Daimler Truck Holding Aktie: Absatz springt, doch Busse und E-Lkw bleiben schwach

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Daimler Truck setzte im dritten Quartal 91.260 Fahrzeuge ab – 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
  2. In Nordamerika stiegen die Verkäufe um 51 Prozent; die Marke Mercedes-Benz legte um 13 Prozent zu.
  3. Busse und Elektro-Lkw entwickelten sich schwächer als das Gesamtgeschäft.
  4. Die Hamburger Hochbahn zweifelt an Wasserstoffbussen und will den Anteil batterieelektrischer Busse bis 2031 auf 60 Prozent erhöhen.

Marktanalyse & Details

Absatzplus mit unterschiedlicher Dynamik

Daimler Truck verkaufte im dritten Quartal 91.260 Fahrzeuge und übertraf damit den besonders schwachen Vorjahreszeitraum um 26 Prozent. Der stärkste Zuwachs kam aus Nordamerika: Dort stieg der Absatz um mehr als die Hälfte auf 45.629 Fahrzeuge. Im Vorjahr waren die Verkäufe in der Region deutlich zurückgegangen. Die Marke Mercedes-Benz setzte 40.362 Fahrzeuge ab, 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Das Plus fiel jedoch nicht über alle Bereiche hinweg gleich aus. Während die Lkw-Verkäufe zulegten, liefen Busse und Elektro-Lkw schwächer. Zudem bremst die schwache Konjunktur in Europa, besonders in Deutschland, die Nachfrage. Die detaillierten Finanzergebnisse für das dritte Quartal will das Unternehmen am 6. November vorlegen.

Hamburgs Zweifel an Wasserstoffbussen

Ein Signal für die Ausrichtung des Busmarkts kommt aus Hamburg: Die Hochbahn hält fünf getestete Brennstoffzellenbusse nach knapp einem Jahr weiterhin nicht für abnahmefähig, weil sie nach Einschätzung des Unternehmens die Qualitätsanforderungen verfehlen. Der Vorstandssprecher verwies außerdem auf geringere Verfügbarkeit als bei Diesel- und Batteriebussen sowie hohe Betriebskosten. Insbesondere grüner Wasserstoff sei teuer.

Die Hochbahn setzt deshalb zunehmend auf Batteriebusse. Von mehr als 1.100 Fahrzeugen sind rund 430 elektrisch; bis 2031 soll der Anteil der Batteriebusse von knapp 40 auf 60 Prozent steigen. Die getesteten Wasserstoffbusse stammen von einem Anbieter aus Polen. Aus den Aussagen lässt sich daher keine konkrete Bewertung eines Daimler-Truck-Modells ableiten.

Analysten-Einordnung

Das Absatzplus ist ein Erholungssignal, aber noch kein Beleg für eine gleich starke Verbesserung von Umsatz und Ergebnis: Der Vergleich mit dem außergewöhnlich schwachen Vorjahr und der kräftige Zuwachs in Nordamerika prägen die Gesamtzahl. Für Anleger bedeutet die Entwicklung, dass die regionalen Unterschiede und die schwächeren Bus- und Elektro-Lkw-Verkäufe bei den anstehenden Quartalszahlen entscheidend bleiben. Die Aussagen der Hochbahn unterstreichen zugleich, dass bei der Buswende neben Emissionszielen vor allem Zuverlässigkeit, Betriebskosten und verfügbare Infrastruktur zählen. Sie sind ein Branchensignal, aber kein direkter Hinweis auf Daimlers Produktqualität.

Fazit & Ausblick

Am 6. November stehen die Finanzergebnisse des dritten Quartals im Fokus. Dann wird sich zeigen, ob der höhere Absatz auch in den Ergebniskennzahlen ankommt und wie das Management die schwächere Entwicklung bei Bussen und Elektro-Lkw einordnet. Bis dahin bleibt das Absatzplus positiv, sollte angesichts des niedrigen Vorjahresvergleichs aber nicht isoliert bewertet werden.

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