Microsoft Aktie: US stoppt Green-Card-Anträge – OpenAI-Bericht belastet Kurse

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Die US-Regierung setzt PERM-Anträge von Microsoft und weiteren Unternehmen wegen mutmaßlichen Missbrauchs vorläufig aus.
  2. Microsoft erklärt, rund 80 Prozent seiner H-1B-Anträge im vergangenen Geschäftsjahr hätten bestehende Beschäftigte betroffen.
  3. Ein Bericht über OpenAIs annualisierten Umsatz von knapp 50 Milliarden US-Dollar schürte Zweifel an zuvor verbreiteten höheren Erwartungen.
  4. Die Microsoft-Aktie notierte am 8. Oktober bei 465,80 Euro und lag 1,44 Prozent im Minus.

Marktanalyse & Details

US-Regierung setzt PERM-Verfahren aus

Die US-Regierung nimmt nach eigenen Angaben vorläufig keine neuen und bearbeitet keine anhängigen Anträge auf eine dauerhafte Arbeitszertifizierung (PERM) für Microsoft. Betroffen sind auch Adobe und mehrere IT-Dienstleister. Die Maßnahme richtet sich gegen einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer beschäftigungsbasierten Green Card; sie bedeutet nicht, dass sämtliche H-1B-Arbeitsvisa des Konzerns ausgesetzt wurden. Wie lange der Stopp gilt, ist offen.

Vizepräsident JD Vance warf Microsoft vor, das System besonders stark auszunutzen. Die Regierung verwies dabei unter anderem auf Entlassungen in den USA und auf Beschäftigte mit H-1B-Visa. Diese Vorwürfe sind bislang keine unabhängige Feststellung eines Rechtsverstoßes. Microsoft erklärte, im vergangenen Geschäftsjahr rund 6.000 H-1B-Anträge gestellt zu haben. Etwa 80 Prozent hätten der Verlängerung oder Änderung des Status bereits beschäftigter Mitarbeiter gedient. Neueinstellungen über dieses Verfahren beträfen nach Unternehmensangaben Personen, die sich bereits rechtmäßig in den USA aufhielten, und entsprächen etwa einem Prozent der US-Belegschaft.

Personalpolitik und langfristige Risiken

Analysten-Einordnung: Die unmittelbare finanzielle Belastung durch den Stopp dürfte zunächst schwer zu beziffern sein: Die Maßnahme untersagt PERM-Anträge, nicht den laufenden Geschäftsbetrieb oder pauschal die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte. Für Anleger liegt das größere Risiko in einer möglichen Einschränkung des Talentzugangs und in anhaltender politischer Unsicherheit. Dies deutet darauf hin, dass die Auswirkungen auf Innovation und Wettbewerbsfähigkeit langfristig wichtiger werden könnten als kurzfristige Kosten.

OpenAI-Umsatz sorgt für zusätzlichen Druck

Separat belastete ein Bericht über OpenAIs Geschäftsentwicklung Technologiewerte. Demnach lag der annualisierte Umsatz des Unternehmens Ende September nahe 50 Milliarden US-Dollar und damit deutlich unter den zuvor verbreiteten 70 Milliarden. Die Angaben beruhen auf einer annualisierten Hochrechnung; zudem sollen unterschiedliche Berechnungsmethoden zum Vergleich mit anderen KI-Unternehmen beigetragen haben. Es handelt sich nicht um Microsoft-Umsatz. Als wichtiger Investor und Partner von OpenAI ist Microsoft jedoch mittelbar von der Einschätzung der Wachstumsaussichten des KI-Unternehmens betroffen.

Der Microsoft-Kurs lag laut den vorliegenden Marktdaten am 8. Oktober um 20:55 Uhr bei 465,80 Euro, ein Tagesminus von 1,44 Prozent. Die zeitgleiche Schwäche im KI-Sektor und die politischen Nachrichten liefern mehrere mögliche Belastungsfaktoren; der Tagesrückgang lässt sich daher nicht eindeutig einem einzelnen Ereignis zuordnen.

Fazit & Ausblick

Für die Aktie stehen kurzfristig zwei unterschiedliche Fragen im Fokus: ob die US-Regierung den Umfang und die Dauer des PERM-Stopps präzisiert und ob OpenAI seine Umsatzentwicklung weiter transparent macht. Entscheidend wird sein, ob aus den politischen Einschränkungen konkrete Personalengpässe entstehen und wie belastbar die Erwartungen an die KI-Nachfrage sind.

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