CoStar Aktie: Quartalsgewinn steigt, Vexcel-Kauf für 730 Mio. Dollar geplant
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- CoStar steigerte den Umsatz im dritten Quartal 2026 um 14 Prozent auf 952 Millionen US-Dollar.
- Das bereinigte Ergebnis je Aktie von 0,38 US-Dollar übertraf die Analystenschätzung von 0,34 US-Dollar.
- Für rund 730 Millionen US-Dollar in bar will CoStar den Luftbilddatenanbieter Vexcel übernehmen; der Abschluss ist für das erste Quartal 2027 geplant.
- Die Aktie notierte am 27. Oktober um 21:27 Uhr bei 25,08 Euro und lag 16,48 Prozent im Minus.
Marktanalyse & Details
Quartalsergebnis und Prognose
CoStar meldete für das dritte Quartal einen Rekordumsatz von 952 Millionen US-Dollar, nach 834 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg im Jahresvergleich um 65 Prozent auf 0,38 US-Dollar und lag damit über der Konsensschätzung von 0,34 US-Dollar. Der Nettogewinn betrug 74 Millionen US-Dollar; das bereinigte EBITDA verdoppelte sich auf 229 Millionen US-Dollar und übertraf damit die zuvor genannte Unternehmensspanne von 190 bis 210 Millionen US-Dollar deutlich.
Für das Gesamtjahr hob CoStar die Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 1,38 bis 1,41 US-Dollar an. Die Umsatzprognose liegt nun bei 3,75 bis 3,77 Milliarden US-Dollar und damit unter der Markterwartung von 3,79 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte EBITDA soll 820 bis 840 Millionen US-Dollar erreichen. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 976 bis 996 Millionen US-Dollar und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,46 bis 0,50 US-Dollar.
Vexcel soll Datenangebot und KI-Anwendungen stärken
Mit der geplanten Übernahme von Vexcel erweitert CoStar seine Immobilien- und Bilddatenbasis. Vexcel betreibt ein hochauflösendes Luftbildprogramm, das mehr als 45 Länder und 320 große Metropolregionen abdeckt. Das Unternehmen erzielte in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 140 Millionen US-Dollar Umsatz, wuchs dabei um über 30 Prozent und arbeitet mit wiederkehrenden, mehrjährigen Datenverträgen. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei rund 20 Prozent.
CoStar will den Kaufpreis von rund 730 Millionen US-Dollar aus vorhandenen Barmitteln und einer bestehenden revolvierenden Kreditlinie finanzieren. Vexcel soll nach dem Abschluss unter eigener Marke weiterarbeiten; das Führungsteam bleibt an Bord. CoStar erwartet, dass die Transaktion im ersten vollständigen Geschäftsjahr den bereinigten Gewinn je Aktie erhöht. Der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt üblicher Abschlussbedingungen und behördlicher Genehmigungen.
Kostensenkungen als zusätzlicher Ergebnistreiber
CoStar beziffert die für dieses Jahr erwarteten Einsparungen inzwischen auf rund 150 Millionen US-Dollar gegenüber der ursprünglichen Planung. Eine weitere Prüfung der Kosten habe zusätzliches Einsparpotenzial von mindestens 200 Millionen US-Dollar ergeben, das innerhalb der kommenden 12 bis 18 Monate realisiert werden soll. Damit hält das Unternehmen an seinem Ziel fest, 2028 ein bereinigtes EBITDA von 1,25 Milliarden US-Dollar zu erreichen.
Analysten-Einordnung: Die Zahlen zeigen, dass CoStar Umsatzwachstum derzeit mit einer deutlichen Verbesserung der Profitabilität verbindet. Für Anleger ist allerdings nicht nur der über den Erwartungen liegende Quartalsgewinn entscheidend: Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr bleibt hinter dem Konsens zurück, während der Vexcel-Kauf zusätzliche Mittel bindet. Die erwartete Ergebnissteigerung durch Vexcel und weitere Einsparungen muss sich erst in der Umsetzung bewähren. Der starke Tagesrückgang der Aktie trotz des Gewinnsprungs unterstreicht, dass der Markt auch die Wachstumserwartungen und den Ausblick kritisch bewertet; aus der Kursbewegung allein lässt sich jedoch kein einzelner Auslöser ableiten.
Fazit & Ausblick
Im Fokus stehen nun die behördliche Prüfung und der für das erste Quartal 2027 angestrebte Abschluss der Vexcel-Übernahme. Kurzfristig wird sich zeigen, ob CoStar die Umsatzentwicklung beschleunigen und die angekündigten Einsparungen liefern kann. Die Prognose für das vierte Quartal und das erhöhte EBITDA-Ziel geben dafür die nächsten konkreten Maßstäbe.
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