Merck & Aktie: DZ Bank stuft auf Halten ab und senkt fairen Wert
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die DZ Bank senkt Merck & Co. am 2. November von "Kaufen" auf "Halten".
- Der faire Wert sinkt von 156 auf 153 US-Dollar.
- Im dritten Quartal erzielte Merck 18,1 Milliarden US-Dollar Umsatz und übertraf die Gewinnschätzungen.
- Vom 8. bis 11. November präsentiert Merck neue HIV-Daten; für zwei IDVYNSO-Anträge wird die FDA-Entscheidung am 22. April 2027 erwartet.
Marktanalyse & Details
DZ Bank nimmt nach kräftigem Kursanstieg eine vorsichtigere Haltung ein
Die DZ Bank hat ihre Empfehlung für Merck & Co. von "Kaufen" auf "Halten" zurückgenommen und den fairen Wert von 156 auf 153 US-Dollar reduziert. Die Anpassung erfolgt nach einem starken Jahr für die Aktie: Die vorliegenden Marktdaten weisen seit Jahresbeginn ein Plus von 47,07 Prozent aus. Die Tagesperformance lag am 2. November bei minus 0,85 Prozent.
Die Einschätzung steht neben einer jüngsten Zielanhebung der LBBW: Diese hatte den fairen Wert am 29. Oktober auf 140 US-Dollar von zuvor 125 US-Dollar angehoben, blieb aber ebenfalls bei "Halten". Die unterschiedlichen Zielwerte spiegeln abweichende Bewertungsannahmen wider; beide Häuser sehen nach den verfügbaren Angaben derzeit keinen Anlass für eine Kaufempfehlung.
Starkes Quartal stützt den Ausblick, aber Risiken bleiben
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um fünf Prozent auf 18,1 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 2,49 US-Dollar und lag damit über den zuvor erwarteten 2,09 US-Dollar. Merck hob die Jahresziele an: Für 2026 erwartet der Konzern nun 66,8 bis 67,3 Milliarden US-Dollar Umsatz sowie ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,77 bis 2,82 US-Dollar.
Der starke Quartalsbericht bedeutet jedoch nicht, dass alle Ergebniskennzahlen gleichzeitig zulegten: Der Nettogewinn sank auf 5,07 Milliarden US-Dollar nach 5,79 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Eine Abschreibung im Zusammenhang mit einer Lizenzvereinbarung belastete das Ergebnis. Zudem entfiel ein Teil des Umsatzwachstums auf frühere Käufe von Arzneimitteln durch Kunden.
Analysten-Einordnung: Die Herabstufung wirkt vor allem als vorsichtigere Bewertung nach dem deutlichen Kursanstieg und nicht als unmittelbare Reaktion auf eine operative Verschlechterung: Quartalsumsatz, bereinigter Gewinn und Jahresausblick fielen stark aus. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Erwartungen an Merck hoch sind. Zugleich bleibt die Frage zentral, wie der Konzern den ab 2028 erwarteten Patentablauf bei Keytruda auffangen kann. Neue Produkte wie Winrevair und Fortschritte in der Pipeline sind dafür wichtig, müssen ihre Wachstumsbeiträge aber weiter belegen.
HIV-Portfolio im Fokus der nächsten klinischen Präsentationen
Auf der HIV Drug Therapy Glasgow vom 8. bis 11. November will Merck klinische Daten zu seinem Behandlungs- und Präventionsportfolio vorstellen. Dazu zählen IDVYNSO, die Prüfregime ISL/LEN und ISL/ULO sowie der monatliche Präventionskandidat alimatravir. Die FDA hat zwei ergänzende Zulassungsanträge für IDVYNSO angenommen; ihre Entscheidung ist für den 22. April 2027 vorgesehen. Bei den Studien EXPrESSIVE-10 und -11 zu alimatravir ist die Aufnahme erwachsener Teilnehmer abgeschlossen.
Fazit & Ausblick
Die DZ-Bank-Herabstufung setzt einen vorsichtigeren Akzent, während die angehobenen Jahresziele die operative Stärke des jüngsten Quartals unterstreichen. Kurzfristig könnten die HIV-Daten im November zusätzliche Hinweise auf das Entwicklungspotenzial der Pipeline liefern. Für die längerfristige Bewertung bleiben die Umsetzung der Wachstumsstrategie und der Umgang mit dem bevorstehenden Keytruda-Patentablauf entscheidend.
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