H&R GmbH & Aktie: EBITDA wächst kräftig, Dynamik lässt im dritten Quartal nach
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- H&R steigerte das vorläufige EBITDA im dritten Quartal 2026 auf 47,9 Millionen Euro nach 20,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
- Der Neunmonatsumsatz stieg um rund 15 Prozent auf 1,112 Milliarden Euro; das EBITDA erhöhte sich auf 132,3 Millionen Euro.
- Das Segment Kunststoffe blieb defizitär, während Refining und ChemPharm Sales deutlich bessere Ergebnisse erzielten.
- H&R hält an der EBITDA-Prognose von 120 bis 145 Millionen Euro fest; endgültige Zahlen folgen am 13. November.
Marktanalyse & Details
Starker Zuwachs gegenüber dem Vorjahr
H&R hat im dritten Quartal 2026 Umsatz und Ergebnis deutlich über dem Vorjahresniveau gehalten. Die Erlöse legten um fast 33 Prozent auf 411,8 Millionen Euro zu. Das vorläufige EBITDA erreichte 47,9 Millionen Euro, das EBIT 33,4 Millionen Euro. Unter dem Strich entfielen auf die Aktionäre 19,9 Millionen Euro Gewinn, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 0,7 Millionen Euro angefallen war. Das Ergebnis je Aktie betrug im Quartal 0,54 Euro.
Für die ersten neun Monate weist der Spezialchemiekonzern einen Umsatz von 1,112 Milliarden Euro und ein EBITDA von 132,3 Millionen Euro aus. Im Vorjahreszeitraum waren es 963,7 Millionen beziehungsweise 60,5 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie lag kumuliert bei 1,65 Euro.
Refining trägt den größten Ergebnisanteil
Wichtigster Ergebnistreiber blieb ChemPharm REFINING: Das Segment erzielte in den ersten neun Monaten ein EBITDA von 98,9 Millionen Euro nach 40,7 Millionen im Vorjahr. Auch ChemPharm SALES verbesserte sich und kam auf 38,3 Millionen Euro operatives Ergebnis. Anders die Lage im Kunststoffgeschäft: Dort summierte sich der Fehlbetrag auf 2,4 Millionen Euro. H&R führt die schwächeren Erlöse unter anderem auf die anhaltend schwierige Situation in der Automobilindustrie zurück.
Cashflow, Bilanz und Börsenreaktion
Der operative Cashflow belief sich in den ersten neun Monaten auf 58,3 Millionen Euro. Ein höherer Bedarf an Nettoumlaufvermögen, insbesondere gestiegene Forderungen, bremste dabei den Mittelzufluss trotz des kräftig verbesserten Ergebnisses. Im dritten Quartal fiel der operative Cashflow mit 55,8 Millionen Euro deutlich stärker aus; der Free Cashflow erreichte 42,4 Millionen Euro. Zum 30. September lag die Eigenkapitalquote bei 48,8 Prozent, nach 45,4 Prozent zum Jahresende 2025.
Die H&R-Aktie notierte am 27. Oktober um 12:10 Uhr bei 7,06 Euro und damit 5,37 Prozent über dem Vortag. Die positive Tagesbewegung fiel zeitlich mit der Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen zusammen; daraus lässt sich jedoch keine sichere Ursache-Wirkung-Beziehung ableiten.
Analysten-Einordnung: Die Zahlen zeigen eine kräftige Erholung gegenüber dem schwachen Vorjahr, die sich auf Refining und ChemPharm Sales stützt. Zugleich weist H&R selbst darauf hin, dass die Ergebnisdynamik gegenüber dem stärkeren zweiten Quartal nachgelassen hat. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend ist nicht nur das hohe Neunmonatsergebnis, sondern ob die operative Erholung im Schlussquartal trägt und sich der starke Ergebniszuwachs verlässlich in Cashflow übersetzt. Das weiterhin verlustreiche Kunststoffsegment und der höhere Working-Capital-Bedarf bleiben dabei wichtige Beobachtungspunkte.
Fazit & Ausblick
H&R sieht sich trotz des geringeren Momentums auf Kurs, die zuletzt angepasste EBITDA-Spanne von 120 bis 145 Millionen Euro zu erreichen. Eine Präzisierung der Prognose ist gegebenenfalls im weiteren Jahresverlauf möglich. Die endgültigen Neunmonatszahlen und weitere Angaben zur Geschäftsentwicklung will das Unternehmen am 13. November 2026 veröffentlichen.
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