Mayr-Melnhof Karton Aktie: Board-&-Paper-Schwäche drückt Neunmonatsgewinn
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Mayr-Melnhof erzielte in den ersten neun Monaten 2026 einen Umsatz von 2,77 Milliarden Euro, 6,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
- Das bereinigte betriebliche Ergebnis sank um 38,8 Prozent auf 93,0 Millionen Euro; besonders Board & Paper stand unter Druck.
- Food & Premium Packaging und Pharma & Healthcare Packaging entwickelten sich auf vergleichbarer Basis besser als im Vorjahr.
- Das Unternehmen erwartet anhaltenden Margendruck bei Board & Paper; die Jahresergebnisse 2026 folgen am 16. März 2027.
Marktanalyse & Details
Ergebnisrückgang und eingeschränkte Vergleichbarkeit
Mayr-Melnhof Karton setzte in den ersten drei Quartalen 2026 2.774,7 Millionen Euro um. Gegenüber dem Vorjahreswert einschließlich der TANN-Gruppe entspricht das einem Rückgang von 6,9 Prozent. Da TANN seit Anfang Juni 2025 nicht mehr konsolidiert wird, ist dieser Vergleich nur eingeschränkt aussagekräftig: Ohne TANN lagen die Umsätze um 4,0 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert.
Das bereinigte EBITDA verringerte sich im Vorjahresvergleich einschließlich TANN um 19,1 Prozent auf 259,1 Millionen Euro. Auf vergleichbarer Basis ohne TANN betrug der Rückgang 12,9 Prozent. Das bereinigte betriebliche Ergebnis fiel einschließlich TANN um 38,8 Prozent auf 93,0 Millionen Euro; ohne TANN lag es 28,0 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die bereinigte EBITDA-Marge sank auf 9,3 Prozent, die bereinigte Operating Margin auf 3,4 Prozent.
Board & Paper bleibt die größte Belastung
Die Schwäche konzentrierte sich auf Board & Paper: Trotz leicht höherer Mengen und Auslastung ging das Ergebnis der Division zurück. Intensiver Wettbewerb und hoher Preisdruck erschwerten es, gestiegene Energie-, Transport- und Chemikalienkosten weiterzugeben. Zusätzlich belasteten planmäßige Wartungsstillstände in den Werken Kwidzyn und Kotkamills das dritte Quartal. Aufwendungen von rund 40 Millionen Euro für das Fit-For-Future-Programm wirkten sich divisionsübergreifend auf die Ergebnisse aus.
Demgegenüber übertrafen Food & Premium Packaging sowie Pharma & Healthcare Packaging beim bereinigten EBITDA auf vergleichbarer Basis ohne TANN das Vorjahresniveau. Das Effizienzprogramm konnte einen Teil der Markt- und Kostenbelastungen auffangen, aber den Rückgang im Karton- und Papiergeschäft nicht ausgleichen. Die geplante Übernahme des Kartonwerks Arnsberg soll das Kerngeschäft stärken und Synergien eröffnen; sie ist zugleich ein strategischer Schritt, dessen Ergebnisbeitrag noch aussteht.
Aktie und Analystenreaktion
Die Mayr-Melnhof-Aktie verlor an der Wiener Börse am Donnerstag 2,4 Prozent und schloss bei 66,10 Euro. Ein späterer Kurs bei Lang & Schwarz lag um 19:02 Uhr bei 65,20 Euro; die dort ausgewiesene Tagesperformance betrug minus 6,19 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 29,36 Prozent. Ein Analysehaus senkte sein Kursziel von 96 auf 90 Euro, hielt aber an der Kaufempfehlung fest.
Analysten-Einordnung: Die Zahlen zeigen nicht nur einen Umsatzrückgang, sondern vor allem eine deutliche Verschlechterung der Profitabilität. Dass die Verpackungsbereiche auf vergleichbarer Basis zulegen, federt den Einbruch bei Board & Paper bislang nicht ausreichend ab. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass eine Erholung der Aktie stark davon abhängen dürfte, ob Mayr-Melnhof Preisdruck und höhere Inputkosten besser ausgleichen kann. Einsparungen und mögliche Arnsberg-Synergien sind unterstützende Faktoren, aber noch kein Beleg für eine kurzfristige Margenwende. Das gesenkte Kursziel bei unveränderter Kaufempfehlung spiegelt diese gemischte Lage wider.
Fazit & Ausblick
Mayr-Melnhof sieht eine Belebung der Nachfrage im Verpackungsbereich, besonders bei Pharma & Healthcare Packaging und GLP-1-Anwendungen. Für Board & Paper bleiben Überkapazitäten und die begrenzte Möglichkeit, stark gestiegene Energiekosten weiterzugeben, zentrale Risiken. Entscheidend wird sein, ob die Einsparungen aus Fit-For-Future diese Belastungen zunehmend kompensieren. Die nächsten umfassenden Zahlen legt das Unternehmen am 16. März 2027 mit dem Jahresergebnis 2026 vor.
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