Centrus Energy A Aktie: Analyst stuft auf Kaufen hoch und hält an 115-Dollar-Kursziel fest
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Analyst Joe Reagor hebt Centrus Energy von „Neutral“ auf „Kaufen“ an und bestätigt ein Kursziel von 115 US-Dollar.
- Als wichtigen Grund nennt er die entschärfte Umsatzrisiko-Lücke durch das US-Verbot russischer Uranimporte ab 2028.
- Centrus meldete für das dritte Quartal 55,5 Millionen US-Dollar Umsatz und einen Anreicherungs-Auftragsbestand von 5,4 Milliarden US-Dollar.
- Die Aktie verlor seit ihrem Hoch im Oktober 2025 laut Analyst mehr als 80 Prozent.
Marktanalyse & Details
Hochstufung nach starkem Kursrückgang
Joe Reagor hat seine Einstufung für Centrus Energy von „Neutral“ auf „Kaufen“ angehoben. Das Kursziel bleibt bei 115 US-Dollar. Der Analyst verweist darauf, dass die Aktie nach einer starken Rally 2025 deutlich zurückgekommen ist: Vom Hoch im Oktober jenes Jahres habe sie mehr als 80 Prozent verloren. Zugleich habe Centrus in der Zwischenzeit staatliche und öffentliche Finanzierung gesichert und wichtige operative Fortschritte erzielt.
Auch die jüngste Marktentwicklung zeigt die Schwäche: Der angegebene Kurs an der Lang & Schwarz Exchange lag am 5. November bei 79,10 Euro; seit Jahresbeginn stand ein Minus von 62,37 Prozent zu Buche. Die Tagesveränderung betrug null Prozent.
Q3: Auftragspolster wächst, bereinigtes Ergebnis bleibt negativ
Im dritten Quartal erzielte Centrus 55,5 Millionen US-Dollar Umsatz, 25,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei minus 0,46 US-Dollar und damit knapp über der Schätzung von minus 0,47 US-Dollar. Der GAAP-Nettogewinn stieg auf 31,6 Millionen US-Dollar nach 3,9 Millionen ein Jahr zuvor. Das Unternehmen weist jedoch auf Bewertungseffekte bei Warrants hin, die das GAAP-Ergebnis beeinflussten; der hohe ausgewiesene Nettogewinn ist daher nicht mit einer entsprechenden Verbesserung des bereinigten Ergebnisses gleichzusetzen.
Der Auftragsbestand für Urananreicherung und HALEU erreichte 5,4 Milliarden US-Dollar. Eine separate Meldung bezifferte den Gesamtauftragsbestand auf 7,0 Milliarden US-Dollar. Für 2026 erwartet Centrus einen Umsatz von 450 bis 500 Millionen US-Dollar. Operativ meldete das Unternehmen außerdem, eine neue Zentrifuge für den kommerziellen Ausbau zwei Monate früher als geplant ausgeliefert zu haben.
Russland-Risiko und Ausbau der Kapazitäten
Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor ist das US-Verbot für russische Uranimporte, das am 1. Januar 2028 in Kraft treten soll, sofern die Regierung die Regelung nicht ändert. Reagor sieht das Risiko sinkender Erlöse durch einen neuen Vertrag außerhalb Russlands und die Übernahme von Westerman Holdings deutlich gemildert. Centrus erwartet von der Akquisition zudem operative und kommerzielle Synergien. Der Konzern will seine Lieferkette ausbauen und weitere Zentrifugen zwischen Oak Ridge und Piketon fertigen und ausliefern.
Analysten-Einordnung: Die Hochstufung stützt sich nicht allein auf die Erholungschance nach dem Kursrückgang, sondern auf eine veränderte Risikoeinschätzung: Neue Verträge, Finanzierung und Fortschritte beim Kapazitätsaufbau könnten die Abhängigkeit von russischen Lieferungen verringern. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die langfristige Wachstumsstory an Substanz gewinnt, während Umsatzrückgang, ein negatives bereinigtes EPS und die noch ausstehende Skalierung wichtige Gegenrisiken bleiben.
Fazit & Ausblick
Die Kaufempfehlung setzt darauf, dass Centrus seine Auftragsbasis in verlässliche Umsätze und zusätzliche Produktionskapazität umwandeln kann. Das bestätigte Kursziel von 115 US-Dollar ist dabei eine Analysteneinschätzung, keine Garantie für die Kursentwicklung. Im Fokus stehen nun die Umsatzentwicklung gegenüber der Jahresprognose von 450 bis 500 Millionen US-Dollar, die Umsetzung des Zentrifugen-Ausbaus und die weitere Absicherung der Lieferungen vor dem Importverbot 2028.
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