Gilead Sciences Aktie: Umsatzprognose steigt trotz höherer Kosten und schwächerem GAAP-Gewinn

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Gileads Produktumsatz stieg im dritten Quartal 2026 um 13 Prozent auf 8,3 Milliarden US-Dollar und übertraf die Erwartungen.
  2. Das bereinigte EPS von 2,55 US-Dollar lag über den Schätzungen; der verwässerte GAAP-Gewinn je Aktie sank dagegen von 2,43 auf 1,94 US-Dollar.
  3. Für das Gesamtjahr hob Gilead die Produktumsatzprognose auf 31 bis 31,3 Milliarden US-Dollar an, senkte aber die EPS-Prognose.
  4. Veklury-Umsätze brachen um 69 Prozent ein; ohne das COVID-19-Mittel wuchs der Produktumsatz um 16 Prozent.

Marktanalyse & Details

Umsatzwachstum trifft auf steigende Kosten

Gilead Sciences setzte im dritten Quartal 2026 insgesamt 8,3 Milliarden US-Dollar mit Produkten um – 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und mehr als die Markterwartung von rund 7,8 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 2,55 Dollar und übertraf ebenfalls die Schätzungen. Beim verwässerten GAAP-EPS zeigte sich jedoch ein anderes Bild: Es fiel auf 1,94 Dollar nach 2,43 Dollar im Vorjahresquartal.

Der Unterschied unterstreicht den Kostendruck im Quartal. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen auf 1,6 Milliarden Dollar von 1,3 Milliarden. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten legten auf ebenfalls 1,6 Milliarden Dollar zu, nach 1,4 Milliarden. Gilead führte den Anstieg unter anderem auf höhere Ausgaben für klinische Materialien und Personal, HIV-Marketing, die Integration von Übernahmen sowie Rechtskosten zurück. Verluste aus Beteiligungswertpapieren belasteten das Ergebnis zusätzlich, nachdem im Vorjahreszeitraum Gewinne angefallen waren.

Veklury verliert an Bedeutung, andere Produkte wachsen

Der Umsatz mit dem COVID-19-Mittel Veklury sank wegen rückläufiger Hospitalisierungen im Jahresvergleich um 69 Prozent auf 86 Millionen Dollar. Damit entfiel nur noch rund ein Prozent des Quartalsumsatzes auf das Medikament. Ohne Veklury wuchsen die Produktumsätze um 16 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar, getragen unter anderem von HIV-Produkten sowie Trodelvy und Livdelzi. Gegenläufig entwickelten sich die Zelltherapie-Umsätze: Sie gingen um 18 Prozent auf 355 Millionen Dollar zurück, belastet durch anhaltenden Wettbewerbsdruck.

Jahresprognose: mehr Umsatz, schwächerer EPS-Ausblick

Gilead hob die Prognose für den Produktumsatz 2026 auf 31 bis 31,3 Milliarden Dollar an; zuvor hatte das Unternehmen 30,1 bis 30,4 Milliarden Dollar erwartet. Zugleich senkte es den Ausblick für den ausgewiesenen Gewinn je Aktie auf einen Verlust von 0,85 bis 1,20 Dollar, verglichen mit der vorherigen Verlustspanne von 0,30 bis 0,65 Dollar. Diese Kennzahl ist vom bereinigten Quartals-EPS zu unterscheiden und sollte nicht mit diesem gleichgesetzt werden.

Analysten-Einordnung: Die Kombination aus höherer Umsatzprognose und gesenktem GAAP-EPS-Ausblick deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach Gileads Produkten derzeit stärker ist als die kurzfristige Ergebnisentwicklung. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend wird, ob das Wachstum außerhalb von Veklury anhält und ob sich der Kostenanstieg abschwächt. Der starke bereinigte Quartalsgewinn ist ein positives Signal, beseitigt aber nicht die Frage, wie stark Sonderbelastungen und laufende Investitionen den ausgewiesenen Jahresgewinn drücken.

Die Aktie legte am 29. Oktober im elektronischen Handel in Euro um 3,5 Prozent auf 150,04 Euro zu; seit Jahresbeginn betrug das Plus 42,68 Prozent. Die Kursreaktion fiel damit positiv aus, obwohl der ausgewiesene Quartalsgewinn und der EPS-Ausblick unter Druck standen. Das passt zu einer Marktreaktion, bei der Umsatzwachstum und die angehobene Produktumsatzprognose stärker gewichtet werden.

Fazit & Ausblick

Gileads Quartal zeigt ein wachsendes Kerngeschäft, aber auch höhere Forschungs- und Verwaltungskosten sowie deutliche Schwächen bei Veklury und der Zelltherapie. Im weiteren Jahresverlauf bleibt maßgeblich, ob die starke Entwicklung der HIV-Produkte und anderer Medikamente die Belastungen aus Kosten und rückläufigen Geschäftsbereichen auffangen kann. Ein konkreter Termin für die nächsten Quartalszahlen liegt in den vorliegenden Angaben nicht vor.

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