Ryanair Holdings Aktie: Airline streicht zwölf BER-Verbindungen und verlagert Kapazität

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Ryanair nimmt zum Start des Winterflugplans am 25. Oktober zwölf Verbindungen ab BER aus dem Programm.
  2. Sechs Ziele verlieren ihre direkte BER-Anbindung; sechs weitere werden von anderen Airlines bedient.
  3. Bundesweit plant Ryanair im Winter rund 700.000 Sitzplätze weniger als im Vorjahreszeitraum – ein Rückgang um zehn Prozent.
  4. Während Berlin und weitere Standorte Kapazität verlieren, baut Ryanair das Angebot im Südwesten teilweise aus.

Marktanalyse & Details

Zwölf Strecken fallen am BER weg

Mit Beginn des Winterflugplans streicht Ryanair zwölf Verbindungen am Hauptstadtflughafen. Palermo, Marseille, Triest, Reggio Calabria, Tallinn und Pisa sind laut Flughafengesellschaft künftig nicht mehr direkt von BER erreichbar. Gran Canaria, Fuerteventura, Bologna, Lanzarote, Thessaloniki und Vilnius bleiben dagegen durch Angebote anderer Fluggesellschaften angebunden.

Ryanair reduziert damit nach Angaben der Flughafengesellschaft rund die Hälfte seines bisherigen Angebots in Berlin. Die Airline begründet ihren Rückzug aus Deutschland seit längerem mit hohen Standortkosten, darunter Gebühren und Abgaben. Die Kürzungen betreffen nicht nur Berlin: Für den bundesweiten Winterflugplan hat Ryanair rund 700.000 Sitzplätze weniger angekündigt als im Winter 2025/26. Das entspricht einem Minus von zehn Prozent. Bremen soll künftig vollständig aus dem Streckennetz fallen; in Hamburg ist eine Kürzung um rund fünf Prozent vorgesehen.

Kapazität wird zwischen Standorten verschoben

Der Rückzug ist nicht flächendeckend. Ryanair baut die Kapazität in Memmingen und Köln aus und nimmt Saarbrücken sowie Friedrichshafen neu in den Winterflugplan auf. Für den Südwesten hat das Unternehmen zudem weitere stationierte Flugzeuge und neue Routen in Aussicht gestellt. Das Muster passt zu Ryanairs Geschäftsmodell: Kapazität kann dorthin verschoben werden, wo die Kosten- und Ertragsperspektiven günstiger erscheinen.

Am BER fangen andere Anbieter einen Teil der Strecken weg. Die Flughafengesellschaft erwartet deshalb, dass von Berlin aus trotz Ryanairs Kürzungen im Winter acht Ziele mehr erreichbar sind als im Vorjahreswinter. Eurowings will zwei zusätzliche Flugzeuge am BER stationieren, auch Wizz Air erweitert dort sein Angebot. Das ersetzt jedoch nicht automatisch Ryanairs Kapazität oder Wettbewerb bei Preisen.

Die FBB rechnet auch im Zusammenhang mit den Kürzungen für 2026 mit etwa 25,7 Millionen Passagieren, nach 26,1 Millionen im Vorjahr. Für 2027 erwartet sie 25 bis 25,2 Millionen statt der ursprünglich angepeilten bis zu 27 Millionen. Diese Prognosen beziehen sich auf den Flughafen insgesamt und sind keine Umsatz- oder Gewinnprognose für Ryanair.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Ryanair den deutschen Markt stärker nach Standortkosten und erwarteter Rentabilität sortiert, statt Kapazität gleichmäßig zu verteilen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine mögliche Stärkung der Kostendisziplin, aber auch den Verzicht auf Marktanteile an wichtigen Flughäfen wie BER. Wie sich das auf Umsatz und Ergebnis auswirkt, lässt sich aus den Streckenmeldungen allein nicht beziffern: Entscheidend sind unter anderem die Auslastung und die Erlöse auf den ausgebauten Routen sowie die Kosten der Verlagerung.

Fazit & Ausblick

Im Mittelpunkt steht nun, ob Ryanair die an anderen deutschen Standorten frei werdenden Flugzeuge profitabel einsetzen kann und ob die angekündigten Ausbauten im Südwesten konkretisiert werden. Zugleich dürfte die weitere Entwicklung von Gebühren und Abgaben in Deutschland beeinflussen, ob der Rückzug anhält oder Ryanair einzelne Strecken neu bewertet. Die Meldung enthält keine neuen Angaben zu den nächsten Quartalszahlen.

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