Goldman Sachs Aktie: Bank sieht Höhepunkt des KI-Investitionswachstums nahe

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Goldman-Sachs-Vertreter erwarten, dass das Wachstum der KI-Investitionen bald seinen Höhepunkt erreicht.
  2. Sie betonen, dass damit nicht zwingend ein Rückgang der absoluten Investitionssumme gemeint ist.
  3. Die Märkte hätten bereits viel Optimismus eingepreist; Finanzierung, Monetarisierung und auseinanderlaufende Unternehmensresultate rücken stärker in den Fokus.
  4. Goldman sieht die Zinserwartungen des Marktes als zu hoch an und nennt eine weitere Fed-Anhebung im Dezember als Basisszenario.

Marktanalyse & Details

KI-Ausgaben bleiben hoch, ihr Wachstum dürfte sich aber abkühlen

In einer Diskussion am 29. Oktober ordneten Tony Pasquariello, Josh Schiffrin und Dominic Wilson von Goldman Sachs die KI-Investitionswelle und die Aussichten für Märkte und Geldpolitik ein. Wilson zufolge entwickelt sich KI von einem außergewöhnlich dynamischen Börsenthema zu einer konventionelleren Anlagegeschichte. Die Wachstumsraten der Investitionen könnten ihren Höchststand bald erreichen.

Das ist nicht gleichbedeutend damit, dass Unternehmen ihre Ausgaben für KI-Infrastruktur bereits senken. Entscheidend ist vielmehr, dass der zusätzliche Schub durch immer schneller steigende Investitionen nachlassen könnte. Zugleich seien die Bewertungen in Teilen des KI-Markts so anspruchsvoll, dass sie einen weiterhin sehr günstigen Verlauf voraussetzten.

Goldman verweist dabei auf drei offene Fragen: die Finanzierung des Infrastrukturaufbaus und mögliche Belastungen bei Kreditspreads, die Monetarisierung der hohen Ausgaben sowie die zunehmende Streuung der Geschäftsergebnisse. Damit wird die Prüfung konkreter Erträge und Finanzierungskosten wichtiger als die bloße Erwartung, dass KI weiter wächst.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die KI-These nicht endet, sondern in eine selektivere Phase eintritt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass Investitionspläne allein weniger Aussagekraft haben: Entscheidend wird, ob Unternehmen die Ausgaben in tragfähige Erlöse umwandeln und zu welchen Finanzierungskosten sie das schaffen. Ein nachlassendes Wachstum der Investitionen wäre daher ein Warnsignal für überzogene Erwartungen, aber kein Beleg für sinkende Gesamtausgaben.

Gewinne stützen den Markt, liefern aber wenig neuen Schwung

Pasquariello beschrieb die jüngste Berichtssaison als solide genug, um die Aktienmärkte zu stabilisieren, aber nicht stark genug für einen neuen Ausbruch. Die Aufwärtsrevisionen der Gewinnerwartungen blieben demnach deutlich hinter denen im ersten und zweiten Quartal zurück. Auch der S&P 500 und der Nasdaq hätten sich über die vergangenen sechs Monate per saldo kaum bewegt.

Die Einordnung für den Markt ist damit zwiespältig: Unternehmen liefern Unterstützung, doch ein neuer Impuls fehlt bislang. Goldman zufolge könnten sich die Führungsrollen am Aktienmarkt deshalb verändern, statt dass die bisher dominierenden Titel den gesamten Markt weiter antreiben.

Goldman erwartet weniger Zinserhöhungen als eingepreist

Schiffrin hält eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember für wahrscheinlich; eine zusätzliche Anhebung danach sei möglich, aber nicht sein Basisszenario. Am Markt seien laut seiner Einschätzung weitere Zinserhöhungen von rund 60 bis 65 Basispunkten berücksichtigt – mehr, als die tatsächliche Geldpolitik am Ende bringen könnte.

Als größten kurzfristigen Konjunkturrisikofaktor nannte Schiffrin eine Eskalation im Nahen Osten, die erneut höhere Energiepreise auslösen könnte. Wilson hielt dagegen, dass der Markt bereits eine erhebliche geopolitische Risikoprämie im Ölpreis berücksichtige. Eine ausbleibende Eskalation könnte daher eine positive Überraschung sein. Schiffrin nannte zudem eine Positionierung auf niedrigere kurzfristige Zinsen in den USA, Europa und Großbritannien als seine bevorzugte Strategie bis zum Jahresende.

Fazit & Ausblick

Für die kommenden Wochen kommt es darauf an, ob KI-Unternehmen überzeugende Erträge aus ihren Investitionen nachweisen und ob geopolitische Risiken die Energiepreise weiter antreiben. Auch die weitere Entwicklung der Zinserwartungen dürfte für Aktien und Kreditmärkte wichtig bleiben. Die Goldman-Einschätzung ist eine Marktperspektive ihrer Vertreter und keine spezifische Prognose zur Goldman-Sachs-Aktie.

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