Chewy: Mizuho senkt Kursziel vor Q2-Zahlen auf 32 Dollar – Outperform bleibt

Chewy Inc. AI Generated

Kurzüberblick

  • Mizuho senkt das Kursziel für Chewy vor den Quartalszahlen von 40 auf 32 US-Dollar, bestätigt aber die Einstufung Outperform.
  • Für das zweite Quartal erwartet die Bank einen Umsatz von 3,31 Milliarden US-Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 208 Millionen US-Dollar.
  • Der Umsatz soll um 6 bis 7 Prozent wachsen, während die Bruttomarge wegen auslaufender Preiseffekte um rund 50 Basispunkte sinken dürfte.
  • Chewy könnte die Jahresprognose bestätigen und nach Aktienrückkäufen von 200 Millionen US-Dollar im ersten Quartal weitere Rückkäufe durchführen.

Marktanalyse & Details

Kursziel sinkt trotz positiver Einstufung

Mizuho Securities reduziert das Kursziel für Chewy von 40 auf 32 US-Dollar. Die Einstufung Outperform bleibt bestehen. Ausschlaggebend für die Senkung ist vor allem eine niedrigere Bewertungsmultiplikator von rund 13 auf das erwartete bereinigte EBITDA im Geschäftsjahr 2027. Zuvor hatte Mizuho noch mit einem Multiplikator von etwa 16 gerechnet.

Die neue Bewertung berücksichtigt einen weniger klaren Weg zu einer nachhaltigen Erholung der Heimtierbranche sowie die bereits gesenkte Unternehmensprognose. Für Anleger ist entscheidend, dass die Kurszielsenkung damit nicht ausschließlich auf einer Verschlechterung der operativen Gewinnschätzungen beruht, sondern auch auf einer vorsichtigeren Bewertung des Geschäftsmodells.

Die Chewy-Aktie lag am 9. September 2026 um 09:14:51 Uhr an der Lang & Schwarz Exchange bei 19,89 Euro. Damit notierte sie 0,65 Prozent schwächer als am Vortag und lag seit Jahresbeginn 28,23 Prozent im Minus.

Q2-Umsatz wächst, Marge gerät unter Druck

Für das zweite Quartal kalkuliert Mizuho mit einem Umsatz von 3,31 Milliarden US-Dollar. Das entspräche einem Wachstum von 6 bis 7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und läge innerhalb der Unternehmensprognose von 3,30 bis 3,33 Milliarden US-Dollar. Die Schätzungen beinhalten Beiträge aus den Übernahmen von SmartPak und Modern Animal und liegen etwa auf Höhe der Markterwartung von 3,32 Milliarden US-Dollar.

Beim bereinigten EBITDA erwartet Mizuho 208 Millionen US-Dollar und damit etwas weniger als der Konsens von 212 Millionen US-Dollar. Hintergrund ist ein erwarteter Rückgang der Bruttomarge um rund 50 Basispunkte, weil außergewöhnlich starke Preiseffekte aus dem Vorjahr wegfallen. Die Zahl der neuen aktiven Kunden dürfte nach Einschätzung der Bank am unteren Ende der von Chewy in Aussicht gestellten Spanne von 150.000 bis 250.000 liegen.

Gewinnschätzungen steigen, Umsatzprognosen sinken

Für das Geschäftsjahr 2026 hebt Mizuho die Schätzung für das bereinigte EBITDA von 877 auf 904 Millionen US-Dollar an. Die Umsatzprognose sinkt dagegen von 13,56 auf 13,46 Milliarden US-Dollar. Für das Geschäftsjahr 2027 steigt die EBITDA-Schätzung von 1,00 auf 1,05 Milliarden US-Dollar, während die erwarteten Erlöse von 14,64 auf 14,31 Milliarden US-Dollar zurückgehen.

Chewy hatte das erwartete organische Umsatzwachstum für das laufende Geschäftsjahr zuletzt von 7 bis 8 Prozent auf 5 bis 6 Prozent reduziert. Die Zielspanne für die bereinigte EBITDA-Marge liegt weiterhin bei 6,6 bis 6,8 Prozent. Mizuho sieht Kostendisziplin und Einsparungen durch den Einsatz künstlicher Intelligenz als wichtige Stützen dieser Prognose.

Wachstumsoptionen und Aktienrückkäufe

Nach einem Gespräch mit dem Management erwartet Mizuho, dass Chewy nach dem kommenden Geschäftsjahr ein nachhaltiges organisches Umsatzwachstum leicht oberhalb eines normalisierten Tempos von 6 bis 7 Prozent anstreben könnte. Dafür müsste das Unternehmen möglicherweise eine niedrigere EBITDA-Marge akzeptieren.

  • Ausbau des kostenpflichtigen Chewy-Plus-Abonnements
  • Schnellere Eröffnung von Tierarztpraxen
  • Erweiterung der Telemedizin-Angebote
  • Fortsetzung der Aktienrückkäufe nach 200 Millionen US-Dollar im ersten Quartal

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Mizuho Chewy operativ weiterhin Wachstum und eine solide Cash-Generierung zutraut, die Aktie aber nicht mehr mit derselben Bewertungsprämie wie zuvor versehen will. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung einen klaren Zielkonflikt: Steigende EBITDA-Schätzungen und mögliche Rückkäufe sprechen für eine verbesserte Kapitalrendite, während die niedrigeren Umsatzprognosen und der Margendruck die Dynamik im Kerngeschäft begrenzen. Die bestätigte Outperform-Einstufung ist daher eher ein positives Votum für die mittelfristige Ertragskraft als ein Signal für eine unmittelbar bevorstehende Wachstumsbeschleunigung.

Zu den wichtigsten Risiken zählen eine schwächere Konsumnachfrage, eine nachlassende Widerstandsfähigkeit der Heimtierbranche, zunehmender Wettbewerbsdruck durch Lieferanten und mögliche Ausführungsprobleme. Hinzu kommen personelle Veränderungen, höhere Zinsen sowie die hohe Stimmrechts- und Beteiligungskonzentration bei BC Partners.

Fazit & Ausblick

Der nächste entscheidende Test sind die Quartalszahlen von Chewy. Mizuho hält eine Bestätigung der Prognose für das Geschäftsjahr 2026 für wahrscheinlich, zugleich muss das Management zeigen, dass Umsatzwachstum und Kundenentwicklung trotz nachlassender Preiseffekte stabil bleiben. Besonders relevant werden die Bruttomarge, die aktiven Kundenzuwächse, die Entwicklung des Chewy-Plus-Angebots und der Umfang weiterer Aktienrückkäufe.

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