Microsoft Aktie: US-Regierung stoppt PERM-Anträge wegen laufender Ermittlungen

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Das US-Arbeitsministerium setzt Microsofts Teilnahme am PERM-Programm während laufender Ermittlungen aus.
  2. Neue und bereits anhängige Anträge auf eine dauerhafte Arbeitszertifizierung werden vorerst nicht bearbeitet.
  3. Die Regierung wirft Microsoft Missbrauch des Systems vor; der Konzern verweist auf seine H-1B-Antragsdaten und seine Vergütungspraxis.
  4. Die Aussetzung betrifft einen möglichen Weg zur Green Card, nicht automatisch bestehende H-1B-Visa.

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Aussetzung betrifft den Weg zur dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung

Die US-Regierung hat Microsoft wegen laufender bundesstaatlicher Ermittlungen vorläufig aus dem Permanent Labor Certification Program (PERM) ausgeschlossen. Arbeitsminister Keith Sonderling erklärte, das Ministerium werde weder neue noch bereits eingereichte PERM-Anträge des Konzerns bearbeiten. Über die Dauer der Maßnahme machte die Regierung keine konkrete Angabe; Vizepräsident JD Vance sagte, sie solle so lange gelten, wie es erforderlich sei.

PERM ist für viele arbeitgebergestützte Green-Card-Anträge ein notwendiger Schritt. Arbeitgeber müssen dabei nachweisen, dass die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte die Löhne und Chancen US-amerikanischer Arbeitnehmer nicht beeinträchtigt. Die aktuelle Maßnahme richtet sich damit gegen diesen Zertifizierungsprozess. Sie bedeutet nicht, dass sämtliche H-1B-Visa von Microsoft-Mitarbeitern aufgehoben werden.

Vorwürfe und Stellungnahme des Konzerns

Vance warf Microsoft vor, US-Beschäftigte abzubauen und zugleich ausländische Arbeitskräfte einzusetzen. Nach Angaben der Regierung entließ das Unternehmen im vergangenen Jahr 6.000 US-Beschäftigte und profitierte von 6.300 H-1B-Visa sowie fast 3.000 Green Cards. Diese Zahlen und die daraus abgeleitete Missbrauchsbehauptung sind Vorwürfe der Regierung; ein abschließendes Ergebnis der Ermittlungen liegt nicht vor.

Microsoft erklärte, im vergangenen Geschäftsjahr rund 6.000 H-1B-Anträge gestellt zu haben. Nach Darstellung des Unternehmens betrafen etwa 80 Prozent Verlängerungen oder Statusänderungen für bereits beschäftigte Mitarbeiter. Die übrigen Anträge seien für Personen gestellt worden, die sich bereits rechtmäßig in den USA aufgehalten hätten; sie entsprächen rund einem Prozent der US-Belegschaft. Microsoft betonte zudem, H-1B-Beschäftigte für vergleichbare Arbeit genauso zu bezahlen wie andere Mitarbeiter.

Die Aussetzung erfasst laut Regierung neben Microsoft auch Adobe sowie mehrere IT-Dienstleister. Für Microsoft kommt sie in einer Phase, in der der Konzern Stellenabbau und den Wettbewerb um Fachkräfte miteinander vereinbaren muss. Das Unternehmen teilte mit, der Regierung weitere Informationen bereitstellen zu wollen.

Analysten-Einordnung

Dies deutet darauf hin, dass das unmittelbare Geschäftsrisiko weniger in einem sofortigen Umsatzrückgang als in zusätzlicher Unsicherheit bei Personalplanung und Talentgewinnung liegt. Die PERM-Sperre kann für betroffene Beschäftigte den Weg zu dauerhaftem Aufenthaltsrecht erschweren und den Konzern zwingen, seine Personal- und Compliance-Prozesse anzupassen. Wie stark das Microsofts Innovationsfähigkeit oder Kosten beeinflusst, hängt davon ab, wie lange die Maßnahme gilt und zu welchem Ergebnis die Ermittlungen kommen. Für Anleger ist zudem wichtig, die politische Maßnahme von den noch nicht abschließend belegten Vorwürfen zu unterscheiden.

Die Microsoft-Aktie notierte am 8. Oktober an der Lang & Schwarz Exchange bei 465,80 Euro und lag an diesem Handelstag 1,44 Prozent im Minus. Der Rückgang lässt sich nicht allein der PERM-Aussetzung zuschreiben: Auch ein Bericht zu OpenAIs annualisiertem Umsatz und die Schwäche im Technologiesektor belasteten die Stimmung.

Fazit & Ausblick

Im Mittelpunkt stehen nun die Ergebnisse der Bundesermittlungen und die Frage, wann das Arbeitsministerium PERM-Anträge von Microsoft wieder annimmt. Bis dahin bleibt der direkte finanzielle Effekt schwer einzuschätzen; die längerfristige Bedeutung hängt vor allem davon ab, ob die Einschränkungen den Zugang des Konzerns zu qualifizierten Fachkräften dauerhaft verändern.

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