Evonik Industries Aktie: BASF-Bericht rückt 24-Euro-Offerte vor Quartalszahlen in den Fokus

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Das Wichtigste in Kürze

  1. BASF soll Insidern zufolge rund 24 Euro je Evonik-Aktie geboten haben; eine Bestätigung der Offerte liegt nicht vor.
  2. Der gemeldete Preis liegt über dem zuvor kolportierten Erstangebot von 22,15 Euro je Aktie.
  3. Die RAG-Stiftung hält rund 43 Prozent an Evonik und könnte für einen möglichen Verkauf entscheidend sein.
  4. BASF veröffentlicht am 28. Oktober seine Zahlen für das dritte Quartal; auch das Evonik-Interesse dürfte dabei im Fokus stehen.

Marktanalyse & Details

Höhere Offerte bleibt unbestätigt

BASF soll sein Kaufinteresse an Evonik mit einem Preisvorschlag von etwa 24 Euro je Aktie konkretisiert haben. Das entspräche laut den vorliegenden Berichten einem Gesamtwert von gut 11 Milliarden Euro. Zuvor waren 22,15 Euro je Aktie beziehungsweise rund 10,3 Milliarden Euro im Gespräch. Beide Angaben beruhen auf Informationen aus dem Umfeld der Transaktion; ein bestätigtes öffentliches Angebot liegt damit nicht vor. Evonik hatte sich zu den zuvor kursierenden Berichten nicht geäußert.

Zum Kurs von 21,16 Euro am 27. Oktober um 9:31 Uhr läge der kolportierte Preis rechnerisch rund 13 Prozent höher. Dieser Abstand ist keine garantierte Übernahmeprämie: Ob BASF tatsächlich ein verbindliches Angebot vorlegt, zu welchen Bedingungen und ob es angenommen würde, ist offen. Die Evonik-Aktie liegt zugleich seit Jahresbeginn 58,74 Prozent im Plus.

RAG-Stiftung als Schlüsselaktionärin

Die RAG-Stiftung hält rund 43 Prozent der Evonik-Aktien. Ihre Haltung wäre deshalb für einen möglichen Eigentümerwechsel besonders wichtig. Ein Angebot allein würde den Deal jedoch nicht besiegeln: Zu klären wären unter anderem die Zustimmung der maßgeblichen Aktionäre und die konkrete Ausgestaltung der Transaktion.

Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch Berichte, wonach Evonik schon vor dem BASF-Interesse einen möglichen Zukauf des US-Chemiekonzerns Ashland geprüft haben soll. Eine solche größere Übernahme könnte die Gespräche mit BASF komplexer machen; Evonik hat die Marktgerüchte nicht bestätigt.

BASF-Zahlen als nächster Orientierungspunkt

BASF legt am 28. Oktober die Ergebnisse für das dritte Quartal vor. Analysten rechnen im Schnitt mit knapp 15,7 Milliarden Euro Umsatz, einem bereinigten EBITDA von fast 1,5 Milliarden Euro und einem den Aktionären zurechenbaren Gewinn von 196 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr stellt BASF ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro in Aussicht, warnte aber vor hoher Unsicherheit in der Weltkonjunktur und den regionalen Chemiemärkten.

Analysten-Einordnung: Die Einschätzungen zum möglichen Kauf sind geteilt: Ein Zusammenschluss könnte BASF langfristig strategische und finanzielle Vorteile bringen, würde aber erhebliche Integrations- und Ausführungsrisiken mit sich bringen. Dies deutet darauf hin, dass der gebotene Preis nur ein Teil der Bewertung ist; entscheidend wären auch die Finanzierung, mögliche Synergien und die Folgen für beide Unternehmen. Für Evonik-Anleger bleibt die gemeldete Offerte daher ein möglicher Kurstreiber, aber kein sicherer Ausstiegspreis.

Fazit & Ausblick

Am 28. Oktober dürften zunächst die BASF-Zahlen und mögliche Aussagen zum Evonik-Interesse neue Hinweise liefern. Für die Evonik-Aktie bleibt maßgeblich, ob aus dem bislang berichteten Preisvorschlag ein offizielles Angebot wird und wie sich die RAG-Stiftung positioniert. Bis dahin bestimmen Übernahmefantasie und Ausführungsrisiken gemeinsam die Nachrichtenlage.

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