Lam Research Aktie: Kursrutsch trotz Quartalsbeat wegen Engpässen und China-Ausblick
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Lam Research erzielte im ersten Geschäftsquartal 8,22 Milliarden US-Dollar Umsatz und 2,20 US-Dollar bereinigten Gewinn je Aktie – beide Werte lagen über den Erwartungen.
- Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 54 Prozent; die bereinigte Bruttomarge verbesserte sich gegenüber dem Vorquartal auf 52,4 Prozent.
- Für das zweite Geschäftsquartal stellt das Unternehmen 8,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und 2,33 US-Dollar bereinigten Gewinn je Aktie in Aussicht.
- Die Aktie verlor im regulären Handel mehr als zehn Prozent, nachdem Lam auf Lieferengpässe und eine schwächere China-Umsatzentwicklung hingewiesen hatte.
Marktanalyse & Details
Starke Quartalszahlen
Lam Research übertraf im ersten Geschäftsquartal die Markterwartungen: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,20 US-Dollar, verglichen mit prognostizierten 2,18 US-Dollar. Der Umsatz erreichte 8,22 Milliarden US-Dollar und lag damit ebenfalls über der Konsensschätzung von 8,14 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahresvergleich nahm der Umsatz um 54 Prozent zu.
Auch die Profitabilität entwickelte sich positiv. Die bereinigte Bruttomarge stieg gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozentpunkte auf 52,4 Prozent; die bereinigte operative Marge betrug 40,2 Prozent.
Lieferengpässe und China bremsen den Ausblick
Für das zweite Geschäftsquartal erwartet Lam einen Umsatz von 8,6 Milliarden US-Dollar, mit einer Schwankungsbreite von 400 Millionen US-Dollar nach oben oder unten. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 2,33 US-Dollar liegen, plus oder minus 0,15 US-Dollar. Die Prognose bewegt sich damit ungefähr auf Höhe der Analystenerwartungen. Das Management machte zugleich deutlich, dass kurzfristige Lieferengpässe den Umsatz begrenzen und der Ausblick ohne diese Einschränkungen etwas höher hätte ausfallen können. Auch geringere Umsätze in China belasten die Perspektive.
Der Druck beschränkte sich nicht auf Lam Research: Auch andere Ausrüster für die Halbleiterproduktion gaben nach. Applied Materials, KLA und ASML verloren im Handel ebenfalls deutlich. Das spricht dafür, dass neben unternehmensspezifischen Faktoren auch eine breitere Neubewertung des Ausrüstersektors eine Rolle spielte.
Analysten-Einordnung: Die Reaktion zeigt, dass Anleger bei stark wachsenden Halbleiterausrüstern nicht nur auf den zurückliegenden Quartalsgewinn achten, sondern vor allem auf die Lieferfähigkeit und die nächste Umsatzentwicklung. Dies deutet darauf hin, dass die kurzfristige Kapazität zur Auslieferung derzeit stärker gewichtet wird als der Quartalsbeat. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die Nachfrage durch KI und komplexere Chips bleibt ein Wachstumstreiber, doch Lieferengpässe und die China-Abhängigkeit können den Weg von der Nachfrage zu tatsächlich erzieltem Umsatz begrenzen.
Fazit & Ausblick
Lam Research startet mit kräftigem Umsatzwachstum und verbesserten Margen in das neue Geschäftsjahr, doch der Ausblick fiel trotz solider Gewinnprognose nicht stark genug aus, um die Sorgen um Lieferengpässe und China zu zerstreuen. Im nächsten Quartal werden deshalb insbesondere die tatsächlichen Auslieferungen, die Umsatzentwicklung in China und die Margen wichtige Prüfsteine sein. Ein konkreter Termin für die nächsten Quartalszahlen liegt in den vorliegenden Angaben nicht vor.
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