COREWEAVE Aktie: Kreditrisiken gefährden 14,1 Milliarden Dollar an Rechenzentrumsanleihen

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Das Wichtigste in Kürze

  1. CoreWeaves Anleihen stehen unter starkem Druck; die Rendite der 2032 fälligen Papiere lag zuletzt bei rund 14 Prozent.
  2. Sieben Hochzinsanleihen für Rechenzentren über insgesamt 14,1 Milliarden US-Dollar hängen als alleiniger Mieter von CoreWeave ab.
  3. Für die kommenden zwölf Monate steht einem geschätzten operativen Cashflow von rund 10 Milliarden Dollar ein Investitionsbedarf von etwa 45 Milliarden gegenüber.
  4. Eine weitere Ausweitung der Kreditrisiken könnte auch Oracle treffen, dessen Rating am unteren Ende des Investment-Grade-Bereichs liegt.

Marktanalyse & Details

CoreWeave wird zum Belastungstest für KI-Finanzierung

Der Druck auf CoreWeaves Anleihen rückt die Finanzierung des KI-Infrastrukturbooms in den Mittelpunkt. Die Rendite der 9,625-Prozent-Anleihe mit Laufzeit bis 2032 stieg zuletzt auf etwa 14 Prozent; weitere unbesicherte Papiere rentierten zeitweise noch höher. Das sind Marktrenditen im Sekundärhandel und nicht der Zinssatz, den CoreWeave automatisch auf sämtliche Schulden zahlt. Die 2032-Anleihe fiel zudem unter 80 Cent je Dollar Nennwert. Der fünfjährige Credit Default Swap notierte um 1.117 Basispunkte – ein starkes Signal dafür, dass Anleger das Ausfallrisiko deutlich höher bewerten.

Risiko reicht über die eigene Bilanz hinaus

Besonders relevant für den Markt ist CoreWeaves Rolle als Mieter: Bei sieben von insgesamt 20 projektfinanzierten Hochzinsanleihen für Rechenzentren ist das Unternehmen der alleinige Nutzer der Kapazität. Diese Papiere stehen für 14,1 Milliarden Dollar Schulden, rund 31 Prozent des erfassten Marktsegments. Mietzahlungen von CoreWeave sind damit ein wesentlicher Baustein für den Schuldendienst der betroffenen Projekte.

Zu den betroffenen Betreibern zählen Applied Digital, Core Scientific und Galaxy Digital. Für deren Anleihegläubiger kommen zum Kreditrisiko des Mieters weitere Unsicherheiten hinzu: etwa Baufortschritt, Inbetriebnahme und die Zeit bis zur tatsächlichen Auslastung. Marktdaten zeigen zudem eine deutliche Spreadausweitung bei Anleihen mit CoreWeave als Mieter gegenüber vergleichbaren Projekten, die auf besonders kreditstarke Technologiekonzerne setzen.

Finanzierungslücke trifft auf hohe Nachfrage

Die zentrale Herausforderung liegt im Kapitalbedarf: Für die nächsten zwölf Monate werden rund 45 Milliarden Dollar Investitionen einem erwarteten operativen Cashflow von etwa 10 Milliarden gegenübergestellt. Daraus ergibt sich eine Finanzierungslücke von ungefähr 35 Milliarden Dollar. Zugleich verfügte CoreWeave zum Ende des zweiten Quartals über 15,5 Milliarden Dollar an verfügbarer Liquidität und meldete einen Auftragsbestand von rund 104 Milliarden Dollar, überwiegend aus verbindlichen Take-or-pay-Verträgen. Ein hoher Auftragsbestand stützt die Umsatzperspektive, ersetzt aber nicht die Finanzierung der dafür nötigen Rechenzentren und Ausrüstung.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt nicht allein die Nachfrage nach KI-Rechenleistung bewertet, sondern zunehmend die Finanzierungskosten, Verschuldung und zeitliche Passung von Vermögenswerten und Schulden. Besonders kritisch ist, dass die Nutzungsdauer fortschrittlicher GPUs von etwa vier bis sechs Jahren mit den Vertragslaufzeiten zusammenfallen kann, während die Finanzierung länger läuft. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Selbst robuste Kundenverträge schützen die Aktie nicht automatisch vor Verwässerungs-, Refinanzierungs- und Zinsrisiken. Die Belastung könnte sich zudem auf Rechenzentrumsbetreiber übertragen, deren Schuldendienst von CoreWeaves Mieten abhängt.

Oracle als möglicher Übertragungskanal

Auch Oracle rückt in den Blick, weil das Unternehmen am unteren Ende des Investment-Grade-Bereichs eingestuft ist. Die Kosten der Absicherung gegen einen Zahlungsausfall stiegen zuletzt deutlich. Sollte es zu einer Herabstufung unter Investment Grade kommen, könnten Anleger mit entsprechenden Anlagevorgaben zum Verkauf gezwungen sein. Das wäre ein möglicher Übertragungskanal von angespannten Hochzinsanleihen in den breiteren Kreditmarkt – ein Risiko, aber kein bereits eingetretenes Szenario.

Nvidia-Chef Jensen Huang erklärte, der Chiphersteller müsse CoreWeave nicht finanziell absichern; CoreWeaves Kapitalkosten seien nach seiner Einschätzung rückläufig. Nvidia hat zugleich eine vertragliche Verpflichtung, bis April 2032 nicht anderweitig verkaufte Rechenkapazität von CoreWeave abzunehmen. Diese Vereinbarung kann Nachfrage stützen, ist aber keine allgemeine Garantie für CoreWeaves Schulden.

Fazit & Ausblick

Entscheidend wird, ob CoreWeave seine geplanten Investitionen finanzieren kann, ohne dass die Kosten der Kapitalaufnahme weiter steigen. Anleger dürften besonders auf neue Finanzierungszusagen, die Entwicklung der Anleiherenditen sowie Bau- und Inbetriebnahmefortschritte achten. Ebenso wichtig ist, ob sich die Kreditrisiken bei abhängigen Rechenzentrumsprojekten und bei Oracle ausweiten. Bis dahin bleibt die Aktie eng an die Frage gekoppelt, ob das Wachstum im KI-Cloudgeschäft den hohen Kapitalbedarf tragen kann.

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