Apple vor iPhone-18-Event: Faltbares iPhone und höhere Preise setzen CEO Ternus unter Druck
Kurzüberblick
- Apple soll am 9. September 2026 erstmals ein faltbares iPhone sowie neue Pro-Modelle präsentieren.
- Das Falt-iPhone könnte mehr als 2.000 US-Dollar kosten, während die Pro-Modelle voraussichtlich deutlich teurer werden.
- Die günstigeren iPhone-18-Varianten könnten erst im ersten Quartal 2027 erscheinen.
- Für CEO John Ternus wird das Event zum Test für Apples Produktstrategie und die verspätete KI-Offensive.
Marktanalyse & Details
Faltbares iPhone als neue Premium-Wette
Im Mittelpunkt des Apple-Events steht voraussichtlich ein Smartphone, das sich wie ein Buch beziehungsweise ein Pass öffnen lässt. Der Konzern würde damit spät in einen Markt eintreten, in dem andere Hersteller bereits mehrere Generationen faltbarer Geräte angeboten haben. Apple könnte den Rückstand jedoch nutzen, um bekannte Schwachstellen wie Scharnierhaltbarkeit, Akkulaufzeit und die sichtbare Displayfalte gezielt zu vermeiden.
Der erwartete Einstiegspreis von mehr als 2.000 US-Dollar, teils werden rund 2.500 US-Dollar oder für Varianten mit mehr Speicher bis zu 3.000 US-Dollar genannt, positioniert das Gerät klar als Luxusprodukt. Gerade diese Knappheits- und Exklusivitätsstrategie könnte die Nachfrage trotz des hohen Preises stützen. Eine Marktschätzung rechnet bis Ende 2027 mit einem Umsatzpotenzial von mehr als 45 Milliarden US-Dollar für das faltbare iPhone. Diese Prognose ist allerdings stark davon abhängig, ob Apple ausreichend Geräte produzieren kann und ob die Nutzer den Aufpreis akzeptieren.
Höhere Preise und gestaffelter iPhone-Start
Neben dem möglichen iPhone Ultra beziehungsweise Fold dürften das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max im Fokus stehen. Für die Premium-Modelle wird ein Preisaufschlag von ungefähr 200 US-Dollar gegenüber den Vorgängern erwartet. Die Standardversion und das günstigere Air-Modell könnten dagegen erst im Frühjahr 2027 folgen. Bis dahin würde Apple ältere Geräte weiterverkaufen.
Hinter der gestaffelten Einführung stehen offenbar nicht nur Marketingüberlegungen. Engpässe bei Prozessoren und steigende Speicherpreise, die durch den weltweiten Ausbau von KI-Rechenzentren verschärft werden, erhöhen den Druck auf die Lieferkette. Zugleich lenkt Apple die Aufmerksamkeit zunächst auf die margenstärksten Geräte.
- Eine aktuelle Marktschätzung sieht für die zweite Jahreshälfte 2026 rund 61,8 Millionen iPhone-18-Auslieferungen und für das Gesamtjahr etwa 246 Millionen iPhones, ein Plus von 1 Prozent.
- Für das faltbare Modell wird mit einer Produktionsmenge von rund 7,5 Millionen Geräten in der zweiten Jahreshälfte 2026 und weiteren 4 Millionen im ersten Quartal 2027 gerechnet.
- Ein höherer Durchschnittspreis könnte Umsatz und Margen schützen, birgt aber das Risiko, preissensible Kunden auf ältere Modelle oder günstigere Wettbewerber auszuweichen.
Neue Siri wird zum KI-Test für John Ternus
Die Hardware allein wird den Führungsanspruch des Konzerns nicht sichern. Apple muss gleichzeitig zeigen, dass die grundlegend überarbeitete Siri im Alltag zuverlässig arbeitet. Die Sprachassistenz soll Informationen aus Nachrichten, E-Mails und Fotos zusammenführen sowie mehrstufige Aufgaben über mehrere Apps hinweg erledigen.
Die Verarbeitung ist auf drei Ebenen angelegt: direkt auf dem Gerät, über Apples eigene Cloud-Infrastruktur oder bei komplexeren Anfragen über Modelle von Drittanbietern mit Zustimmung des Nutzers. Die Einführung war ursprünglich früher angekündigt worden und hat sich mehrfach verzögert. Zusätzlich könnten regulatorische Hürden den Start in Europa und China bremsen; für China wird in Marktprognosen sogar eine Freigabe erst ab 2028 diskutiert.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Ternus nicht nur ein neues Produkt verkaufen, sondern Apples gesamte Wachstumsstory neu ausbalancieren muss. Das Falt-iPhone kann als margenstarkes Schaufenster dienen, löst aber weder die Abhängigkeit vom iPhone-Geschäft noch den Rückstand bei generativer KI. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Reaktion auf den Preis und die tatsächliche Leistungsfähigkeit von Siri wichtiger sein dürfte als die bloße Vorstellung eines neuen Formfaktors.
Apple-Aktie vor dem Event
Die Apple-Aktie notierte am 8. September 2026 um 22:59 Uhr bei 271,90 Euro. Im Tagesvergleich blieb der Kurs unverändert, seit Jahresbeginn steht jedoch ein Plus von 17,1 Prozent zu Buche. Ein Teil der Erwartungen an neue Premiumgeräte und steigende Preise dürfte damit bereits im Kurs berücksichtigt sein.
Entscheidend wird daher sein, ob Apple die hohen Erwartungen übertrifft. Ein überzeugender Verkaufsstart des Falt-iPhones und konkrete Fortschritte bei Siri könnten die nächste Wachstumsphase einleiten. Enttäuschungen bei Verfügbarkeit, Preis oder KI-Funktionen würden dagegen die Frage verschärfen, ob der Konzern seine starke Stellung noch mit ausreichend Innovation untermauert.
Fazit & Ausblick
Das Apple-Event am 9. September 2026 markiert den ersten großen Produkttest für CEO John Ternus. Anleger sollten neben dem Falt-iPhone besonders auf die offiziellen Preise, die Liefertermine der einzelnen iPhone-18-Modelle und den tatsächlichen Funktionsumfang der neuen Siri achten. In den folgenden Quartalen werden Verkaufszahlen, Margen und die Geschwindigkeit des KI-Rollouts zeigen, ob Apple mit der Premiumstrategie nachhaltig wachsen kann.
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