Merck & Aktie: Zwei Phase-3-Studien liefern starke Daten bei Gebärmutterkrebs

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Merck meldet positive Phase-3-Daten zu Keytruda und dem Prüfpräparat sac-TMT bei fortgeschrittenem oder wiederkehrendem Gebärmutterkrebs.
  2. Keytruda senkte bei Patientinnen mit bestimmten Tumormerkmalen das Risiko für Fortschreiten der Erkrankung oder Tod um 43 Prozent.
  3. Sac-TMT reduzierte nach Vorbehandlung das Sterberisiko um 32 Prozent und das Risiko für Fortschreiten oder Tod um 41 Prozent.
  4. Die Überlebensdaten werden weiter beobachtet; sac-TMT ist noch nicht zugelassen.

Marktanalyse & Details

Keytruda: deutlicher Vorteil beim progressionsfreien Überleben

In der Phase-3-Studie KEYNOTE-C93 wurde Keytruda als Monotherapie bei Patientinnen mit fortgeschrittenem oder wiederkehrendem Gebärmutterkrebs untersucht, deren Tumoren einen Mismatch-Repair-Defekt aufweisen. Die Patientinnen hatten zuvor keine systemische Chemotherapie erhalten oder waren nach einer adjuvanten Behandlung erneut erkrankt. Nach einer medianen Nachbeobachtung von 36,7 Monaten lag das mediane progressionsfreie Überleben bei 38,2 Monaten mit Keytruda und bei 8,4 Monaten mit einer platinhaltigen Kombinationschemotherapie. Das Risiko für Fortschreiten der Erkrankung oder Tod war unter Keytruda um 43 Prozent geringer.

Auch beim Gesamtüberleben zeigte sich ein günstiger Trend. Die mediane Überlebenszeit war in beiden Studienarmen noch nicht erreicht; nach drei Jahren lebten 70,7 Prozent der Patientinnen unter Keytruda und 62,0 Prozent unter Chemotherapie. Die Studie läuft weiter, um diese Daten zu festigen. Schwere behandlungsbedingte Nebenwirkungen ab Grad 3 traten bei 18,1 Prozent unter Keytruda auf, gegenüber 50,7 Prozent unter Chemotherapie.

Sac-TMT: Ergebnisse nach vorheriger Behandlung

Die Studie TroFuse-005 untersuchte das experimentelle Antikörper-Wirkstoff-Konjugat sacituzumab tirumotecan (sac-TMT) bei fortgeschrittenem oder wiederkehrendem Gebärmutterkrebs nach einer platinhaltigen Chemotherapie und einer Anti-PD-1/L1-Immuntherapie. Bei einer medianen Nachbeobachtung von 14 Monaten sank das Sterberisiko gegenüber einer Behandlung nach Wahl des Arztes um 32 Prozent. Das mediane Gesamtüberleben verlängerte sich laut Merck um 6,9 Monate. Das Risiko für Fortschreiten der Erkrankung oder Tod war um 41 Prozent geringer; das mediane progressionsfreie Überleben verlängerte sich um 3,3 Monate. Sac-TMT wird gemeinsam mit Kelun-Biotech entwickelt und ist weiterhin ein Prüfpräparat.

Beide Datensätze wurden beim ESMO-Kongress 2026 erstmals vorgestellt. Die Ergebnisse zu Keytruda wurden zudem im Rahmen des Kongresses veröffentlicht; für beide Studien laufen die Nachbeobachtung beziehungsweise die weitere Prüfung der Überlebensdaten.

Analysten-Einordnung: Die Studien adressieren unterschiedliche Behandlungssituationen: Keytruda zeigte einen ausgeprägten Vorteil beim progressionsfreien Überleben in einer ausgewählten Patientinnengruppe, während sac-TMT bei bereits vorbehandelter Erkrankung auch beim Gesamtüberleben einen statistisch signifikanten Vorteil meldete. Dies deutet darauf hin, dass Merck sein Onkologiegeschäft über Keytruda hinaus mit neuen Wirkstoffen und Einsatzmöglichkeiten ausbauen könnte. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch noch keine unmittelbar gesicherten zusätzlichen Erlöse: Entscheidend sind die weitere Bestätigung der Überlebensdaten, regulatorische Entscheidungen und – bei sac-TMT – eine mögliche Zulassung.

Fazit & Ausblick

Die Daten stärken Mercks klinische Pipeline im Bereich gynäkologischer Tumoren, ersetzen aber noch keine Zulassungs- oder Umsatzperspektive. Das Unternehmen will die Ergebnisse den Zulassungsbehörden weltweit vorlegen. Bei sac-TMT bleiben die laufende regulatorische Prüfung und die weitere Entwicklung der Studie wichtige nächste Schritte; für Keytruda wird die Nachbeobachtung des Gesamtüberlebens fortgesetzt.

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