Evonik Industries Aktie: Gewinnsprung stärkt Eigenständigkeit im BASF-Streit

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Evonik steigerte den Umsatz im dritten Quartal 2026 um 13 Prozent auf 3,83 Milliarden Euro.
  2. Das bereinigte EBITDA legte um 40 Prozent auf 629 Millionen Euro zu; unterm Strich blieb ein Verlust von 53 Millionen Euro.
  3. Für 2026 hält Evonik ein bereinigtes EBITDA in der oberen Hälfte der Spanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro für wahrscheinlich.
  4. Der Konzern weist BASFs Übernahmeinteresse zurück, kritisiert dessen Zeitpunkt und ist nur zu einem vertraulichen Informationsaustausch bereit.

Marktanalyse & Details

Operatives Geschäft verbessert sich

Evonik hat im dritten Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 3,83 Milliarden Euro erhöht. Das bereinigte EBITDA stieg auf 629 Millionen Euro nach 448 Millionen Euro im Vorjahr. Beim Nettoergebnis schrieb der Spezialchemiekonzern dagegen erneut rote Zahlen: Der Verlust verringerte sich von 106 auf 53 Millionen Euro. Belastungen aus dem Sparprogramm, darunter Rückstellungen für Abfindungen, verhinderten ein positives Ergebnis unter dem Strich.

Jahresausblick und BASF-Interesse

Nach dem operativen Zuwachs sieht Evonik für das Gesamtjahr 2026 ein bereinigtes EBITDA in der oberen Hälfte der Prognosespanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro als wahrscheinlich an. Das Unternehmen hatte die Spanne bereits im Sommer angehoben. Die aktuelle Aussage signalisiert mehr Zuversicht, ist aber keine neue Erhöhung des Zielkorridors.

Parallel verteidigt der Vorstand die Eigenständigkeit des Konzerns. Finanzvorstand Michael Rauch kritisierte, BASF habe ihr Sondierungsangebot bekannt gemacht, nachdem Evonik den krankheitsbedingten vorübergehenden Ausfall von Vorstandschef Christian Kullmann gemeldet hatte. Evonik erklärt, derzeit nicht über eine Übernahme zu verhandeln. Offen bleibt lediglich ein rein informativer und vertraulicher Austausch mit BASF.

Analysten-Einordnung: Die deutliche Verbesserung des bereinigten EBITDA und der optimistischere Jahresausblick geben Evonik Argumente für die eigene Strategie, beseitigen aber nicht den Gegenwind durch den Nettoverlust und die laufenden Restrukturierungskosten. Dies deutet darauf hin, dass die operative Entwicklung und die Verwendung möglicher Synergien bei BASF getrennt bewertet werden müssen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die Quartalszahlen stärken die eigenständige Positionierung, während der weitere Umgang mit BASFs Interesse ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor bleibt.

Fazit & Ausblick

Im weiteren Jahresverlauf wird entscheidend sein, ob Evonik die operative Erholung fortsetzen und die Jahresprognose erreichen kann. Zugleich bleibt abzuwarten, ob aus dem von Evonik zugelassenen vertraulichen Austausch mit BASF weitere Gespräche entstehen. Das Unternehmen hat bislang keine Übernahmeverhandlungen aufgenommen.

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