Evonik Industries Aktie: BASF soll 24 Euro bieten – Stellungnahme heute erwartet
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- BASF soll seine Offerte für Evonik laut informierten Kreisen auf rund 24 Euro je Aktie erhöht haben.
- Der zuvor genannte Preis lag bei 22,15 Euro je Aktie; ein verbindliches öffentliches Angebot ist damit nicht bestätigt.
- BASF legt heute Quartalszahlen vor und könnte sich zu den Übernahmeplänen äußern.
- Die RAG-Stiftung hält rund 43 Prozent an Evonik und ist damit für einen möglichen Deal besonders wichtig.
Marktanalyse & Details
Höhere Offerte, aber zentrale Fragen offen
BASF soll Evonik zuletzt etwa 24 Euro je Aktie geboten haben. Das entspräche einer Bewertung von gut 11 Milliarden Euro. Beim ersten bekannten Vorstoß standen demnach 22,15 Euro je Aktie beziehungsweise rund 10,3 Milliarden Euro im Raum. Die Angaben beruhen auf Informationen aus Verhandlungskreisen; beide Unternehmen haben die konkreten Konditionen nicht offiziell bestätigt.
Zum Kursstand vom 27. Oktober lag die Evonik-Aktie bei 21,16 Euro. Der Abstand zum kolportierten Angebotspreis beträgt damit rund 13 Prozent. Dieser Vergleich ist jedoch keine sichere Übernahmeprämie: Ob es zu einem verbindlichen Angebot kommt, zu welchem Preis und unter welchen Bedingungen, ist weiterhin offen.
BASF-Zahlen als nächster möglicher Impuls
BASF veröffentlicht heute die Ergebnisse für das dritte Quartal. Im Mittelpunkt stehen neben der Geschäftsentwicklung auch Aussagen zu den Übernahmeplänen für den Essener Spezialchemiekonzern. Für BASF erwarten Analysten im Schnitt einen Umsatz von knapp 15,7 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA von fast 1,5 Milliarden Euro. Die Zahlen können Hinweise darauf geben, welchen finanziellen Spielraum und welche strategischen Prioritäten der Konzern für einen möglichen Kauf sieht.
Für die Transaktion kommt der RAG-Stiftung besonderes Gewicht zu: Sie hält rund 43 Prozent der Evonik-Aktien. Zugleich wird als möglicher zusätzlicher Faktor eine von Evonik geprüfte Übernahme des US-Chemieunternehmens Ashland genannt. Ob und wie solche strategischen Pläne mit dem BASF-Vorstoß vereinbar wären, ist bislang nicht geklärt.
Analysten-Einordnung: Der gemeldete Preisaufschlag deutet darauf hin, dass BASF seine Kaufabsicht ernsthaft weiterverfolgt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung aber nicht, dass der Angebotspreis bereits gesichert wäre. Entscheidend sind eine offizielle Offerte, die Haltung der RAG-Stiftung und die Finanzierung sowie die strategische und regulatorische Umsetzbarkeit. Einschätzungen zum Nutzen des Kaufs gehen auseinander: Ein Zusammenschluss könnte strategisch und finanziell attraktiv sein, wäre aber mit erheblicher Komplexität und Ausführungsrisiken verbunden.
Fazit & Ausblick
Die BASF-Telefonkonferenz um 10.30 Uhr ist der nächste wichtige Termin für die Evonik-Aktie: Eine Bestätigung oder Präzisierung der Übernahmepläne könnte die Erwartungen des Marktes verändern. Bis zu konkreten Angaben zu Preis, Bedingungen und Zeitplan bleibt der genannte Betrag von 24 Euro eine nicht offiziell bestätigte Offerte aus Verhandlungskreisen.
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