Milchprodukte könnten teurer werden: Was die Preiswende für Danone bedeutet

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Der Milchindustrie-Verband hält deutliche Preissteigerungen bei Milch, Joghurt und Quark für notwendig.
  2. Ein knappes Angebot und eine starke Nachfrage sprechen laut Branchenvertretern für höhere Milchpreise.
  3. Erste Vertragsverhandlungen zur sogenannten Weißen Linie laufen; konkrete Preisabschlüsse sind noch nicht bekannt.
  4. Deutsche Bank Research stufte Danone am 22. September auf Hold hoch und nennt ein Kursziel von 61 Euro.

Marktanalyse & Details

Knappes Angebot trifft auf starke Nachfrage

Milchprodukte könnten in Deutschland erneut teurer werden. Der Milchindustrie-Verband (MIV) bezeichnete erhebliche Preissteigerungen für Trinkmilch, Joghurt, Quark und ähnliche Frischeprodukte als dringend notwendig. Gespräche über die nächsten Lieferverträge haben begonnen, konkrete Forderungen oder Ergebnisse legte der Verband nicht offen.

Nach Angaben des MIV liegt der Milchpreis derzeit rund ein Viertel unter dem Vorjahresniveau und auf dem tiefsten Stand seit fünf Jahren. Als Gründe für eine mögliche Erholung nennt die Branche die gute Nachfrage im In- und Ausland sowie regional gesunkene Milchanlieferungen nach der sommerlichen Dürre. Zusätzlich könnten Wetterfolgen eines erwarteten starken El-Niño-Effekts die Produktion in wichtigen Exportregionen bremsen. Das ist eine Erwartung, keine bereits feststehende Angebotsentwicklung.

Weltmarkt und Proteintrend beeinflussen die Kosten

Die Preisentwicklung ist für deutsche Erzeuger eng mit dem internationalen Markt verknüpft: Laut Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels werden 49 Prozent der hierzulande hergestellten Milchprodukte exportiert. Zuletzt verteuerten sich bereits Butter-Eigenmarken. Auch Käse, Milchpulver und Proteinprodukte erzielten höhere Erlöse; frische Vollmilch blieb dagegen über das Jahr hinweg bei etwa 95 Cent pro Liter.

Zusätzlichen Druck erzeugt die Nachfrage nach Molkenproteinkonzentraten. Für deren Herstellung wird Molkenkonzentrat benötigt, das dadurch knapper und teurer wird. Landwirtschaftsverbände fordern, dass bessere Markterlöse zeitnah bei den Milchbauern ankommen, deren Betriebe weiterhin mit hohen Kosten für Dünger, Energie und Treibstoff konfrontiert sind.

Was die Entwicklung für Danone bedeutet

Analysten-Einordnung: Für Danone kann ein höherer Milchpreis in beide Richtungen wirken: Er verteuert einen wichtigen Rohstoff, eröffnet Herstellern aber zugleich Spielraum für Preisanpassungen, sofern Händler und Verbraucher diese akzeptieren. Dies deutet darauf hin, dass die entscheidende Frage nicht allein die Höhe der Milchpreise ist, sondern wie schnell und vollständig Kostensteigerungen entlang der Lieferkette weitergegeben werden. Können Hersteller sie nicht ausgleichen, droht Margendruck; steigen die Verkaufspreise, könnte die Nachfrage leiden. Die Branchenmeldungen belegen allerdings weder eine konkrete Preiserhöhung von Danone noch deren finanziellen Effekt.

Daneben stufte Deutsche Bank Research die Danone-Aktie am 22. September auf Hold hoch und setzte das Kursziel auf 61 Euro. Zum Referenzkurs von 59,80 Euro am 25. September lag das Ziel nur moderat darüber. Das Rating ist eine separate Analysteneinschätzung und kein Nachweis dafür, dass die erwarteten Änderungen am Milchmarkt bereits in Danones Geschäft eingepreist sind.

Fazit & Ausblick

In den kommenden Vertragsverhandlungen wird sich zeigen, ob die von der Branche erwartete Erholung bei Milch tatsächlich in höheren Preisen für Frischeprodukte mündet. Für Danone bleiben dabei Rohstoffkosten, die Weitergabe an den Handel und die Reaktion der Verbraucher die zentralen Beobachtungspunkte. Konkrete Verhandlungsergebnisse oder ein Zeitplan für Preisanpassungen liegen bislang nicht vor.

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