First Majestic Silver Aktie: Q3-Gewinn steigt kräftig, Streik belastet San-Dimas-Ausblick
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- First Majestic steigerte den Umsatz im dritten Quartal 2026 um 38 Prozent auf 394,1 Millionen US-Dollar.
- Der zurechenbare Nettogewinn stieg auf 74,5 Millionen US-Dollar; der freie Cashflow erreichte 85,5 Millionen US-Dollar.
- Höhere Metallpreise trieben die Erlöse, während Silber- und Goldproduktion gegenüber dem Vorjahr zurückgingen.
- Wegen des Arbeitskonflikts bleibt die Jahresprognose für San Dimas ausgesetzt; die Quartalsdividende beträgt 0,0142 US-Dollar je Aktie.
Marktanalyse & Details
Höhere Metallpreise heben Umsatz und Ergebnis
First Majestic Silver erzielte im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 394,1 Millionen US-Dollar. Das waren 38 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend waren vor allem die höheren realisierten Preise: Der Silberpreis lag im Schnitt 59 Prozent über dem Vorjahreswert, der Goldpreis 23 Prozent darüber. 62 Prozent des Umsatzes entfielen auf Silber, 28 Prozent auf Gold.
Das zurechenbare Nettoergebnis legte von 27,0 Millionen auf 74,5 Millionen US-Dollar zu; das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie stieg von 0,06 auf 0,15 US-Dollar. Bereinigt meldete das Unternehmen einen Gewinn von 92,5 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,19 US-Dollar je Aktie. Das Ergebnis enthält allerdings gegenläufige Sondereffekte: Ein einmaliger Aufwand von 30,7 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit einem historischen Steuerstreit belastete den ausgewiesenen Nettogewinn.
Cashflow und Kostenentwicklung
Der operative Cashflow vor Veränderungen des Working Capital und Steuern betrug 214,3 Millionen US-Dollar. Nach nachhaltigen Investitionen und Steuerzahlungen erwirtschaftete First Majestic einen freien Cashflow von 85,5 Millionen US-Dollar. Zum Quartalsende verfügte der Konzern über 1,23 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, einschließlich 162,9 Millionen US-Dollar mit Verfügungsbeschränkung. Das Working Capital lag bei 882,3 Millionen US-Dollar.
- EBITDA: 228,8 Millionen US-Dollar, ein Plus von 78 Prozent zum Vorjahr.
- AISC: 30,45 US-Dollar je Unze Silberäquivalent, nach 20,90 US-Dollar im Vorjahresquartal.
- Silberproduktion: 3,44 Millionen Unzen, ein Rückgang um 11 Prozent; die Goldproduktion sank um 17 Prozent auf 29.552 Unzen.
Die gestiegenen Kosten je Unze hängen auch mit der geringeren Produktion und einem veränderten Silberäquivalent-Umrechnungsverhältnis zusammen. Zusätzlich wirkten höhere Aufwendungen unter anderem für Instandhaltung, Energie und die Aufwertung des mexikanischen Pesos. Die AISC-Marge verbesserte sich dennoch auf 31,95 US-Dollar je Unze, vor allem dank der deutlich höheren Metallpreise.
Streik in San Dimas schafft Prognoseunsicherheit
Der Betrieb in der Mine San Dimas ist seit einer Arbeitsunterbrechung am 18. September vorübergehend eingestellt. Im Zentrum des Konflikts steht die steuerliche Behandlung eines jährlichen Produktionsbonus. First Majestic hat die Jahresprognose für Produktion und Kosten von San Dimas zurückgezogen und will sie neu bewerten, sobald die Wiederaufnahme des Betriebs absehbar ist. Eine Entscheidung über die Anfechtung des Streiks erwartet das Unternehmen in der zweiten Novemberhälfte.
Analysten-Einordnung: Dies deutet auf ein Quartal hin, in dem die starke Ergebnisentwicklung stärker von den Metallpreisen als von höherer Fördermenge getragen wurde. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Der kräftige Gewinn- und Cashflow-Zuwachs ist positiv, aber die höheren AISC und der ungelöste Konflikt in San Dimas begrenzen die Aussagekraft für die kommenden Quartale. Die hohe Liquidität bietet dem Unternehmen zwar einen finanziellen Puffer; sie ersetzt jedoch keine Klarheit über Produktionsausfälle und Kosten.
Quartalsdividende und Aktienrückkäufe
Der Verwaltungsrat beschloss eine Bardividende von 0,0142 US-Dollar je Stammaktie für das dritte Quartal 2026. Die Zahlung ist voraussichtlich für den 30. November vorgesehen; maßgeblich für den Anspruch ist der Eintrag im Aktienregister zum Geschäftsschluss am 16. November. Im Quartal kaufte First Majestic außerdem 100.000 eigene Aktien zurück.
Fazit & Ausblick
Die Zahlen zeigen deutlich höhere Erlöse, Gewinne und freien Cashflow, zugleich aber sinkende Fördermengen und höhere Kosten je Silberäquivalent-Unze. Im Fokus steht nun die Entwicklung des Arbeitskonflikts: Eine Entscheidung in der zweiten Novemberhälfte könnte Hinweise darauf geben, wann San Dimas wieder anlaufen kann und wann das Unternehmen seine dortige Jahresprognose neu bewertet. Die Dividende soll Ende November ausgezahlt werden.
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