6 Milliarden Euro Erlösen und 3,9 Prozent vergleichbarem Wachstum. Das bereinigte EBIT dürfte mit 3,85 Milliarden Euro nahezu stagnieren; beim bereinigten Ergebnis je Aktie liegt die mittlere Erwartung bei 2,39 Euro.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der erwartete Schlussspurt vor allem vom Kerngeschäft getragen werden muss, während die Labordiagnostik weiter auf Umsatz und Ergebnis drückt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend sind nicht nur die Jahreswerte, sondern auch die Frage, ob das Unternehmen für 2026/27 eine belastbare Erholung skizziert. Analysten erwarten für das neue Geschäftsjahr zwar 5,5 Prozent vergleichbares Wachstum, rechnen beim Ergebnis je Aktie zunächst jedoch mit einem leichten Rückgang.
Abspaltung und Umbau im Aufsichtsrat
Auch die künftige Eigentümerstruktur dürfte die Diskussion prägen. Siemens will sich mittelfristig auf eine Finanzbeteiligung beschränken; zunächst sollen nach früheren Angaben 30 Prozent an Siemens Healthineers abgegeben werden. Über die Pläne sollen die Aktionäre beider Unternehmen im kommenden Jahr abstimmen. Siemens Healthineers bezifferte den möglichen Zeitbedarf nach einer Entscheidung zur Ausgliederung der Labordiagnostik auf etwa 24 Monate.
Der angekündigte Umbau des Aufsichtsrats passt zur angestrebten größeren Eigenständigkeit: Siemens-Chef Roland Busch legt sein Mandat vorzeitig nieder, das Mandat von Finanzvorständin Veronika Bienert soll zur Hauptversammlung 2027 auslaufen. Für den Aufsichtsrat sind unter anderem Melanie Kreis, Heyo Kroemer, Jonathan Lewin und Pascale Witz vorgeschlagen. Als Ziel nannte das Unternehmen eine stärkere klinische und finanzielle Expertise.
Fazit & Ausblick
Mit den Zahlen am 5. November erhält der Markt die nächste Gelegenheit, die Belastungen der Labordiagnostik gegen die Dynamik im Kerngeschäft abzuwägen. Besonders wichtig werden ein konkreter Ausblick für 2026/27 und neue Angaben zum Zeitplan der geplanten Ausgliederung. Solange dazu keine Entscheidung vorliegt, bleiben Umfang und Umsetzung der Abspaltung offene Faktoren.
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