OHB Aktie: Analyst sieht 5 bis 7 Milliarden Euro Auftragspotenzial

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Ein Research-Update bestätigt für OHB die Kaufempfehlung und nennt ein Zwölfmonats-Kursziel von 340 Euro.
  2. Für SATCOMBw 4 werden OHB mögliche Aufträge über 5 bis 7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2027 zugetraut.
  3. Der fast eine Milliarde Euro schwere IRIS²-Auftrag ist gesichert; bei Sentinel-3 wird ein ESA-Vertrag im vierten Quartal erwartet.
  4. Für das dritte Quartal prognostiziert das Research 347 Millionen Euro Gesamtleistung und 39 Millionen Euro EBITDA.

Marktanalyse & Details

Kursziel und Auftragsfantasie

Das aktuelle Research-Update bekräftigt die Kaufempfehlung für OHB und setzt das Kursziel für die kommenden zwölf Monate auf 340 Euro. Zum angegebenen Kurs von 175,80 Euro am 16. Oktober entspricht das rechnerisch einem Abstand von rund 93 Prozent. Die Aktie lag zu diesem Zeitpunkt am Tag 2,93 Prozent und seit Jahresbeginn 53,2 Prozent im Plus. Das Kursziel ist eine Analystenschätzung, keine Zusage für die tatsächliche Kursentwicklung.

Den größten möglichen Auftragstreiber sieht das Research bei SATCOMBw 4. Für die geplante Satellitenkonstellation der Bundeswehr wird ein Investitionsvolumen von bis zu zehn Milliarden Euro diskutiert. Das Research nimmt nun an, dass OHB 50 bis 70 Prozent des Programmwerts für Satelliten und zugehörige Bodeninfrastruktur erhalten könnte. Daraus leitet es ein mögliches Auftragsvolumen von 5 bis 7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2027 ab. Vertragswert und OHB-Anteil sind bislang nicht bestätigt.

IRIS² und Sentinel als weitere Wachstumstreiber

Für IRIS² hat OHB im dritten Quartal einen Auftrag von knapp einer Milliarde Euro zur Entwicklung und Produktion von 18 Satellitenplattformen gesichert. Erste Umsätze erwartet das Research im vierten Quartal; die jährlichen Erlöse könnten demnach 2028 bis 2029 ihren Höhepunkt erreichen. Zusätzlich könnte ein polnischer Finanzierungsplan für sechs weitere Satelliten laut Research einen Folgeauftrag von etwa 200 Millionen Euro ermöglichen.

Bei der Erdbeobachtungsmission Sentinel-3 Next Generation Topography haben OHB und die ESA eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ein endgültiger Vertrag wird im vierten Quartal erwartet; das Research schätzt das mögliche Auftragsvolumen auf rund 650 Millionen Euro. Bis zur Vertragsvergabe bleibt dieser Betrag jedoch eine Prognose.

Quartalserwartungen und Projektrisiken

Für das dritte Quartal erwartet das Research eine Gesamtleistung von 347 Millionen Euro, 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA soll ebenfalls um 16 Prozent auf 39 Millionen Euro steigen; die prognostizierte Marge liegt bei 11,2 Prozent. Zum Halbjahresende betrug der Auftragsbestand rund 3,3 Milliarden Euro, nach Einschätzung des Research könnte er nach neun Monaten etwa 4,2 Milliarden Euro erreichen. Dabei handelt es sich um Analystenerwartungen, nicht um bereits veröffentlichte Quartalsergebnisse.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt der Erstflug der Rakete von RFA. Noch ausstehende Tests und winterliche Bedingungen am Startplatz könnten eine Verschiebung ins Jahr 2027 begünstigen. Das würde einen möglichen Kurstreiber vertagen, das Research sieht dadurch aber seine Schätzungen und den Investmentansatz nicht grundsätzlich verändert.

Analysten-Einordnung: Die Kaufthese stützt sich vor allem auf den möglichen Ausbau des Auftragsbestands und auf Programme, deren größere Ergebnisbeiträge erst in den kommenden Jahren erwartet werden. Dies deutet auf erhebliches Potenzial hin, falls die prognostizierten Verträge und OHBs angenommener Anteil tatsächlich zustande kommen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung zugleich, dass ein Teil der Bewertung auf noch unbestätigten Aufträgen und zeitlich späteren Umsatzbeiträgen beruht. Die Umsetzung der Programme und die tatsächlichen Margen bleiben daher entscheidend.

Fazit & Ausblick

Im Fokus stehen mögliche Vertragsentscheidungen zu Sentinel-3 im vierten Quartal sowie die weitere Klärung von SATCOMBw 4 mit einem möglichen Auftragseingang im ersten Halbjahr 2027. Auch die anstehenden Quartalszahlen werden zeigen, ob sich das erwartete Wachstum beim Auftragsbestand und EBITDA bestätigt. Ein konkreter Termin für die Veröffentlichung der Zahlen ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt.

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