Gerresheimer Aktie: Adjusted EBITDA steigt im zweiten Quartal um mehr als 50 Prozent

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Gerresheimer steigerte das vorläufige Adjusted EBITDA im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um mehr als 50 Prozent auf rund 102 Millionen Euro.
  2. Der Quartalsumsatz legte gegenüber Q1 um 55 Millionen auf 578 Millionen Euro zu, lag aber unter dem Vorjahreswert von 614 Millionen Euro.
  3. Für das zweite Halbjahr erwartet der Konzern bessere Ergebnisse; der Abschluss des Centor-Verkaufs steht laut Unternehmen kurz bevor.
  4. Die Aktie notierte am 30. September um 9:20 Uhr bei 29,48 Euro und lag 7,51 Prozent im Plus.

Marktanalyse & Details

Erholung zum Vorquartal, Rückstand zum Vorjahr

Gerresheimer meldet für das zweite Quartal 2026 vorläufig einen Umsatz von 578 Millionen Euro und ein Adjusted EBITDA von rund 102 Millionen Euro. Gegenüber dem ersten Quartal entspricht das einem Umsatzplus von 55 Millionen Euro und einem EBITDA-Anstieg um 35 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich dabei um fünf Prozentpunkte auf 17,6 Prozent.

Im Jahresvergleich bleibt das Bild jedoch schwächer: Im zweiten Quartal 2025 hatte Gerresheimer einen angepassten Umsatz von 614 Millionen Euro und ein Adjusted EBITDA von 126 Millionen Euro ausgewiesen. Für das erste Halbjahr 2026 summierten sich die vorläufigen Erlöse auf 1,10 Milliarden Euro, das Adjusted EBITDA auf 168 Millionen Euro. Die Halbjahresmarge von 15,3 Prozent lag unter dem angepassten Vorjahreswert von 19,6 Prozent.

Unterschiedliche Entwicklung in den Geschäftsbereichen

Wachstum kam vor allem aus Containment & Delivery Systems. Der Bereich profitierte von einer stärkeren Nachfrage nach Drug-Delivery-Geräten und steigerte im ersten Halbjahr Umsatz und Adjusted EBITDA gegenüber dem angepassten Vorjahreszeitraum. Die Marge erreichte im zweiten Quartal 23,9 Prozent. Das stützt die strategische Ausrichtung auf Verabreichungssysteme, in die Gerresheimer in den vergangenen Jahren investiert hat.

Belastend wirkten dagegen die Bereiche Primary Injectable Solutions und Moulded Glass. Bei Spritzensystemen und insbesondere Standard-Injektionsfläschchen war die Nachfrage in Europa und Amerika schwächer; geringere Werksauslastung drückte das Ergebnis. Moulded Glass verbesserte seine Marge zwar deutlich gegenüber dem ersten Quartal, lag im Halbjahr aber klar unter dem Vorjahresniveau. Das Unternehmen verweist unter anderem auf niedrigere Pharma-Umsätze und die bevorstehende Schließung des Werks in Chicago Heights.

Verkäufe und Finanzlage als weitere Treiber

Der Vollzug des Verkaufs von Centor wird kurzfristig erwartet. Der Verkauf des Geschäfts mit Primary Packaging Plastics soll voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 abgeschlossen werden. Gerresheimer erwartet für 2026 ein stärkeres zweites Halbjahr mit verbesserten Ergebnissen und einer deutlich besseren Finanzlage. Zudem soll eine geplante neue Kapitalstruktur den Konzern langfristig stabilisieren.

Analysten-Einordnung: Der kräftige Quartalsanstieg zeigt eine operative Erholung nach einem verhaltenen Jahresauftakt, ist aber noch kein Beleg für eine vollständige Trendwende: Umsatz und Adjusted EBITDA liegen weiterhin unter dem Vorjahresquartal. Entscheidend wird sein, ob sich die bessere Auslastung und Nachfrage im zweiten Halbjahr fortsetzen und die schwächeren Bereiche ihren Rückstand verringern. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben dem Ergebnisaufschwung auch der Vollzug der Verkäufe und die angekündigte Verbesserung der Finanzlage wichtige Prüfsteine bleiben. Die Aktie lag zum angegebenen Kurszeitpunkt deutlich im Tagesplus; daraus allein lässt sich jedoch keine eindeutige Ursache ableiten.

Fazit & Ausblick

Gerresheimer stellt für die zweite Jahreshälfte eine Ergebnisverbesserung in Aussicht, während die Halbjahreszahlen die anhaltenden Belastungen im Vorjahresvergleich verdeutlichen. Der nächste wichtige Termin ist die Veröffentlichung des Halbjahresberichts mit den finalen Zahlen, die das Unternehmen für Ende November 2026 erwartet. Auch der angekündigte kurzfristige Abschluss des Centor-Verkaufs dürfte für die Einschätzung der Finanzlage relevant sein.

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