Evonik Industries Aktie: BASF-Angebot über 10,3 Milliarden Euro offenbar abgelehnt
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Evonik soll ein erstes Übernahmeangebot von BASF über rund 10,3 Milliarden Euro zurückgewiesen haben.
- Der gebotene Preis lag Berichten zufolge bei etwa 22,15 Euro je Aktie.
- Als Grund gilt, dass Evonik die Offerte für zu niedrig hält; ob BASF nachbessert, ist offen.
- Die RAG-Stiftung könnte als wichtige Anteilseignerin eine Schlüsselrolle bei einem möglichen Verkauf spielen.
Marktanalyse & Details
Erste Offerte offenbar ohne Erfolg
Der Spezialchemiekonzern Evonik hat ein erstes Übernahmeangebot des größeren Wettbewerbers BASF offenbar abgelehnt. Mehrere Medienberichte beziffern die Offerte auf rund 10,3 Milliarden Euro beziehungsweise etwa 22,15 Euro je Aktie. Demnach hielt Evonik den Preis für zu niedrig, um Verhandlungen aufzunehmen. Eine offizielle Bestätigung der Unternehmen zu den gemeldeten Angebotsdetails liegt in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Die Meldungen nennen unterschiedliche Vergleichsmaßstäbe für den Aufschlag: Teilweise ist von knapp 30 Prozent gegenüber einem früheren Aktienkurs die Rede. Zum angegebenen aktuellen Kurs von 19,73 Euro entspräche der berichtete Angebotspreis rechnerisch einem Aufschlag von rund 12 Prozent. Die Werte beziehen sich damit offenbar auf unterschiedliche Ausgangskurse und sollten nicht gleichgesetzt werden. Die Evonik-Aktie legte am 28. September um 1,91 Prozent zu.
Bewertung und mögliche Hürden
Für BASF wäre eine Übernahme ein Schritt zur Stärkung der Position im Chemiesektor. Für Evonik geht es dagegen nicht nur um einen Aufschlag auf den Börsenkurs, sondern auch um den Wert des Geschäfts und die strategischen Perspektiven des Unternehmens. Als bedeutende Anteilseignerin könnte die RAG-Stiftung bei einer möglichen Transaktion entscheidend sein. Zudem wird das Vorhaben Berichten zufolge von Gewerkschaftsseite kritisch gesehen.
Analysten-Einordnung: Die Zurückweisung signalisiert zunächst eine klare Bewertungshürde, aber nicht zwingend das Ende des Übernahmevorstoßes. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Aussicht auf eine höhere Offerte kurzfristig für Gesprächsstoff sorgen kann, während ein möglicher Abschluss weiterhin von Preis, Zustimmung wichtiger Anteilseigner und weiteren Verhandlungen abhängt. Solange BASF keine nachgebesserte Offerte bestätigt und Evonik keine Stellungnahme veröffentlicht, bleibt der gemeldete Deal-Stand vorläufig.
Fazit & Ausblick
Entscheidend ist nun, ob BASF den Preis erhöht und ob die RAG-Stiftung sowie weitere Beteiligte einem möglichen Verkauf zustimmen würden. Ein Zeitplan für weitere Gespräche oder eine überarbeitete Offerte ist bislang nicht bekannt. Anleger sollten daher zwischen dem berichteten Angebot und einer tatsächlich vereinbarten Transaktion unterscheiden.
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